Mercedes-Chef Källenius fährt eine riskante Strategie
Die Zahlen beim Premium-Autobauer aus Stuttgart sind schlecht. Und es ist nicht ausgemacht, dass es es in absehbarer Zeit besser wird, meint unser Kommentator.

Da konnte sich Ola Källenius noch so viel Mühe geben, Optimismus zu verbreiten – die Zahlen von Mercedes-Benz sind schlecht. Zumindest wenn man wie die Stuttgarter den Anspruch hat: Das Beste oder nichts. Absatz und Umsatz rückläufig, Gewinn und Rendite eingebrochen. Das ist die maue Bilanz des Autobauers für das Jahr 2024. Und der Vorstandschef erwartet ein noch schlechteres 2025. Der stolze Stern aus Stuttgart funkelt nicht mehr so hell wie in früheren Jahren.
Mercedes-Benz muss die Kosten senken und die Effizienz erhöhen
Woher nimmt Källenius seinen Optimismus? Einerseits aus dem strammen Sparprogramm, dass der Vorstand dem Konzern verordnet hat. Kosten runter, Effizienz hoch, das ist unerlässlich, um international wettbewerbsfähig zu bleiben. Mit der Ankündigung, keine Werke in Deutschland zu schließen und Personalabbau vor allem über die natürliche Fluktuation umzusetzen, dürfte der Vorstand Betriebsräte und Mitarbeiter beruhigt haben.
Der neue Mercedes CLA wird sicherlich kein Schnäppchen
Die zweite Säule der Zuversicht ist die Modelloffensive, die die Schwaben auf den Weg gebracht haben. Die neue C-Klasse steht in wenigen Wochen bei den Händlern, die Kunden können wählen zwischen einem Elektromodell oder einem Mildhybrid. Ob sie zugreifen, wird auch am Preis hängen, über den sich Mercedes-Benz ausschweigt. Ein Schnäppchen wird der CLA aber gewiss nicht, denn Källenius hält an seiner Luxus-Strategie fest. Das ist riskant, wie die zurückliegenden Jahre zeigen. Denn die einst so Mercedes-verliebten Chinesen greifen immer häufiger zu heimischen Modellen. Doch wenn dieser wichtige Markt nicht schnell wieder anspringt, wird Källenius’ ehrgeiziger Plan nicht aufgehen.
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