DAX tritt auf der Stelle – Notenbanken, Ölpreis und Iran im Fokus
Der Rohölpreis steigt, die Iran-Verhandlungen stocken und gleich vier Notenbanken entscheiden diese Woche über die Zinsen – der DAX wartet ab.
- DAX bei 24.085 Punkten – Anleger warten vor geballter Notenbank-Woche ab
- Bank of Japan lässt Zinsen unverändert – Inflationsprognose deutlich angehoben
- Marktbericht der Börse Stuttgart: Neue Tankpreisregel erhöht Margen der Betreiber – keine Entlastung für Verbraucher
Der DAX hat die vergangene Woche mit einem Verlust von 2,3 Prozent abgeschlossen – und auch zum Wochenstart am Montag nicht erholt. Am Dienstag, 28. April, bleibt die Lage angespannt: Der Rohölpreis steigt im Tagesverlauf weiter, der Iran-Konflikt liefert keine neuen Signale, und gleich vier Notenbanken stehen in dieser Woche vor richtungsweisenden Entscheidungen. Dazu kommt die wichtigste Tech-Berichtssaison des Jahres – Google, Microsoft, Amazon und Apple melden ihre Quartalszahlen. Die Märkte warten ab.
Börse Stuttgart Marktbericht: Notenbanken, Tankpreise und ein stabiler DAX
ie die Börse Stuttgart in ihrem Marktbericht vom 28. April einordnet, dominiert an den Märkten Zurückhaltung vor einer ereignisreichen Notenbank-Woche. Die Bank of Japan beließ ihren Leitzins bei 0,75 Prozent, hob die Inflationsprognose jedoch deutlich von 1,9 auf 2,8 Prozent an und senkte die Wachstumserwartung von 1,0 auf 0,5 Prozent – als Hauptgrund nennt sie die gestiegenen Rohölpreise. Im Wochenverlauf folgen die Zinsentscheidungen der US-Notenbank Fed am Mittwoch sowie der EZB und der Bank of England am Donnerstag.
Ebenfalls im Marktbericht thematisiert: Eine Studie des ZEW Mannheim und des Düsseldorfer Instituts für Wettbewerbsökonomie zeigt, dass die seit 1. April geltende 12-Uhr-Tankpreisregelung die Margen der Tankstellenbetreiber um rund sechs Cent pro Liter erhöht hat. Studienautorin Leona Jung betonte: "Das Maßnahmenpaket hat bisher nicht dazu geführt, das Preisniveau zu senken".
Aktuelle Kurse (Stand: 13:11–13:14 Uhr):
- DAX: 24.085,14 Punkte (0,00 %)
- Euro Stoxx 50: 5.878,52 Punkte (+0,31 %)
- S&P 500: 7.151,07 Punkte (−0,36 %, vorbörsliche Indikation)
- Nasdaq 100: 27.068,62 Punkte (−0,87 %, vorbörsliche Indikation)
- Nikkei: 59.917,46 Punkte (−1,02 %)
- FTSE China A50: 15.544,70 Punkte (−0,01 %)
- Brent-Öl: 104,58 US-Dollar je Barrel (+2,64 %) – steigt im Tagesverlauf weiter
Iran-Konflikt und Wall Street: Kein Rückenwind für Frankfurt
Der Iran-Konflikt bleibt zentraler Belastungsfaktor für die Märkte. Laut einem dpa-Bericht verstärken die USA ihre Seestreitkräfte im Persischen Golf – inzwischen mit einem dritten Flugzeugträger. Ziel der US-Seeblockade ist es, dem Iran Einnahmen aus dem Ölexport zu entziehen und die Führung in Teheran an den Verhandlungstisch zu zwingen. Einen neuen iranischen Friedensvorschlag – der eine Öffnung der Straße von Hormus vorsieht – bewertet US-Präsident Donald Trump laut Wall Street Journal und New York Times skeptisch. Er hege Zweifel an der Aufrichtigkeit der iranischen Führung.
Ob wirtschaftlicher Druck allein den Iran zum Einlenken bringt, ist unter Experten umstritten. Hamidreza Azizi vom Deutschen Institut für Internationale Politik und Sicherheit – einer Berliner Forschungseinrichtung – sagte dem US-finanzierten Auslandssender Radio Free Europe/Radio Liberty: „Wirtschaftlicher Druck allein wird den Iran nicht zu Zugeständnissen bewegen, die er nicht bereits unter militärischem Druck gemacht hat." Marktanalyst Andreas Lipkow von CMC Markets fasste die Börsenstimmung laut dpa so zusammen: „Der Großteil der Anleger wartet ab und fokussiert sich auf nur wenige Unternehmen."
An der Wall Street rettete Nvidia am Vorabend den S&P 500 vor einem Tagesverlust und markierte ein neues Allzeithoch. Markus Koch – CNBC-Korrespondent – warnte in seinem YouTube-Kanal, der Markt sei derzeit „für Perfection gepriced": Diese Woche melden Google, Microsoft, Amazon und Apple ihre Quartalszahlen – und die Erwartungen sind hoch. Aus Asien kam kein positives Signal: Der Nikkei schloss bei 59.917 Punkten (−1,02 %), der FTSE China A50 blieb nahezu stabil.
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine individuelle Finanz- oder Anlageberatung dar. Kryptowährungen unterliegen hohen Kursschwankungen. Bitte konsultieren Sie bei konkreten Anlageentscheidungen einen unabhängigen Finanzberater.
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