TFA im Neckar: Solvay reduziert Eintrag um zwei Drittel
Das Solvay-Chemiewerk in Bad Wimpfen hat die Einleitung der Chemikalie TFA in den Neckar um zwei Drittel reduziert. Mit dem Regierungspräsidium Stuttgart hat die Firma eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung abgeschlossen und so die angedrohte Stilllegung wichtiger Anlagen verhindert.

Das Solvay-Chemiewerk in Bad Wimpfen hat die Einleitung der im Trinkwasser unerwünschten Chemikalie TFA in den Neckar dauerhaft um zwei Drittel reduziert. Mit dem Regierungspräsidium Stuttgart hat die Firma eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung abgeschlossen und so die angedrohte Stilllegung wichtiger Anlagen verhindert.
Damit ist die Zukunft des Standorts gesichert, erklärte Werkleiter Uwe Männel. Im vergangenen Jahr waren im Trinkwasser im Rhein-Neckar-Raum erhöhte Werte an Trifluoracetat (TFA) nachgewiesen worden.
Auf der Suche nach der Ursache wurde man bei der Solvay Fluor in Bad Wimpfen fündig. Beim Herstellungsprozess unterschiedlicher Chemikalien entsteht dort TFA, das im Wasser gelöst in den Neckar geleitet wird. Nachträglich kann der Stoff nicht mehr vom Wasser getrennt werden.
Eine Anlage stillgelegt
Auf Hinwirken des Regierungspräsidiums Stuttgart hat Solvay als Sofortmaßnahme die Herstellung von Trifluoressigsäure eingestellt. Hier gibt es eine weitere Anlage in Frankreich. Inzwischen wurden auch Möglichkeiten gefunden, die TFA-Fracht aus der Herstellung der Agrar-Chemikalie ETFBO deutlich zu reduzieren.
Insgesamt investiert Solvay für die Anpassungen mehr als eine Million Euro - "eine Summe, die uns sehr weh tut", wie Werkleiter Männel betont. Positiv sei zu bewerten, dass man somit auch in Zukunft auf der sicheren Seite sei, sollten für den Stoff Grenzwerte eingeführt werden. Ein Sachverständige der Universität Stuttgart begleite das Projekt. "Somit ist auch von neutraler Seite sichergestellt, dass wir den Stand der Technik anwenden", sagt Männel. Das geschehe im Übrigen freiwillig.
Bis auf die stillgelegte Trifluoressigsäureproduktion sollen ab Sommer alle Anlagen wieder unter Volllast laufen. Der TFA-Eintrag in den Neckar bleibe bei rund einem Drittel der zuvor eingeleiteten Menge. Das sei eine vernünftige Lösung.
Jubiläumsfeier im Sommer
Bei der 200-Jahr-Feier im Juli könne man dann mit Stolz festhalten, dass Solvay hier seinen Beitrag zur Verbesserung geleistet habe. Auch wenn dem Werkleiter wichtig ist, dass das Trifluoracetat für Mensch und Ökologie nicht kritisch einzustufen sei. Experten sehen trotzdem die Notwendigkeit, auch solche Stoffe nicht in zu hohen Konzentrationen in Flüsse und Trinkwasser gelangen zu lassen, da sie nur sehr langsam wieder abgebaut werden können.
TFA im Neckar:
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