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BaWü-Check: Inflation kommt im Geldbeutel an

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Der BaWü-Check zeigt: Untere Einkommensschichten sind besonders stark von steigenden Preisen betroffen. Die Stimmung in Baden-Württemberg ist auf einem Tiefststand. Was sich die Bürger jetzt vom Staat wünschen.

Zu den zahlreichen Sorgen der Baden-Württemberger rund um die Folgen des Ukraine-Kriegs, um Wirtschaftsentwicklung und Pandemie kommen nun verstärkt Inflationsängste. Vom Optimismus früherer Jahre ist wenig übrig geblieben. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung im Auftrag der baden-württembergischen Zeitungsverlage, die im Juni durchgeführt wurde.

Diesmal sind die Menschen in Baden-Württemberg besonders pessimistisch

In den 1068 Interviews, die das Institut für Demoskopie Allensbach geführt hat, wurde deutlich, dass nur knapp jeder vierte Baden-Württemberger über 18 Jahre den kommenden zwölf Monaten mit Hoffnungen entgegensieht - ein historischer Tiefststand und ein Wert, der unter dem Durchschnitt im Bundesgebiet liegt. In einer zeitgleich durchgeführten bundesweiten Befragung waren 28 Prozent der Bevölkerung noch zuversichtlich gestimmt.


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Im Zentrum aller Sorgen stehen jetzt die Preissteigerungen, die die Bürger allerdings auch schon im vergangenen Herbst umgetrieben haben. Lediglich vier Prozent stufen sie für sich persönlich als geringfügig ein.

Doch auch wenn die Inflation nahezu jeder spürt, sei die persönliche Betroffenheit "ausgeprägt schichtgebunden", schreiben die Meinungsforscher: In den unteren Einkommensgruppen fühlen sich 82 Prozent von den Preissteigerungen sehr stark oder stark belastet, in den höheren Einkommensgruppen 56 Prozent.

Viele wollen jetzt sparen

Als besonders belastend empfindet die Bevölkerung die Inflation bei den Kosten für Benzin, Strom, Lebensmittel und Heizen. Entsprechend versucht ein Großteil auch, gerade hier sparsamer zu sein und sich einzuschränken.

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51 Prozent haben ihre Restaurantbesuche reduziert, 48 Prozent schränken sich beim Kauf von Kleidung ein, 44 Prozent bei Urlaub und Reisen und 43 Prozent beim Kauf von Lebensmitteln. Ebenso viele drosseln ihren Stromverbrauch oder unternehmen weniger in ihrer Freizeit.

Das 9-Euro-Ticket kommt an

Die Maßnahme der Bundesregierung, die Auswirkungen der Inflation mit dem 9-Euro-Ticket zu dämpfen, wird begrüßt. Die Mehrheit der Baden-Württemberger würde die Fortführung eines in irgendeiner Form vergünstigten Tickets über die bislang geplanten drei Monate hinaus befürworten. Nur 22 Prozent wollen es nach den drei Monaten auslaufen lassen.

Bundesweite Umfragen des Allensbacher Instituts zeigen auch, dass die Bevölkerung infolge der Aneinanderreihung von Krisen die finanzielle Lage des Staates zwar sehr kritisch einschätzt, aber dennoch in vielen Bereichen Mehrausgaben fordert.

Vom Land erwartet die Mehrheit mehr Geld für Gesundheitseinrichtungen, Schulen, den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, die Ausstattung der Polizei, die Forschungsförderung, den Klimaschutz sowie für öffentliche Einrichtungen. Einsparpotenziale sieht man am ehesten noch bei großen Bauvorhaben, bei kulturellen Einrichtungen sowie der Sportförderung.


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Bürokratie bringt Baden-Württemberger zum Verzweifeln


Jetzt soll die Bürokratie abgebaut werden

Drängend erscheint vielen das Thema Bürokratieabbau, der für die Mehrheit keineswegs abstrakt ist, sondern auf persönlichen Erfahrungen beruht.

Ein Bereich, in dem derzeit besonders intensiv über den Abbau staatlicher Vorgaben diskutiert wird, ist der Ausbau der Infrastruktur für die Energieversorgung. Abstriche beim Natur- und Umweltschutz zu machen oder auch die Beteiligungsmöglichkeiten der Bürger einzuschränken, um den Ausbau von Windkraft und Stromtrassen zu beschleunigen, befürworten nur 31 Prozent. Um die 40 Prozent halten dies für keinen guten Weg.

 

 
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