Sonderregelung
Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Antragsboom bei Windrädern in Baden-Württemberg – wie realistisch ist der Bau?

   | 
Lesezeit  2 Min
Erfolgreich kopiert!

Dank einer Sonderregelung, die das Verfahren vereinfacht, wurden in Baden-Württemberg viele Anträge für neue Windräder eingereicht. Durch die erneuerbaren Energien könnte viel Strom erzeugt werden, aber wird aus den Projekten aus ein Bau.

Von red/dpa

Externer Inhalt

Dieser externe Inhalt wird von einem Drittanbieter bereit gestellt. Aufgrund einer möglichen Datenübermittlung wird dieser Inhalt nicht dargestellt. Mehr Informationen finden Sie hierzu in der Datenschutzerklärung.

In jüngster Zeit sind in Baden-Württemberg so viele Anträge für den Bau neuer Windräder bei den Behörden eingegangen wie nie zuvor. Allein von Ende Mai bis Ende Juni seien Anträge für gut 1.100 neue Windräder eingereicht worden, teilte das Umweltministerium unter Berufung auf die Genehmigungsbehörden mit. Zum Vergleich: Derzeit drehen sich im Südwesten 803 Windräder. 

Hauptgrund des Antragsbooms ist nach Einschätzung des Umweltministeriums das Auslaufen einer Sonderregelung auf Bundesebene. Bislang galt für Windräder, die in ausgewiesenen Vorranggebieten gebaut werden sollen, ein vereinfachtes Verfahren.

Neue Windrad-Anträge in Baden-Württemberg: Zahl steigt dank Sonderregelung an

Der entsprechende Paragraf sei aber von der Bundesregierung nicht verlängert worden und zum 30. Juni ausgelaufen. Mit den Anträgen hätten sich die Windkraft-Unternehmen noch ein erleichtertes Genehmigungsverfahren gesichert, so ein Sprecher des Ministeriums.

Um seine Klimaziele erreichen zu können, muss das Land einer Studie zufolge bis 2030 Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 6,1 Megawatt installiert haben. Dieses Ziel ist aus Sicht des Umweltministeriums mit den vielen Neuanträgen nun greifbar.

Sonderregelung für Windrad-Anträge: So viel Strom könnten die Anlagen erzeugen

Die wegen des Auslaufens der Sonderregelung beantragten Anlagen hätten eine Gesamtleistung von mehr als 8500 Megawatt, teilte das Umweltministerium mit. Noch drehen sich im Südwesten Windräder mit einer Gesamtleistung von knapp 2000 Megawatt Leistung. 

Und auch den Koalitionsvertrag sieht Umweltministerin Thekla Walker damit für erfüllt an. „Damit übertreffen wir das Ziel aus dem Koalitionsvertrag, die Voraussetzungen für die Errichtung von mindestens 1000 neuen Windkraftanlagen bis 2030 zu schaffen“, sagte die Grünen-Politikerin. Der Antragsboom zeige, dass Baden-Württemberg ein attraktiver Standort für Erneuerbare Energien sei, so Walker. Doch nicht immer sind Anwohner und Vereine, die sich Naturschutz auf die Fahne geschrieben haben, von den Projekten überzeugt. Gegen den Windpark im Mönchswald gibt es beispielsweise Einwände.

Viele Anträge für Windräder: Sind die Projekte in Baden-Württemberg realisierbar?

Das Ministerium glaubt, dass sich ein Großteil der beantragten Windräder auch irgendwann drehen wird. Weil die Windkraft-Unternehmen die Anträge nur stellen durften, wenn sie sich bereits eine entsprechende Fläche gesichert haben, gehe man davon aus, dass die Projekte größtenteils realisiert würden, so der Sprecher.

Beim tatsächlichen Bau neuer Windkraftanlagen kommt der Südwesten bislang nur schleppend voran. Wie aus einer Auswertung der Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg und des Bundesverbands Windenergie hervorgeht, wurden im ersten Halbjahr dieses Jahres 13 neue Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von gut 53 Megawatt gebaut. Bundesweit waren es im selben Zeitraum mehr als 400 Anlagen an Land, davon 117 in Nordrhein-Westfalen und 91 in Niedersachsen.

Nach oben  Nach oben