Was Passanten in Heilbronn vom Wahlausgang halten
Bei einer Straßenumfrage in der Heilbronner Innenstadt gehen die Meinungen zum Ausgang der Bundestagswahl weit auseinander: Bürger reden von Machtgehabe, Schnittmengen und Sympathien.

Am Marktplatz, am Neckar, an Bushaltestellen: Nicht überall, aber an vielen Ecken der Heilbronner Innenstadt hallt der Wahlsonntag gestern nach. Olaf Neubig aus Sontheim verschafft sich am Zeitungs-Schaufenster vor der Stimme-Geschäftsstelle an der Allee 2 einen Überblick. "Viel Veränderung wird es bei diesen Ergebnissen wohl nicht geben", meint der 64-Jährige. Und: "Die CDU ist selber schuld an ihrem Debakel. Die haben den falschen Kanzlerkandidaten aufgestellt und damit der SPD erst zum Aufschwung verholfen."
Dieter Müller aus Heilbronn bedauert es, dass keine große Partei eine eindeutige Mehrheit bekam. "Nun wird sich die Regierungsbildung ziemlich in die Länge ziehen." Immerhin: "Schön, dass bei der Koalitionsfrage Rot-Rot-Grün ausgeschlossen ist."
Mit Söder besser ausgesehen?
"Leider hat die AfD immer noch zu viele Stimmen bekommen", betont Esther Gesierich, die aber ansonsten "ganz froh über den Wahlausgang" ist, weil es ihrer Meinung nach auf eine rot-grüne Regierungsbeteiligung hinauslaufen dürfte. "Den Laschet mag ich einfach nicht, der zeigte auch schon bei der Kandidatenfrage so ein Machtgehabe". Mit Söder hätte es für die CDU/CSU "bestimmt anders ausgesehen", meint die 58-Jährige.
Wahlalter bitte senken!
Lilly Augustin und Rafaela Iakovi, die beide 16 sind, bedauern, dass man erst mit 18 Jahren wählen darf. "Schließlich betreffen die großen Zukunftsthemen doch vor allem junge Menschen", betont Lilly, wobei Rafaela meint, dass mit einer Herabsetzung des Wahlalters auch die politische Bildung im Schulunterricht intensiviert werden müsste. Beide bedauern es sehr, dass Angela Merkel nicht mehr angetreten ist. "Das ist schade." Vom Wahlausgang sind sie insgesamt nicht überrascht, wobei sich die Teenager für die Grünen mehr Stimmen erhofft hätten, "weil sie zukunftsorientiert sind und auch an uns Jugendliche denken".
Ob sich wohl was ändert?
Anders Frank von Eynern. Der gebürtige Krefelder "kann nicht verstehen, dass die Grünen so viele Stimmen bekommen haben und dass die so viele junge Leute wählen". Beruhigt ist er, dass es zu keiner rot-rot-grünen Koalition kommen wird. Aus seinen Sympathien für die Christdemokraten macht der 54-Jährige keinen Hehl, wobei die in der bisherigen Legislaturperiode nicht viel bewegt hätten. Ob es nun in einer von der SPD dominierten Regierung besser wird, mag er nicht zu sagen. "Ich fürchte eher, dass sich nichts ändert."
Koalitionsfrage ziemlich offen
Angelika Stolorz hat sich die endgültigen Wahlergebnisse "noch nicht so genau anguckt". Wichtig ist der 20-Jährigen vor allem, "dass die Grünen nicht an die Macht kommen, vor allem wegen Steuererhöhungen und Tempo-Grenzen auf der Autobahn". Was die Koalitionsbildung betrifft, zeigt sie sich sowohl für die SPD als auch für die CDU offen, wobei "die FDP irgendwie mit reinkommen sollte, die hat mit beiden Schnittmengen".
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