Die Finanzlage des VW-Konzerns bleibt angespannt
Im vergangenen Jahr ist der Gewinn des VW-Konzerns deutlich eingebrochen. Das wird sich angesichts der US-Zölle und der Schwäche in China nicht so schnell ändern, glaubt unser Autor.
Einige werden sich jetzt wieder zu Wort melden und sagen, dass doch alles halb so schlimm ist. Ja, der VW-Konzern ist mit immer noch fast sieben Milliarden Euro Gewinn im vergangenen Jahr sicher mit einem blauen Auge davongekommen. Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Lage bei Europas größtem Autobauer weiter sehr angespannt bleibt. Die Belastungen aus den US-Zöllen werden den Konzern ohne Änderung der Trump-Regierung weiter heftig belasten. Viel schlimmer noch: Auf dem größten Automarkt der Welt sehen die Marken des VW-Konzerns derzeit nur noch die Rücklichter der Konkurrenz. In China ist nicht die Frage wann, sondern ob es überhaupt gelingt, noch einmal das Niveau der goldenen Jahre im Reich der Mitte zu erreichen.
Audi schlägt sich noch wacker, Porsche schreibt noch eine schwarze Null
Am Schlimmsten für den VW-Konzern ist der Schlingerkurs der beiden Ertragsperlen Audi und Porsche. Die Marke mit den vier Ringen hat sich 2025 noch wacker geschlagen und mehr als drei Milliarden Euro vor Steuern erwirtschaftet. In Zuffenhausen hingegen verzeichnet man einen so noch die dagewesenen Absturz. Porsche schreibt quasi fast nur noch eine schwarze Null und wird wohl so schnell auch nicht wieder auf die Beine kommen. Den Fokus voll auf Elektromobilität kam bei den Kunden nicht gut an, nun sollen die Verbrenner länger laufen als zunächst geplant.
Verbrenner und E-Autos: Beides zu machen verschlingt sehr viel Geld
Das ist das vielleicht größte Problem nicht nur des VW-Konzerns, sondern fast aller Hersteller: Das Neue machen ohne das Alte zu lassen. Die Parallel-Entwicklung von Verbrennern und E-Autos verschlingt unfassbar viel Geld, ohne das am Ende mehr in der Kasse bleibt. Der Kunde hat zwar mehr Auswahl, der Absatz bleibt aber gleich oder sinkt im schlimmsten Fall sogar. Daher ist das Glas im Moment halb leer im VW-Konzern, nicht halb voll, trotz des immer noch ansehnlichen Gewinns. Autos in Deutschland zu fertigen wird immer unrentabler. Daher stellt sich nun auch die Frage, ob die bisherigen Sparprogramme überhaupt ausreichen. Und auch die IG Metall wird sich gut überlegen müssen, welche Forderungen sie in der nächsten Tarifrunde im Herbst noch stellen kann. Am Ende wird jeder seinen Beitrag leisten müssen, damit der Autostandort Deutschland eine Zukunft hat.
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