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Krise beim Autobauer
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Porsche ordnet Batterieaktivitäten neu: Bei Cellforce fallen rund 200 Stellen weg

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Nun ist es traurige Gewissheit: Porsche ordnet seine Batterieaktivitäten neu, daher fallen bei der Tochter Cellforce rund 200 Stellen weg.


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Vergangene Woche waren es es zunächst nur Spekulationen, doch nun ist es offiziell, dass Porsche bei seiner Batterietochter Cellforce in Kirchentellinsfurt bei Reutlingen rund 200 von insgesamt 286 Stellen abbaut. Das solle nach Angaben des Sportwagenherstellers sozialverträglich ablaufen. Was das im Detail bedeutet, lässt Porsche aber offen.

Fakt ist, dass die Beschäftigungsgarantie der Porsche AG, die bis Ende Juli 2030 betriebsbedingte Kündigungen ausschließt, nicht für die Tochter Cellforce gilt. „Die Kündigungen bei Cellforce sollen zum 30. November erfolgen. Die Schreiben sollen im Laufe der Woche per Post zugestellt werden“, sagt Kai Lamparter von der IG Metall Reutlingen-Tübingen. Bereits vergangene Woche war bekannt geworden, dass das Unternehmen bei der zuständigen Agentur für Arbeit eine Massenentlassung angezeigt hat.

Porsche streicht bei Batterietochter Cellforce – IG Metall: „Mitten in der Urlaubszeit - das ist kein guter Stil“

„Mitten in der Urlaubszeit sollen nahezu alle Beschäftigten rausgeschmissen und die Batteriezellfertigung in in Kirchentellinsfurt beendet werden. Das ist kein guter Stil“, sagt Lamparter. Bislang gebe es zum Beispiel keine Informationen zu Abfindungen. Die Mitarbeiter seien wütend und sichtlich betroffen. Cellforce soll sich künftig auf die Forschung und Entwicklung fokussieren, wie Porsche mitteilte. „Wir ordnen unsere Batterieaktivitäten neu undkonzentrieren uns auf die Zell- und Systementwicklung“, sagt Vorstandschef Oliver Blume. „Eine eigene Fertigung von Batteriezellen verfolgt Porsche aus Volumengründen und fehlenden Skaleneffekten nicht weiter.“

Nach dem Kahlschlag bei Celllforce gibt es nun auch Gerüchte, dass Porsche die Zusammenarbeit mit Valmet beenden will - das hätte gravierende Auswirkungen auf die Batteriefabrik in Kirchardt. Aktuell läuft dort nur eine Kleinserie für Plug-in-Hybride der italienischen Audi-Tochter Lamborghini.

Porsche-Projekt in Kirchentellinsfurt wurde mit Millionensumme unterstützt

Porsche hatte den Einstieg in die Fertigung von Hochleistungs-Batteriezellen im Sommer 2021 angekündigt. Die Ansiedlung in Kirchentellinsfurt wurde mit Steuergeldern von Bund und Land gefördert. Ein Großteil der Summe von etwa 56 Millionen Euro wurde nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums ausbezahlt. Ob Porsche das Geld zurückzahlen muss, ist noch nicht bekannt.

Die VW-Tochter war im Premiumsegment schon früh einer der Vorreiter bei E-Autos. Doch der Hochlauf der Elektromobilität stockt. Im ersten Halbjahr war nicht einmal jeder fünfte Porsche ein vollelektrisches Modell. Von dem Ziel, dass die Stromer am Gesamtabsatz bis Ende des Jahrzehnts 80 Prozent ausmachen, ist das Unternehmen längst abgerückt. 

Porsche: Schwaches China-Geschäft und US-Zölle belasten das Ergebnis

Porsche steckt schon länger in der Krise. Bei der Sportwagenmarke fiel der Gewinn im ersten Halbjahr von 2,9 Milliarden Euro auf gerade einmal 732 Millionen Euro, das sind rund 70 Prozent weniger als von Januar bis Juni vergangenen Jahres. Die Rendite krachte von 16,2 auf 5,2 Prozent runter. Der Umsatz gab um 6,7 Prozent auf 18,16 Milliarden Euro nach. Vor allem in China läuft das Geschäft schwach, auch die US-Zölle auf den Import von Neuwagen belastet das Ergebnis stark. 

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