Geplante Neff-Schließung: 2000 Teilnehmer bei Protestaktion in Bretten
Mit einer Menschenkette haben rund 2000 Neff-Mitarbeiter und ihre Unterstützer in Bretten gegen die Schließung des Werks protestiert. OB Nico Morast hat die Hoffnung auf eine Rettung nicht aufgegeben.
„Die Proteste sind wichtig“, findet Brettens Oberbürgermeister Nico Morast, der ebenso wie Alt-OB Paul Metzger unter den Teilnehmern war. Er stehe mit der Konzernleitung in München in engem Austausch, so Morast, die die Hoffnung auf einen Erhalt des Standortes noch nicht aufgegeben hat.
„Das hier ist ein Traditionsstandort, im kommenden Jahr können wir 150 Jahre Neff in Bretten feiern.“ Das Werk in der Melanchthonstadt sei hochmodern, weiß Morast, „die Dunstabzugshauben für den gesamten Bosch-Siemens-Konzern werden ausschließlich hier bei uns gefertigt.“
Neff-Werk in Bretten soll schließen: Standort stand bereits 1986 auf der Kippe
Für Metzger ist es ein Déjà-vu. „1986, als Bosch-Siemens Neff gerade übernommen hatte, wollten sie schon mal schließen. Die Begründung war damals, sie könnten sich am Standort nicht erweitern.“ Metzger setzte sich dafür ein, einen Baumarkt umzusiedeln und für die Stadtwerke einen neuen Standort zu suchen und neue Gebäude zu errichten. „Das freigewordene Gelände haben wir zur Verfügung gestellt. „Da konnte Bosch-Siemens nicht mehr anders und hat erweitert und den Standort erhalten.“

„Eure Gier, unser Leid“ – Mitarbeiter protestieren in Bretten gegen Neff-Schließung
Die Polizei schätzte die Teilnehmerzahl bei der Protestaktion, zu der unter anderem die IG Metall eingeladen hatte, auf rund 2000. Auf Transparenten und Schildern waren Sprüche wie „Eure Gier, unser Leid“ oder „Neff muss bleiben“ zu lesen.
Der Neff-Mutterkonzern BSH Hausgeräte, der eine 100-prozentige Tochter von Bosch ist, will die Produktion von Dunstabzugshauben und Öfen in Bretten bis 2028 einstellen. Betroffen sind 980 Arbeitsplätze. Viele Familien in der Region sind mit dem Standort verbunden. Mitarbeiter pendeln auch aus anderen Kraichgaustädten wie Eppingen zu Neff.

Schon im Herbst hatte es Protestaktionen gegen die Werkschließung gegeben. Gewerkschaft und Betriebsrat hatten Anstrengungen gefordert, um den Standort zu erhalten. Die Produktion hat eine lange Tradition im Kraichgau. 1877, also fast vor 150 Jahren, gründete Carl Andreas Neff seine „Herd- und Ofenfabrik“ in Bretten, wo mittlerweile rund 1000 Menschen ihre Arbeitsstelle haben.
Stimme.de