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Iran-Krieg
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Ölpreis sinkt wieder – geben auch die Spritpreise in Deutschland nach? 

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Nach Trumps Äußerung zu einem baldigen Kriegsende im Iran entspannt sich die Lage an den Rohölmärkten. Finanzminister Lars Klingbeil will Preistreiberei der Mineralölkonzerne an den Tankstellen unterbinden.

von Jürgen Paul und dpa

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Der drastische Anstieg der Ölpreise in Folge des Iran-Kriegs ist vorerst gestoppt. Hauptgrund dafür sind die jüngsten Äußerungen von US-Präsident Donald Trump. Er hatte dem US-Sender CBS News am Montag gesagt: „Ich denke, der Krieg ist so gut wie beendet.“

Am Dienstagmorgen wurde Rohöl der Sorte Brent mit Lieferung im Mai für 93,14 Dollar je Barrel (159 Liter) gehandelt – das sind knapp sechs Prozent weniger als am Vortag. Im Vergleich zu der Zeit vor dem Iran-Krieg ist Öl aber immer noch rund 30 Prozent teurer.

Drastischer Anstieg: Am Montag zog der Ölpreis um mehr als 120 US-Dollar an

In der Nacht zum Montag hatte die Furcht vor Ölknappheit den Preis für die Referenzsorte Brent noch auf mehr als 120 Dollar je Barrel getrieben. Das war der höchste Stand seit dem Sommer 2022. Hauptgrund für diesen massiven Preisanstieg war die Tatsache, dass aufgrund des Kriegs im Iran die bedeutende Ölförderroute, die Straße von Hormus, praktisch zum Erliegen gekommen ist. Das treibt die Preise für Rohöl und verstärkt die Sorgen vor langfristigen Lieferproblemen und steigender Inflation.

Gebremst wurde der jüngste Anstieg beim Rohöl auch durch die Nachricht, dass die führenden westlichen Industriestaaten (G7) erwägen, ihre nationalen Erdölreserven freizugeben, um den Preisanstieg zu bremsen.

Die Blockade der Straße von Hormus entscheidet über die Entwicklung der Ölpreise

Entscheidend für die weitere Entwicklung des Ölpreises wird Experten zufolge die Frage sein, wie lange die Straße von Hormus am Persischen Golf blockiert sein wird. „Je länger die Straße geschlossen bleibt, desto mehr Produktion dürfte in der Region heruntergefahren werden müssen“, teilt das Bankhaus Metzler mit. Trump hatte zwar kürzlich angekündigt, Öltanker durch die Straße von Hormus zu eskortieren, nannte aber keine Details zur Umsetzung dieses Vorhabens.

Preise an der Zapfsäule: Bislang noch steigend – ADAC-Expertin gibt Einschätzung ab

Als Folge des wieder rückläufigen Ölpreises könnten die zuletzt stark gestiegenen Spritpreise in Deutschland sinken. Am Montag stiegen die Preise an den Zapfsäulen nicht mehr so schnell an wie an den Vortagen. Am Dienstagmorgen um 7.15 Uhr – in normalen Zeiten ist Sprit dann im Tagesverlauf am teuersten – kostete ein Liter E10 im bundesweiten Schnitt 2,095 Euro, ein Liter Diesel liegt bei 2,237 Euro.

Beides war damit deutlich teurer als am Montag zur selben Zeit. Das weise für die Preise eher nach oben, sagte eine ADAC-Sprecherin. Dabei sinke der Ölpreis inzwischen wieder. Eigentlich müsse man daher im weiteren Verlauf auch wieder sinkende Spritpreise sehen. 

Abzocke an der Tankstelle? Finanzminister Klingbeil kritisiert Mineralölkonzerne

Die Kritik an den Mineralölkonzernen reißt freilich nicht ab. „Wir sehen, dass eine Preistreiberei stattfindet, dass die aktuelle geopolitische Situation ausgenutzt wird, um die eigenen Gewinne nach oben zu schrauben“, sagte Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) bei einem EU-Finanzministertreffen am Montag in Brüssel.

Er will innerhalb der Bundesregierung darüber beraten, welche Maßnahmen man den Mineralölkonzernen entgegensetzen könne. Klingbeil denkt etwa daran, die Transparenzpflichten der Konzerne zu verschärfen. Er denkt auch an eine Vorgabe, dass die Spritpreise nur einmal am Tag erhöht werden dürfen. Dies könne schnell und ohne langwierigen Gesetzgebungsprozess umgesetzt werden, sagte Klingbeil.

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