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Studie zur globale Auto-Industrie
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VW, BMW & Co. in der Krise: Wo die Performance deutscher Hersteller noch gut ist

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Umsätze gehen deutlich zurück, Gewinne brechen ein: Die Automobilbauer stecken in einer Krise. Vor allem die Etablierten stehen unter Druck. In einigen Bereichen schneiden die deutschen Hersteller aber erstaunlich gut ab.


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Die globale Automobilindustrie steht vor einer breiten Konsolidierungswelle, die auch etablierte Unternehmenunter erheblichen Transformationsdruck setzt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Center of Automotive Management. Wichtige Indikatoren sind laut Herausgeber die insgesamt rückläufigen Gewinne und Profitmargen der wichtigsten 14 globalen Automobilhersteller im Gesamtjahr 2024. Zwar büßen demnach deutsche Autobauer ebenfalls ein – stehen in einigen Punkten aber immer noch gut da.

Mit deutlichem Abstand bleibt Toyota der absatzstärkste globale Automobilhersteller mit 10,7 Millionen Pkw. Auf Platz zwei folgt mit Volkswagen jedoch schon ein deutsches Unternehmen. Die Wolfsburger setzten im Vorjahr 8,7 Millionen Autos ab. Die Hyundai Group als Dritter kam immerhin noch auf 7,2 Millionen. Insgesamt weisen jedoch zehn der 14 wichtigsten Automobilhersteller rückläufige Verkäufe aus.

Auch Mercedes meldete für 2024 einen Gewinneinbruch. Die Stuttgarter zählen im globalen Vergleich bei der Ebit-Marge aber immer noch zu den Besten.
Auch Mercedes meldete für 2024 einen Gewinneinbruch. Die Stuttgarter zählen im globalen Vergleich bei der Ebit-Marge aber immer noch zu den Besten.  Foto: Bernd Weißbrod

Automobil-Branche: Chinesische Hersteller gehören zu den größten Gewinnern

BMW verzeichnete nach Angaben der Herausgeber mit 6,1 Prozent einen der deutlichsten Absatzrückgänge im globalen Ranking. Auch die deutschen Hersteller VW und Mercedes verbuchen Rückgänge von 2,3 beziehungsweise 2,1 Prozent. Klare Gewinner in Sachen Absatz sind die chinesischen Herstellergruppen BYD und Geely: BYD verkaufte mit einem Plus von 42 Prozent 4,3 Millionen Fahrzeuge – und steigt zum siebtgrößten Automobilkonzern der Welt auf. Geely steigerte seine Verkäufe um ein Fünftel und nimmt Platz zehn ein.

Der operative Gewinn der Automobilhersteller ist im Jahr 2024 um 20,9 Prozent stark zurückgegangen. Besonders signifikante Rückgänge sind bei Stellantis (minus 82 Prozent) und Nissan (minus 75 Prozent) zu verzeichnen. Mit BMW (minus 38) und Mercedes (minus 31) trifft es aber auch zwei deutsche Autobauer hart. Der Gewinn von Tesla brach 2024 um 20 Prozent ein. Der US-Autobauer steht aufgrund der Rolle seines Gründers Elon Musk in der Regierung von US-Präsident Donald Trump enorm unter Druck. In Europa ging es für Tesla zuletzt steil bergab. Die stark rückläufigen Profite haben bei den Herstellern bereits zu erheblichen Kosteneinsparungsprogrammen geführt.

Bei der Profit-Marge sind Mercedes und BMW ganz vorne dabei

Trotz ebenfalls rückläufiger Ebit-Margen stehen die deutschen Premiumhersteller beim Profit immer noch gut da. Hinter Toyota mit 10,3 Prozent rangieren Mercedes (9,3 Prozent) und BMW (8,1 Prozent) auf den Rängen zwei und drei. Dagegen liegt die Profitmarge von Volkswagen mit 5,9 Prozent unter dem Durchschnitt der 14 ausgewählten Automobilhersteller.

„Ein Amalgam aus ökonomischen Wachstumsschwächen und unsicheren Rahmenbedingungen in Kernmärkten sowie die großen technologischen Transformationsherausforderungen mit einer hohen Wettbewerbsintensivität von neuen Akteuren wird in den nächsten Jahren das Gesicht der Automobilindustrie massiv verändern“, sagt Studienleiter Stefan Bratzel.

Der Automobilexperte erwartet in den nächsten Jahren einen darwinistischen Ausleseprozess, bei dem einige Unternehmen ausscheiden oder ihre Unabhängigkeit verlieren. „Dies gilt sowohl für Newcomer im Bereich der Elektromobilität als auch für einige etablierte Automobilhersteller und Automobilzulieferer.“ Um auch künftig erfolgreich zu sein, brauche es Attribute wie Innovation, Geschwindigkeit sowie Kosteneffizienz und Flexibilität.

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