Fridays for Future sorgt mit antisemitischem Instagram-Beitrag für Wirbel
Die Rede ist von "Gehirnwäsche" und Israel wird als "Unterdrücker" bezeichnet. Dafür erntet die Bewegung Kritik vom baden-württembergischen Antisemitismusbeauftragten. Es ist nicht der erste Vorfall.

Auf der Instagram-Seite von Fridays for Future International ist am Mittwochabend ein antisemitischer Beitrag veröffentlicht worden. In dem Posting heißt es, westliche Medien würden im Israel-Konflikt Gehirnwäsche betreiben. Es wird behauptet, Medien würden verschweigen, dass Israel durch "Kolonisation" das "indigene palästinensische Land gestohlen" habe.
Weiter heißt es, es gebe in dem Konflikt keine zwei Seiten. "Eine [Seite] ist Unterdrücker, eine Unterdrückter." Außerdem würden westliche Medien und Politiker Schlagworte wie "islamischer Antisemitismus" nutzen, um "Palästinenser zu entmenschlichen und als böse zu framen. Als etwas, das gemeinsam bekämpft werden muss, zum Wohle der Menschheit". Der Beitrag schließt mit einem Aufruf, dass alles getan werden müsse, um dagegen aufzubegehren.
Fridays for Future sorgt mit antisemitischem Instagram-Beitrag für Wirbel
Der internationale Account von Fridays for Future (FFF) ist schon mehrmals aufgefallen. So sprach im Januar 2023 ein Beitrag von "unmenschlichen Verbrechen Israels", im Mai 2021 war von "Märtyrern" in Palästina die Rede.
Deutscher Ableger distanziert sich
Damit ist die Klima-Bewegung ins Visier von Michael Blume gerückt, Antisemitismusbeauftragter in Baden-Württemberg. Er habe schon 2021 kritisiert, dass der internationale FFF-Account antisemitische Inhalte teilt.
"Wir nehmen dabei auch wahr, dass sich FFF Deutschland früh und klar distanziert hat", erklärt Blume auf Stimme-Anfrage. Dennoch werden die Vorfälle im Antisemitismusbericht stehen, mit dem sich der Landtag am 9. November befasst.
Deutschland und die EU müssten FFF International klar machen, "dass die Unterstützung von Antisemitismus und Terrorismus nicht mehr in den Bereich der Meinungsfreiheit fallen und Konsequenzen haben müssen". Wer Massaker der Hamas als anti-kolonialistischen Widerstand romantisiere, unterstütze die Ermordung von Israelis und die Unterdrückung der palästinensischen Bevölkerung durch die Hamas.
Auf dem deutschen Account der Klima-Aktivistengruppe wurde der fragwürdige Beitrag nicht verbreitet. FFF-Deutschland hatte sich vergangenen Freitag geäußert. "Wir sind solidarisch mit den Opfern der Gewalt der Hamas, verurteilen den Terror", heißt es darin. "Wir sehen das Leid der Zivilbevölkerung und insbesondere der Kinder in Gaza." Das sei kein Widerspruch.
Auf Stimme-Anfrage erklärte das Presse-Team knapp, FFF-International spreche nicht für die Bewegung in Deutschland. "Die Posts werden nicht mit uns abgestimmt, und entsprechen selbstverständlich nicht unserer Haltung."
Greta Thunberg und der Krake
Auch Greta Thunberg, die Gründerin der Aktivisten-Gruppe, stand kürzlich in der Kritik. Sie hatte ein Foto auf ihrer Instagram-Seite gepostet, auf dem sie ein Plakat mit der Aufschrift "Stand with Gaza" hält. Dazu schreibt die 20-Jährige: "Heute streiken wir aus Solidarität mit Palästina und Gaza. Die Welt muss laut werden und sich für sofortigen Waffenstillstand, Gerechtigkeit und Freiheit für Palästinenser und betroffene Zivilisten fordern."
Für Kritik sorgte ein Stofftier-Krake, der auf dem Foto prominent zu sehen war. Das sei "ein antisemitischer Code für eine vermeintliche jüdische/zionistische Weltverschwörung und dafür, dass Juden angeblich die Welt und die Medien kontrollieren", schrieb Anna Staroselski, Vizepräsidentin der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, auf X (Twitter).
Thunberg reagierte und lud ein Foto ohne den Kraken hoch. Im Text schrieb sie, das Stofftier werde von Autisten genutzt, um Gefühle auszudrücken. Dass das Tier als antisemitisch aufgefasst werden könnte, habe sie nicht gewusst. "Wir verurteilen Antisemitismus in allen Formen und Ausprägungen."




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