Bis Jahresende 2025 müssen mindestens 65 Prozent aller Verpackungsabfälle recycelt werden. Folgende Recyclingquoten müssen dabei für die einzelnen Materialien erzielt werden: Von Holz müssen 25 Prozent, von Kunststoffen und Aluminium jeweils 50 Prozent, von eisenhaltigen Metallen und Glas jeweils 70 Prozent, und von Papier, Pappe und Karton müssen 75 Prozent recycelt werden.
Landkreis Heilbronn setzt auf Gelbe Tonne – Wertstoff-Container werden abgebaut
Mit der Einführung der Gelben Tonne ab 2026 soll ein Großteil der Verpackungen im Landkreis Heilbronn direkt zu Hause eingesammelt werden. Wertstoff-Container sollen dafür verschwinden.
Weniger Standorte, dafür größere Plätze und mehr Abgabemöglichkeiten für die Bürger: Was der Hohenlohekreis schon macht, droht nun auch im Landkreis Heilbronn. Der Containerstandort Neckarsulm in der Carmauxstraße für Altpapier, Glas und Dosen ist ständig verschmutzt und wird zum 30. November aufgelöst.
Wie hier sieht es an vielen Sammelplätzen aus. Als Bürgermeister in Neuenstadt und nun als Landrat habe er mehr als 40 Jahre Erfahrung mit solchen „Sauigeln“, wurde Norbert Heuser im Betriebsausschuss des Kreistags deutlich. „Das Angebot wird oft falsch interpretiert.“
Problem nicht nur in Neckarsulm: Müll aller Art rund um die Sammelplätze
Statt Papier, Dosen, Verpackungen und Glas in die dafür vorgesehenen Container zu werfen, werden Lebensmittel und Müll aller Art rund um die Sammelplätze deponiert. Dies ist nicht nur in Neckarsulm ein Problem. Die Abfallwirtschaft des Landkreises Heilbronn will gegen die Vermüllung stärker vorgehen, betonte Leiterin Beate Fischer.

Aktuell werden über die rund 400 Standplätze mit insgesamt etwa 2.900 Containern erhebliche Mengen an Glas, Papier, Altkleider und Dosen erfasst. Mit der Einführung der Gelben Tonne für Verpackungen ab dem Jahr 2026 kann dieses Angebot reduziert werden.
Die Dosencontainer verschwinden gleich Anfang 2026
Der Abzug der Dosencontainer erfolgt gleich Anfang 2026. „Die werden dann ja nicht mehr gebraucht“, so Fischer. Für die Entsorgung von Verpackungen sind die Dualen Systeme verantwortlich. Durch die Einführung der Gelben Tonne für Leichtverpackungen (LVP) im Landkreis können diese direkt zu Hause entsorgt werden.
Anders ist die Situation beim Papier: Die bestehenden Sammel- und Verwertungsverträge laufen noch bis zum 30. Juni 2027. Dann gebe es die Chance, die Papiererfassung neu zu gestalten. Die rund 800 Papiercontainer an den offenen Standflächen werden auf den freiwerdenden Flächen der Recyclinghöfe aufgestellt.
Papier ist schon seit Jahren im Sinkflug
Durch den Rückgang der Printmedien wird seit Jahren immer weniger Papier gesammelt, was auch die Vereine bemerken. Wurden über die Container im Jahr 2007 noch 17.858 Tonnen erfasst, waren es 2024 nur noch 4.593 Tonnen. Mittlerweile ist die Blaue Tonne mit rund 60 Prozent der gesamten Menge von 21.000 Tonnen das führende Erfassungssystem der Papiersammlung und soll durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit weiter beworben werden.
Bleiben werden die Glascontainer, weil Glas nicht über die Gelbe Tonne gesammelt wird. Im Jahr 2024 wurden 7.484 Tonnen gesammelt, die auch zu nahezu 100 Prozent wieder verwertet werden können. Die Dualen Systeme investieren im Landkreis Heilbronn 2,2 Millionen Euro in die neuen Sammelbehälter, die dann die teilweise verrosteten alten Container ersetzen.
Verpackungen können weiter auf den Recyclinghöfen abgegeben werden
„Die Gelbe Tonne ist freiwillig“, betonte Beate Fischer. Trotzdem wird in nahezu allen der 100.000 Haushalte im Landkreis Heilbronn wohl ein solches Sammelbehältnis für Verpackungsmüll stehen. Dies lassen die Bestellungen vermuten. Bis zum Jahresende sollen die neuen Tonnen ausgeliefert sein – die übrigens von den Dualen Systemen und nicht über die Abfallgebühren bezahlt werden.
Wer keinen Platz für einen weiteren Behälter oder Übermengen hat, kann auch weiterhin Verpackungen aus Kunststoff und Dosen auf den Wertstoffhöfen abgeben. „Wir gehen aber davon aus, dass die Frequenz zurückgehen wird.“
Auf den Recyclinghöfen machen Verpackungen rund 20 Prozent der angelieferten Wertstoffe aus. Von den Dualen System wurden für die Sammlung bisher 1,5 Millionen Euro im Jahr gezahlt. Dies fällt mit der Einführung der LVP-Tonne im Landkreis weg. Es wird aber weiterhin statt 800 nur noch 300 Container für Leichtverpackungen auf den Recyclinghöfen geben. Die Öffnungszeiten und der Personalbestand sollen „sozialverträglich“ zurück gefahren werden.
„Thekenmodell“ für Elektroschrott
Durch eine Änderung des Elektrogesetzes werden die Kriterien für die Annahme von Elektroaltgeräten verschärft. Künftig sollen die Beschäftigten der Recyclinghöfe die Geräte entgegennehmen und in geeignete Sammelbehälter geben. Mit diesem „Thekenmodell“ soll das Risiko von Bränden durch Batterien und Akkus in Sammelcontainern reduziert werden. Aber: „Eigentlich ist der Handel ist zur Rücknahme von Elektroaltgeräten verpflichtet.“ Man wolle auf den größeren Recyclinghöfen „mit vertretbarem Aufwand“ die Rücknahme ermöglichen.
Standorte für Recyclinghöfe sollen – im Gegensatz zum Hohenlohekreis – nicht geschlossen werden, versprach der Heilbronner Landrat auf Nachfrage. „Die Nutzung wird aber beobachtet.“ Man könne kleinere Höfe in benachbarten Orte zusammenlegen oder zumindest die Öffnungstage aufeinander abstimmen, so ein Vorschlag im Betriebsausschuss.
Mit der Einführung der LVP-Tonne hoffe man, dass weniger Verpackungsmüll in der schwarzen Tonne landet. „Wir haben eines der höchsten Restmüllaufkommen in Baden-Württemberg“, beschreibt der Landrat die desolate Ausgangslage.
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Kommentare
Gisela Wieland am 15.11.2025 11:41 Uhr
Natürlich wird es so kommen.Die wilden Müllablagerungen werden zunehmen.Zu denken,dass die Leute ihren Müll nun fachgerecht entsorgen ist einfach nur blauäugig
Matthias Hamm am 14.11.2025 08:58 Uhr
Natürlich ist dieser Zustand an den Containern nicht tragbar. Allerdings frage ich mich wo dann zukünftig der Müll entsorgt wird (Parks, öffentliche Mülleimer etc.).
Ich kann mir nämlich nur schwer vorstellen dass diese "Müllsünder" ihr Verhalten ändern.