Spitzentreffen in Baden-Württemberg
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Trumps Zollpläne sind laut Kretschmann ein „Angriff auf den internationalen Handel“

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Bei einem Spitzentreffen am Donnerstag wird in Stuttgart über Trumps Zollpolitik diskutiert. Baden-Württemberg spricht sich gegen Strafzölle sowie für einen Freihandel und einen Dialog aus. 


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Nachdem US-Präsident Donald Trump eine 90-tägige Pause von bestimmten Zöllen angekündigt hatte, setzen die baden-württembergische Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften im Zollstreit auf Gespräche zwischen den USA und der Europäischen Union, um eine weitere Eskalation zu vermeiden. 

US-Präsident Donald Trump hatte in der vergangenen Woche mit der Ankündigung hoher Einfuhrzölle eine Talfahrt an den Börsen ausgelöst. Nach heftigen Turbulenzen an Börsen und Finanzmärkten änderte er am Mittwoch seinen Kurs und setzte gerade erst in Kraft getretene Zusatzzölle für 90 Tage aus.

Trumps Zölle sind laut Kretschmann ein „Angriff auf den internationalen Handel“

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sagte in Stuttgart nach einem Spitzentreffen: „Die einseitige Erhöhung der Zölle durch die US-amerikanische Regierung wäre ein Angriff auf den internationalen Handel und würde den Wohlstand in weiten Teilen der Welt aufs Spiel setzen.“

Die exportstarke Industrie in Baden-Württemberg wäre davon besonders betroffen – insbesondere durch die Zölle auf importierte Autos und Autoteile.

90-tägige Zoll-Pause müsse zu einem fairen Deal führen

Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) sagte, es sei wichtig, dass die EU auf Dialog und Verhandlungen setze. Die 90-tägige Pause müsse nun genutzt werden, um zu einem fairen Deal zu kommen, auch für den Automobilsektor. Die Zölle in Höhe von 25 Prozent auf Autoimporte treffen vor allem Audi, VW und BMW

Für die meisten Länder soll aber weiter ein allgemeiner Importzoll von zehn Prozent gelten. Die EU will nun geplante Gegenzölle auf US-Produkte vorerst nicht in Kraft setzen

Bei Spitzentreffen zu Trumps Zöllen: Teilnehmer sprechen sich für Freihandel aus

Die Teilnehmer des Spitzengesprächs sprachen sich gegen Strafzölle und für den Freihandel aus. LBBW-Chef Rainer Neske sagte, in der aktuellen Herausforderung seien zwei Dinge entscheidend: „Ein geeintes und strategisches Handeln der EU. Und ein beherztes und kraftvolles Vorantreiben unserer eigenen Transformation hier in Deutschland. Denn wenn wir heute nicht das Notwendige tun, müssen wir morgen das Untragbare schultern.“ DGB-Landeschef Kai Burmeister betonte, es müsse alles getan werden, um Arbeitsplätze zu sichern.

Der Hauptgeschäftsführer Verband der Chemischen Industrie André Olveira-Lenz, verwies darauf, dass die USA für die Branche ein wichtiger Handelspartner seien. Die Chemie stehe am Anfang aller hochwertigen Wertschöpfungsketten, die internationalen Verflechtungen seien eng.

Der Präsident des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertags meinte, es brauche eine geschlossene europäische Reaktion – besonnen, aber mit klarer Haltung. „Entscheidend ist, dass Brüssel eng mit den Mitgliedstaaten und der Wirtschaft zusammenarbeitet. Nur mit diesem Schulterschluss entsteht eine glaubwürdige und handlungsfähige Linie.“

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