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Mogelpackung

Kritik an 12-Uhr-Tankregel: ADAC hält Regelung für „kontraproduktiv“

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Der Iran-Krieg sorgt seit zwei Monaten für immens hohe Benzinpreise an den Tankstellen. Die 12-Uhr-Tankregel hat keine Besserung gebracht und steht nun in der Kritik.


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Tanken bleibt eine sehr teure Sache. Daran ändert auch die 12-Uhr-Tankregel nichts – sie besagt, dass Tankstellen nur noch einmal täglich um 12 Uhr ihre Preise erhöhen dürfen. An den sechs Tagen nach Einführung der Regel, die es in Österreich schon lange gibt, hatte der Dieselpreis im Tagesdurchschnitt jeweils ein neues Allzeithoch erreicht.

Die Kraftstoffpreise vom vergangenen Sonntag, 26. April, lagen über dem Niveau der Vortage. Der Preis für einen Liter Super E10 betrug im bundesweiten Durchschnitt 2,099 Euro, ein Liter Diesel kostete 2,195 Euro. 

ADAC hält die 12-Uhr-Tankregel für kontraproduktiv

Die Erfahrungen nach den ersten Wochen der 12-Uhr-Regel zeigen nach Angaben des ADAC, dass die Spritpreise kurz vor 12 Uhr stark ansteigen und dann bis zum Abend in abnehmender Geschwindigkeit fallen. Nachts gebe es kaum Preisbewegungen. Erst ab dem nächsten Morgen sinken die Preise nach Berechnungen des Automobilclubs wieder etwas, bis erneut der Anstieg um 12 Uhr mittags vollzogen wird. Somit sei der günstigste Tankzeitpunkt im Tagesverlauf kurz vor dem einmaligen Erhöhungszeitpunkt am Mittag.

Geht es nach dem ADAC, soll die Bundesregierung die 12-Uhr-Regel wieder abschaffen. Die Regelung sei „kontraproduktiv“, sagt ein ADAC-Sprecher. Seit der Einführung lasse sich beobachten, „dass die Mineralölkonzerne die einmalige Chance der Erhöhung für Risikoaufschläge nutzen“. Aral wehrt sich gegen den Vorwurf, sich am Konflikt im Nahen Osten zu bereichern. Vorstandschef Achim Bothe verweist darauf, dass die Steuern auf Mineralöl in Deutschland besonders hoch sind und der Staat vom Benzinpreis an der Zapfsäule 60 Prozent beansprucht.

Studie: 12-Uhr-Tankregel steigert Gewinner der Mineralölkonzerne

Die 12-Uhr-Tankregel für Preiserhöhungen an Tankstellen hat der Mineralölindustrie einer Studie zufolge zusätzliche Gewinne verschafft. Bei Superbenzin lag die Gewinnmarge in den ersten zwei Wochen nach Einführung der Regel demnach im Schnitt um 6 Cent pro Liter höher als in den zwei Wochen davor. Für Diesel fanden die Forscher des ZEW Mannheim (Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung) und des Düsseldorfer Instituts für Wettbewerbsökonomie (DICE) keinen eindeutigen Effekt.

„Das Maßnahmenpaket hat bisher nicht dazu geführt, das Preisniveau zu senken. Insbesondere bei Benzin stiegen die Gewinnmargen erheblich“, sagt Autorin Leona Jung vom DICE. Bei Diesel hätten die Margen im Beobachtungszeitraum stark geschwankt, sagt Mitautor Jacob Schildknecht vom ZEW. Daher lasse sich der Anstieg dort aktuell nicht belastbar quantifizieren. Es deute aber einiges darauf hin, dass es auch bei Diesel einen Effekt geben könnte. 

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