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Meinung: Wieder in der Spielhölle

  
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Der Dax steigt und steigt. Manches hat sich von Fundamentaldaten und gesundem Menschenverstand abgekoppelt. Trotzdem funktioniert Geldanlage ohne Aktien nicht, meint unser Autor.

Der Dax hat also die nächste 1000er-Hürde genommen. 16.000 Punkte überschritt der deutsche Leitindex am Freitag. Das Signal scheint zu sein: In der Wirtschaft macht sich keiner mehr Sorgen um die Auswirkungen des Klimawandels, der Pandemie oder auch nur der anstehenden Bundestagswahl.

Das könnte ein Trugschluss sein. Denn keine Sorgen machen sich allenfalls die Anleger auf dem Parkett oder am Handy - wo auch immer man heute mit großen Summen jongliert.

Die meisten haben Angst, den nächsten Anstieg zu verpassen

Und auch das stimmt nicht ganz. Sorgen dürften sich die meisten von ihnen schon machen. Aber solange alle Gewinne davontragen, will keiner die Rally verpassen. Schließlich übersprang der Dax in diesem Jahr bereits die 14 000- und die 15 000-Punkte-Marke. Läuft.

Wie sehr sich das Anlegerverhalten aber von den Fundamentaldaten abgekoppelt hat, zeigt sich am Beispiel der Kryptowährungen und der sogenannten Meme-Aktien, die durch Twittermeldungen und Absprachen in Reddit-Foren nach oben gepeitscht und dann wieder fallen gelassen werden.

Hier verkommt die Börse zu jener "Spielhölle für Schrottwerte", die der Spiegel 2001 schon am damals taumelnden Neuen Markt erkannte. Derzeit geht vieles einfach zu schnell.

Keine voreiligen Schlüsse ziehen

Wieder werden sich jetzt viele Fragen, wann die nächste Korrektur erfolgt, wann sich womöglich der Wind dreht. Die Antwort weiß keiner. So kann man auf dieser Grundlage auch nicht seine Werte vermehren. Vorsichtigen Anlegern bleibt nichts anderes, als auf ein ausgewogenes Portfolio zu achten. Aktien gehören da heute genauso hinein wie vor zwei oder vor zehn Jahren.

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