Engelbergtunnel gesperrt – was das für Speditionen und Reisebusse bedeutet
Bis der Engelbergtunnel an der A81 bei Leonberg nach einem Brand wieder offen sein wird, ist unklar. Für Spediteure und Reisebusunternehmen hat die Sperrung dieser wichtigen Südachse Folgen.
Bis der Engelbergtunnel bei Leonberg nach einem Lkw-Brand wieder öffnet, wird es noch dauern. Die Strecke der A81 nach Süden Richtung Singen ist dicht. Der Verkehr aus Heilbronn muss an der Ausfahrt Stuttgart-Feuerbach runter und über Teile von Stuttgart-Weilimdorf, Leonberg und Stuttgart-Vaihingen fahren.
Engelbergtunnel nach Lkw-Brand gesperrt: Umleitung sorgt für massive Staus im Berufsverkehr
Laut dem Polizeipräsidium Ludwigsburg staut es sich auf der Umleitungsstrecke enorm, vor allem im Berufsverkehr. „So lange die Sperrung der Weströhre des Engelbergtunnels andauert, dürfte die gesamte Verkehrssituation angespannt bleiben“, heißt es in der Polizeimitteilung. „Dem Fernverkehr wird empfohlen, den Bereich nach Möglichkeit weiträumig zu umfahren.“
Wie lange der Tunnel Richtung Süden gesperrt sein wird, ist weiter unklar. Die Autobahn GmbH des Bundes konnte auf Anfrage am Donnerstagmorgen keinen neuen Stand nennen.
Krautheimer Spediteur Roland Rüdinger: Engelbergtunnel-Sperrung kostet viel Geld
Was bedeutet die Sperrung für Speditionen, die auf der Nord-Süd-Achse unterwegs sind? „Ganz einfach: Das kostet uns viel Geld“, sagt Roland Rüdinger, Geschäftsführer der Rüdinger Spedition in Krautheim. „Es verlängert die Fahrzeit, es ist Stau, wir werden unpünktlicher.“
Er schätzt, dass täglich rund zehn Lastwagen seiner Spedition durch den Tunnel fahren. Die Umleitung zu fahren koste etwa 50 Euro und bis zu 40 Minuten Zeitverlust. „Das ist schmerzhaft“, sagt Rüdinger. Aber es bleibe eben nichts anderes übrig, als dort zu fahren, wo es geht.
Logistikkonzern DSV kritisiert: Ausweichrouten nicht für so viel Verkehr ausgelegt
Ganz ähnlich bestätigt die Situation eine Sprecherin von DSV in Deutschland, einer Tochter des dänischen Logistikkonzerns. „Die Sperrung des Engelbergtunnels führt im Schwerlastverkehr zu spürbaren Verzögerungen, da keine gleichwertigen Ausweichrouten zur Verfügung stehen.“ Vor allem bei zeitkritischen Lieferungen sei die Planung nun aufwendiger, damit sie rechtzeitig ankommen.
„Die Umleitungsstrecken sind zwar für den Lkw-Verkehr freigegeben, jedoch nicht auf das aktuell erhöhte Verkehrsaufkommen ausgelegt“, betont die DSV-Sprecherin außerdem. Dadurch würden längere Fahrzeiten und Engpässe im Logistikbetrieb entstehen. Der Konzern reagiere darauf mit früheren Abfahrten und an die Tunnelsperrung angepassten Routenplanungen. „Trotz aller Maßnahmen bleibt die Situation anspruchsvoll.“ Kunden würden fortlaufend über mögliche Verzögerungen informiert.
Flixbus von Sperrung stark betroffen: Puffer im Fahrplan sollen Verspätungen abfedern
Auch den Fernbusanbieter Flixbus trifft die Engelbergtunnel-Sperrung stark. Betroffen sind alle Linien, die von Norden kommen, in Kornwestheim halten und nach Westen weiterfahren. Ebenfalls Umwege fahren müssen alle Busse, die am Stuttgarter Flughafen halten und nach Norden weiterfahren. Das sind in der Regel auch die Linien, die in Heilbronn Halt machen.
Ein Sprecher des Unternehmens Flix beruhigt. „Unsere Betriebssteuerung verfolgt alle Flixbusse in Echtzeit und kann so bei Verspätungen Anschlussreisende frühzeitig umbuchen und Fahrgäste allgemein zeitnah über Änderungen im Fahrtablauf informieren.“ Außerdem seien die Fahrpläne „generell mit viel Puffer geplant, um Verspätungen, soweit es geht, abzufedern“.
Fahrzeuge blockieren Bahnübergang: Störungen bei Strohgäubahn wegen Engelbergtunnel-Sperrung
Zeitweise Störungen gab es außerdem bei der Strohgäubahn zwischen Korntal und Heimerdingen. Die Nebenbahn fährt dort im Halbstundentakt, außerdem gibt es einen Schülerzug. Dass es auf der Strecke zu Verspätungen kommt, liegt laut einer Mitteilung des Landratsamts in Ludwigsburg an der Sperrung des Engelbergtunnels: Teilweise staut sich der Verkehr auf der Umleitungsstrecke in Heimerdingen bis auf den Bahnübergang, weshalb die Züge nicht weiterfahren können. „Grundsätzlich kann daher nicht in allen Fällen der Fahrplan eingehalten werden. Auch der Anschluss an die S-Bahn in Korntal kann davon betroffen sein“, teilt die Landratsamtssprecherin mit.



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