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Audi-Dieselprozess in München verzögert sich – erst einmal zwei Wochen Pause

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Ein kranker Schöffe, dann Faschingsferien: Der zweite große Audi-Dieselprozess geht erst einmal in eine Zwangspause. Dabei ist noch nicht einmal die Anklage ganz verlesen worden.


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Am vergangenen Montag ist in München der zweite Audi-Dieselprozess gestartet. Am ersten Verhandlungstag war es zeitlich nicht gelungen, die 119 Seiten lange Anklageschrift komplett vorzutragen.

Das muss jetzt auch noch einmal zwei Wochen warten, denn der Prozesstag an diesem Montag (9. Februar) fällt aus. Ein Ersatz-Schöffe ist krank geworden, hieß es zur Begründung vonseiten des Gerichts. Für 16. Februar war wegen der bayerischen Faschingsferien sowieso kein Verhandlungstag anberaumt. Nun soll es erst am 23. Februar weitergehen.

Diesen und nächsten Montag bleibt der Gerichtssaal in München leer. Der Audi-Dieselprozess wird erst am 23. Februar fortgesetzt.
Diesen und nächsten Montag bleibt der Gerichtssaal in München leer. Der Audi-Dieselprozess wird erst am 23. Februar fortgesetzt.  Foto: Lukas Barth-Tuttas

Dieselprozess: Vier ehemalige Topmanager müssen sich verantworten

Auf der Anklagebank sitzen die beiden ehemaligen Audi-Vorstandsmitglieder Stefan Knirsch und Ulrich Hackenberg, beide verantworteten einst die Technische Entwicklung. Ein weiterer Angeklagter ist Richard Bauder, der von 1993 bis zu seinem Ruhestand 2012 die Dieselmotoren-Entwicklung bei Audi am Standort Neckarsulm verantwortet hat. Vierter im Bunde ist Axel Eiser, der einst für die gesamte Aggregate-Entwicklung bei Audi zuständig war.

Den vier Angeklagten wird unter anderem Betrug, mittelbare Falschbeurkundung sowie strafbare Werbung vorgeworfen. Wie komplex das ganze Thema ist, zeigt sich zum Prozessauftakt. Im Kern geht es wie beim ersten Prozess auch um eine unzulässige Software, die die Dieselfahrzeuge auf dem Prüfstand die vorgegebenen Werte einhalten ließ, im normalen Straßenbetrieb hingegen nicht.

Erfahrungen aus anderen Verfahren sollen Prozess beschleunigen

Im Prozess gegen die vier ehemaligen Audi-Manager will die Münchner Justiz versuchen, die offenen Strafverfahren zu beschleunigen. Die Komplexität der Abgasreinigung und interner Unternehmensentscheidungen hatte frühere Verfahren stark verzögert, von den dort gewonnenen Erkenntnissen wollen die Juristen nun profitieren.

Der Vorsitzende Richter Andreas Bayer hat 50 Verhandlungstermine bis Ende Oktober angesetzt, erste Zeugen sind ab 2. März geladen. Nun aber ist erst einmal zwei Wochen Pause, bis am 23. Februar der Rest der Anklage verlesen wird.

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