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Protest nach İmamoğlu-Verhaftung
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Audi droht ein Boykott in der Türkei – Autobauer äußert sich

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In der Türkei kommt es nach der Inhaftierung des designierten Präsidentschaftsbewerbers Ekrem Imamoglu immer wieder zu Massenprotesten. Nun wird zu Boykotten verschiedener Firmen aufgerufen, die auch Audi treffen könnten.


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Hunderttausende Menschen versammelten sich in zuletzt in der türkischen Metropole Istanbul, um für den inhaftierten Ekrem Imamoglu und gegen die Politik des türkischen Präsidenten Erdogan zu protestieren. Die Proteste richten sich auch gegen den Nachrichtensender NTV, der nicht über die Demonstrationen berichtet.

Massenproteste in der Türkei: Boykotte gegen Unternehmen geplant

Die Opposition will nun aber nicht nur den TV-Sender NTV boykottieren, sondern auch Unternehmen, die dort Werbung schalten. Inzwischen boykottieren die Gegner des türkischen Präsidenten eine ganze Reihe von Firmen, die entweder in Verbindung zu Erdogan stehen oder denen regierungstreue Medien gehören.

Auf der Liste stehen nicht nur Firmen wie die Kaffeekette Espressolab oder die Buchläden von D&R, sondern auch Volkswagen und Audi, deren türkischer Vertrieb über die Doğuş Holding läuft – ihr gehört der Sender NTV, berichte die „Süddeutsche Zeitung“.

Audi hat im vergangenen Jahr in der Türkei 19.841 Fahrzeuge ausgeliefert. Nun rufen Teil der Bevölkerung zu einem Boykott des Autobauers auf.
Audi hat im vergangenen Jahr in der Türkei 19.841 Fahrzeuge ausgeliefert. Nun rufen Teil der Bevölkerung zu einem Boykott des Autobauers auf.  Foto: Julian Stratenschulte

Boykott in der Türkei gegen Audi? Unternehmen äußert sich

„Die Audi AG seit vielen Jahren in der Türkei vertreten. Mit dem Importeur Doğus Otomotiv verbindet uns eine langjährige Geschäftsbeziehung im Automobilsektor“, teilt eine Audi-Sprecherin auf Anfrage der Heilbronner Stimme mit.

"Die aktuellen Entwicklungen innerhalb der türkischen Republik beobachten wir genau. Wir hoffen, dass sich die politische Situation schnell lösen lässt und die berechtigten Interessen der gesamten Bevölkerung Berücksichtigung finden. Wir vertrauen dabei auch auf den türkischen Rechtsstaat. Die Unabhängigkeit der Gerichtsbarkeit ist grundlegend für wirtschaftliche Planungssicherheit und unternehmerischen Erfolg."


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Audi in der Türkei: So viele Autos werden abgesetzt

Audi hat im vergangenen Jahr in der Türkei 19.841 Fahrzeuge an Kundinnen und Kunden übergeben. Autos aus dem Ausland sind mitunter sehr teuer in der Türkei, da der Staat die Sonderverbrauchssteuer ÖTV erhebt. Sie berechnet sich abhängig vom Nettopreis und dem Hubraum des jeweiligen Fahrzeugs.

Das hat zur Folge, dass ein Audi-Modell in der Türkei zwischen zehn und mehr als 200 Prozent mehr kostet als in Deutschland. Ein Audi, der hierzulande 50.000 Euro kostet, würde somit in der Türkei umgerechnet mit bis zu 150.000 Euro und mehr in der Preisliste stehen.

 

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