Greta Thunberg in Mannheim: Kritikern stößt Teilnahme an Palästina-Demo sauer auf
Bei einer Palästina-Demonstration in Mannheim wird auch Klimaaktivistin Greta Thunberg erwartet. Doch ihre Auftritte liefen zuletzt nicht immer reibungslos ab.
Klimaschutz und Solidarität mit Palästina: Greta Thunberg steht inzwischen für beides – und wird nun auch bei einer Demonstration in Mannheim erwartet. Der geplante Auftritt der Aktivistin gefällt jedoch nicht jedem und stößt gerade der Südwest-CDU sauer auf. "Greta Thunberg bewegt sich sehr bewusst in einer gefährlichen Nähe zum Antisemitismus. Ihre Aussagen und ihr Verhalten sind inzwischen zu einem richtigen Problem geworden", erklärte Landeschef Manuel Hagel.
Greta Thunberg bei Palästina-Demo in Mannheim erwartet: 200 Teilnehmer angemeldet
Nach Angaben der Stadt hat eine Privatperson für Freitag ab 18.00 Uhr eine stationäre Kundgebung mit Podiumsgespräch samt 200 Teilnehmern auf dem Marktplatz G1 angemeldet. "Der Veranstalter hat der Versammlungsbehörde mitgeteilt, dass Greta Thunberg als Rednerin zugesagt hat", teilte eine Sprecherin mit. Zuerst hatte der "Mannheimer Morgen" über den geplanten Auftritt berichtet.
Im Internet hat die Gruppe "Zaytouna Rhein-Neckar-Kreis" eine Veranstaltung angekündigt. Es gehe um Solidarität mit Palästina und der Klimabewegung.
Der Veranstalter hat nach Auskunft der Stadt schon in der Vergangenheit Versammlungen in Mannheim durchgeführt. "Es gab hierbei keine Vorfälle." Ein Gespräch vorab stehe noch aus. Die Versammlungsbehörde sei im Austausch mit der Polizei. Diese sieht nach erster Einschätzung kein Gefahrenpotenzial.
Kritik an Auftritt von Greta Thunberg: Aktivistin bei Palästina-Demo in Mannheim erwartet
Die Schwedin Thunberg, die als Klimaaktivistin weltweite Bekanntheit erlangte, hat sich seit dem Angriff der islamistischen Hamas auf Israel vor mehr als einem Jahr und dem darauffolgenden militärischen Vorgehen Israels im Gazastreifen mehrfach mit den Palästinensern solidarisiert und Israel Völkermord vorgeworfen. Kritiker werfen der 21-Jährigen Einseitigkeit vor.
"Mannheim braucht keine Bühne für solche menschenverachtenden Positionen und unser Land braucht die Anwesenheit von Leuten wie Greta Thunberg nicht", betonte Hagel, der auch Vorsitzender der CDU-Fraktion im Landtag ist. "Frau Thunberg und ihre Freunde legen es darauf an, unser Land zu spalten und gegen gesellschaftliche Gruppen auf perfide Weise zu hetzen."

Von den Grünen als Koalitionspartner forderte Hagel eine klare Ansage: "Ist Frau Thunberg immer noch die grüne Ikone, zu der sie die Grünen gemacht haben?" Wer die Aussage "Nie wieder ist jetzt" ernst nehme, dürfe nicht schweigend wegschauen. "Jetzt wäre genau der richtige Zeitpunkt für die Grünen, um zu sagen: Dieser Personenkult um Greta Thunberg ist ein Fehler."
Bereits mehrfache Thunberg-Auftritte in der Vergangenheit – mit Zwischenfällen
Vor zwei Monaten hatte die Polizei in Dortmund ein propalästinensisches Protestcamp kurz vor dem geplanten Besuch Thunbergs verboten und aufgelöst. Es habe die konkrete Gefahr antisemitischer Straftaten bestanden.
In einer ersten Mitteilung hatte die Polizei Thunberg als "gewaltbereite Person" bezeichnet. Später räumte sie einen "internen Fehler" ein: "Nicht sie als Person ist gewaltbereit, ihr Einfluss auf die Versammlung kann zu gewalttätigen Handlungen gegen Personen und Eigentum führen", hieß es. Thunberg warf den Behörden vor, Aktivisten zu bedrohen und zum Schweigen zu bringen.
Mehrmals ist Thunberg bei Demonstrationen in verschiedenen Ländern auch festgenommen worden, dabei in erster Linie bei Klimaprotesten.
Stimme.de