Gehaltsreport zeigt: Baden-Württemberger gehören zu den Topverdienern
Die Düsseldorfer Online-Jobbörse Stepstone hat mehr als 920.000 Gehälter ausgewertet. Die Daten zeigen: Die Baden-Württemberger gehören in vielen Bereichen zur Spitzengruppe.
Das Jahr 2023 war von Debatten über die steigende Inflation und höhere Preise geprägt. Eine Auswertung der Online-Jobbörse Stepstone zeigt nun aber: Im Südwesten werden nach wie vor Spitzengehälter gezahlt. Für den Gehaltsreport 2024 haben die Autoren des Berichts mehr als 920.000 Gehaltsangaben von Vollzeitbeschäftigten ausgewertet.
Eine zentrale Erkenntnis: Das jährliche Bruttomediangehalt in Deutschland beträgt 43.750 Euro. Der Median bezeichnet den Wert, der genau in der Mitte aller Werte liegt. Er ist unempfindlicher gegen Ausreißer als der Durchschnitt, der von extrem hohen oder niedrigen Gehältern beeinflusst wird. Es gibt also genau so viele Menschen, die weniger verdienen wie Menschen, die mehr verdienen. Der durchschnittliche Verdienst liegt bei 50.250 Euro.
Baden-Württemberg steht beim Gehalt auf Platz drei
Die Lohnunterschiede innerhalb Deutschlands sind je nach Region aber groß. Baden-Württemberg steht hier auf Platz drei der Spitzenverdiener. Während das Mediangehalt in Hamburg 49.750 Euro und in Hessen 47.500 Euro beträgt, sind es im Südwesten 47.000 Euro.
Am niedrigsten ist der Median in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt (36.500 Euro) sowie in Thüringen (37.000 Euro). Über alle ostdeutschen Bundesländer beträgt das Ost-West-Gefälle laut Stepstone 17 Prozent (ohne Berlin).
Stimme.de berichtete bereits, wie viel Angestellte etwa bei Würth verdienen und wie Förch seine Außendienstmitarbeiter bezahlen.
Statt in Stuttgart ist das Gehaltsniveau jetzt in München am höchsten
Während Stuttgart 2022 noch an der Spitze stand, ist nun München vorgerückt. 56.250 Euro ist der mittlere Verdienst in der bayerischen Landeshauptstadt, Stuttgart liegt mit 54.500 Euro auf Platz zwei, gefolgt von Frankfurt am Main (54.250 Euro).
Ganz oben steht Baden-Württemberg aber beim Verdienst nach Bildungshintergrund. Für Nicht-Akademiker liegt der Median mit 43.750 Euro am höchsten im Vergleich der Bundesländer, für Akademiker gilt mit 60.000 Euro aber dasselbe. Mit Abstand am niedrigsten (45.750 Euro) liegt die Schwelle für Akademiker in Thüringen.
Je größer das Unternehmen, desto größer die Verdienstmöglichkeiten
Ebenfalls sichtbar wird, dass große Unternehmen beim Gehalt für Arbeitnehmer attraktiver sind. Während das Median-Gehalt in Firmen mit bis zu 50 Beschäftigten bei 38.500 Euro liegt, steigt es in Unternehmen mit 500 bis 5.000 Beschäftigten auf 50.000 Euro. Ab mehr als 5000 Mitarbeitern liegt der Median bei 53.500 Euro.
Niedrigste Gehälter im Handwerk, der Landwirtschaft und der Gastronomie
Wenig überraschend ist, dass sich Berufserfahrung beim Gehalt auszahlt. Wer zwischen einem und fünf Jahren Berufserfahrung hat, verdient weniger als das Median-Gehalt. Zwischen sechs und zehn Jahren Berufserfahrung wird dieses dann erreicht oder erstmals überschritten. Wer mehr als 25 Jahre Berufserfahrung hat, verdient mit 47.250 Euro überdurchschnittlich viel.
Laut dem Stepstone-Report werden die höchsten Gehälter im Bankenwesen, in der Luft- und Raumfahrtbranche, in der Pharmaindustrie sowie in der Wissenschaft und bei Versicherungen erzielt. Die Branchen mit den niedrigsten Gehältern sind das Handwerk, die Landwirtschaft und die Gastronomie.
Deutlich mehr Menschen sind mit ihrem Gehalt unzufrieden
Stepstone hat einen deutlichen Ausschlag bei der Zufriedenheit mit dem Gehalt festgestellt. Nur 36 Prozent der Befragten sind zufrieden oder sehr zufrieden mit ihrem Gehalt, was fast 20 Prozent weniger ist als noch im Vorjahr. Dagegen sind 64 Prozent unzufrieden oder sehr unzufrieden – ein Anstieg von fast 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

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