Kik ist die Abkürzung für „Kunde ist König“ und wurde 1994 gegründet. Inzwischen ist die Kette in 14 europäischen Ländern vertreten. Im Jahr 2024 verzeichnete das Unternehmen einen Umsatz von 2,4 Milliarden Euro. In Deutschland zählt Kik zu den Einzelhändlern mit den meisten Verkaufsstellen.
Kik schließt rund 300 Filialen – Strategie des Discounters nicht aufgegangen
In ganz Europa, aber vor allem in Deutschland schließt der Discounter Kik rund 300 Filialen. Welche Standorte sind betroffen?
Der Textil- und Haushaltswaren-Discounter Kik schließt in diesem Jahr Hunderte Filialen. Das teilte der Geschäftsführer des Unternehmens in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur mit. Ende 2026 sollen demnach europaweit gut 4000 Kik-Filialen geben: 300 Geschäfte schließen, 75 werden neu eröffnet.
Auch der deutsche Markt sei betroffen. Hier sollen 135 Filialen zu machen. Einige der Standorte seien bereits geschlossen worden, andere folgen in den kommenden Monaten. Aber warum schließen so viele Filialen? „Wir trimmen unser Portfolio auf Profitabilität“, sagte Geschäftsführer und Finanzvorstand Christian Kümmel. Die Rechnung, dass bei fünf neuen Filialen auch fünfmal so viele Kunden kämen, sei nicht ganz aufgegangen.
Kik schließt 300 Filialen – wo es den Discounter im Raum Heilbronn und Hohenlohe gibt.
Kik habe „dicht expandiert“ – das werde nun wieder zurückgebaut. Denn viele Filialen liegen nah beieinander. Das zeigt sich teilweise auch im Raum Heilbronn und dem Hohenlohekreis. An diesen Standorten gibt es derzeit Kik-Filialen:
- Bad Friedrichshall, Rathausplatz
- Bönnigheim, Seestraße
- Bretzfeld-Rappach, Burgwiesenstraße
- Eppingen, Postweg
- Güglingen, Emil-Weber-Straße
- Heilbronn, Am Wollhaus
- Heilbronn, Berliner Platz
- Künzelsau, Bergstraße
- Lauffen, Bahnhofstraße
- Leingarten, Eppinger Straße
- Neckarsulm, Am Wildacker
- Neckarsulm, Rötelstraße
- Neuenstadt am Kocher, Gymnasiumstraße
- Offenau, Talweg
- Öhringen, Büttelbronner Straße
Ob einer der Standort um Heilbronn oder dem Hohenlohekreis von den Schließungen betroffen ist, ist jedoch nicht klar. Eine vollständige Liste der Geschäfte, die schließen sollen oder bereits aufgegeben wurden, legte Kik nicht vor. Zahlreiche Beschäftigte seien bislang nicht informiert worden, hieß es. Diese sollen in anderen Filialen weiterhin beschäftigt werden. 19.000 Menschen arbeiten allein in Deutschland für den Discounter.
Discounter Kik schließt 300 Standorte: Funktioniert das Geschäftsmodell noch?
Das Unternehmen hatte im September 2025 angekündigt, unrentable Filialen zu schließen, um seine Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Bereits Ende des Jahres waren einige Geschäfte dichtgemacht worden. Laut Kümmel wurden in der Vergangenheit bereits etwa 100 Filialen pro Jahr geschlossen, die Zahl der Neueröffnungen sei jedoch stets höher gewesen.
Das Geschäftsmodell von Kik funktioniert nach Angaben von Kümmel weiterhin gut. „Unsere loyale Kundschaft wächst.“ Dennoch spürt das Unternehmen die Kaufzurückhaltung der Verbraucherinnen und Verbraucher. „Zwar erhält der Discount insgesamt Zulauf. Wir sehen aber, dass der ein oder andere Einkauf weggelassen wird.“ Kümmel zufolge hat sich das Konsumverhalten verändert. „Es gibt eine hohe Wechselbereitschaft und Preissensibilität bei Kunden.“
Der Geschäftsführer sieht einen zunehmenden Wettbewerbsdruck – durch stationäre Händler wie Woolworth, NKD und Action sowie asiatische Shopping-Plattformen wie Shein und Temu. An seinem Konzept möchte Kik aber grundsätzlich festhalten und vornehmlich Textildiscounter sein. Kernzielgruppe sollen weiterhin Frauen zwischen 30 und 60 Jahren mit ihren Familien sein. Rund 60 Prozent des Sortiments entfallen auf Textilien, der Rest auf Non-Food-Produkte wie Haushaltswaren und Deko.
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