Unruhen in Mexiko – keine Einschränkungen bei Audi in San José Chiapa
Nach dem Tod des mexikanischen Drogenbosses „El Mencho“ überziehen seine Anhänger das Land mit einer Welle der Gewalt. Audi betreibt in Mexiko eine Fabrik. So ist die Lage vor Ort.
Der 59-jährige Drogenboss Nemesio Oseguera Cervantes alias „El Mencho“ kam am vergangenen Sonntag (22. Februar) infolge eines Militäreinsatzes zu seiner Festnahme im westlichen Bundesstaat Jalisco ums Leben. Daraufhin errichteten Bandenmitglieder rund 250 Straßenblockaden in 20 der 32 mexikanischen Bundesstaaten. Auch Geschäfte wurden in Brand gesetzt.
Mindestens 74 Menschen kamen bei Attacken des Kartells ums Leben, darunter 25 Mitglieder der Nationalgarde. Soldaten räumten am Montag mit verbrannten Autos blockierte Straßen. Behörden, darunter die deutsche Botschaft, rufen zur Vorsicht auf. Reisebüros in der Region beraten ihre Kundschaft entsprechend.
Audi beschäftigt in seinem mexikanischen Werk knapp 5700 Menschen
Seit fast zehn Jahren betreibt der Autobauer Audi in Mexiko einen eigenen Standort. Das Werk steht auf einer Fläche von 460 Hektar in San José Chiapa, 60 Kilometer entfernt von Puebla in Zentralmexiko. Mit exakt 2400 Metern über dem Meeresspiegel wist es das höchstgelegene Werk des VW-Konzerns. Rund 5700 Menschen sind bei Audi dort angestellt, sie fertigen den neuen Q5 für den Weltmarkt.

Rund um das Audi-Werk in San José Chiapa und auch in Puebla, wo Volkswagen eine Produktionsstätte betreibt, gibt es nach Angaben der Unternehmen aktuell keine Sicherheitsprobleme oder Einschränkungen.
Audi: Keine sicherheitsrelevanten Auswirkungen auf das Werk in Mexiko
„Audi beobachtet die Lage in Mexiko mit großer Sorge. Die Sicherheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, unserer Partner und unseres Standortes hat für uns höchste Priorität“, sagte eine Unternehmenssprecherin auf Anfrage der Heilbronner Stimme. „Wir stehen in engem Austausch mit den Behörden und unseren Kolleginnen und Kollegen vor Ort, um die Situation kontinuierlich zu bewerten und bei Bedarf entsprechende Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen.“ Nach aktuellem Kenntnisstand gebe es keine Hinweise auf direkte sicherheitsrelevante Auswirkungen auf den Standort in San José Chiapa.
„Wir beobachten die Situation fortlaufend und bewerten mögliche Auswirkungen auf unsere Produktion. Aufgrund der dynamischen Entwicklungen haben wir uns entschieden, eine Schicht vom 23. Februar auf den 28. Februar zu verschieben“, so die Sprecherin weiter. Diese kurzfristige Anpassung der Fahrweise innerhalb der Produktionswoche habe keine Auswirkungen auf das Produktionsvolumen. Ansonsten laufe die Produktion wie geplant.
„Aufgrund anhaltender Verkehrseinschränkungen im Land bedingt durch die angespannte Sicherheitslage, können Versorgungseinschränkungen weiterhin nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden. Wir stehen im engen Austausch mit unseren Lieferanten und Spediteuren vor Ort, um den Inbound und Outbound des Werks zu gewährleisten“, sagt die Sprecherin. Aktuell sind nach Angaben des Autobauers 50 sogenannte Expats, von den deutschen Standorten entsandte Audi-Beschäftigte, in Mexiko tätig.
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