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Meinung: Der VW-Chef setzt alles auf eine Karte

  
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Herbert Diess schwört Aktionäre und Mitarbeiter auf die neue Strategie ein. Das ist richtig, aber nicht ohne Risiko, fürchtet unser Autor.

Natürlich bietet eine Hauptversammlung die Chance, nicht nur Aktionäre, sondern auch die eigenen Mitarbeiter von einer Strategie zu überzeugen. VW-Chef Herbert Diess malt die automobile Zukunft also in den schönsten Farben aus.


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Dabei schießt er im Detail deutlich über das Ziel hinaus, wenn er sich explizit vorstellt, dass künftig Kinder sogar allein im autonom fahrenden Auto unterwegs sein können. Das ist gesellschaftlich gesehen allerdings keine Idealvorstellung, sondern wirft Fragen auf, die schnellstens geklärt werden müssen. Ansonsten stecken die Kleinsten ganz schnell auf der Autobahn im Stau zwischen allen anderen Nutzern autonomer und klassischer Mobilität fest.

Nur keine Widerworte

Doch auf solche Spitzfindigkeiten kommt es Diess nicht an. Nach dem Dieselskandal - der noch immer konsequent beschönigend als "Dieselthematik" bezeichnet wird - soll jeder erkennen, dass VW ab sofort nachhaltig klimafreundlich und intelligent unterwegs ist.


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Mit klaren Ansagen will Diess keinen Platz lassen für störende Zwischentöne, das kennt man schon von seiner unzweideutigen Ausrichtung auf batterieelektrische Mobilität.

Diess und VW müssen eben nicht nur technisch, sondern auch kommunikativ mit Elon Musk und Tesla mithalten. Die Aktienmärkte haben diese Strategie bereits honoriert. Je stringenter eine Strategie aber ist, desto größer ist die Gefahr, dass im Unternehmen auch im Detail keine konstruktive Kritik mehr erlaubt ist. Womöglich notwendige Korrekturen sind dann nicht mehr möglich. Diess muss bewusst sein: Wer alles auf eine Karte setzt, kann auch verlieren.

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