Stimme+
Energie
Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Zehn Jahre Windpark im Harthäuser Wald: Feier bei Wind und Sonnenschein

   | 
Lesezeit  2 Min
audio Anhören
Erfolgreich kopiert!

Einst war der Windpark im Harthäuser Wald umstritten. Nun freuen sich die Betreiber Zeag und Energiegenosseenschaften über zehn Jahre Wind- und Solarstrom. Und auch die Kommunen profitieren. 


Externer Inhalt

Dieser externe Inhalt wird von einem Drittanbieter bereit gestellt. Aufgrund einer möglichen Datenübermittlung wird dieser Inhalt nicht dargestellt. Mehr Informationen finden Sie hierzu in der Datenschutzerklärung.

Fast scheint es so, als richte sich das Wetter nach dem Anlass: Zur Feier weht der Wind so stark, dass die Windräder sich drehen, und zugleich strahlt die Sonne vom blauen Himmel. Ideale Bedingungen also, um zu verdeutlichen, wie ein Hybridpark funktioniert: Im Harthäuser Wald produzieren Photovoltaikanlagen und Windräder gleichzeitig Strom und speisen ihn gemeinsam ins Netz ein.

Weil die ersten 14 Windräder vor zehn Jahren in Betrieb gingen, haben die Betreiber, der Heilbronner Energieversorger Zeag und die Bürgerenergiegenossenschaft, sich zu einer Feier am Seehaus getroffen. Schließlich haben hier Pioniere für ihre Idee gekämpft, sagt Zeag-Vorstand Franc Schütz und nennt den ehemaligen Hardthausner Bürgermeister Harry Brunnet und den langjährigen Zeag-Manager Harald Endreß.

Vor zehn Jahren gingen die ersten 14 Windräder im Harthäuser Wald ans Netz.
Vor zehn Jahren gingen die ersten 14 Windräder im Harthäuser Wald ans Netz.  Foto: Heiko Fritze

Zehn Jahre Windpark im Harthäuser Wald: Die Zeag will noch viele Millionen in der Region investieren

Aus ihrer Vision habe sich – auch gegen viele Widerstände – eine Erfolgsgeschichte entwickelt. Das habe auch die Zeag maßgeblich geprägt – heute erzeuge das Unternehmen fast nur noch grünen Strom. „Der Grundstein dazu wurde hier gelegt“, sagt Schütz. Nun habe sich die EnBW-Tochter vorgenommen, eine Milliarde Euro in den Ausbau erneuerbarer Energien zu investieren, davon 750 Millionen Euro in der Region. Dabei sollen auch wieder Genossenschaften in den Kommunen eingebunden werden. „Wir nehmen gemeinsam die Zukunft in die Hand“, verspricht der Vorstand.

„Damals war ich noch Zaungast“, erinnert sich Hardthausens heutiger Bürgermeister Thomas Einfalt an die Einweihungsfeier. „Für viele von uns ist es kaum zu glauben, dass sich die Räder schon zehn Jahre drehen.“ Der Protest gegen die Anlagen sei weitgehend verstummt. Stattdessen profitierten die Kommunen von den Erträgen aus den Wind- und Solaranlagen. „Wir können heute feststellen, welchen Mehrwert die Entscheidungen von damals geschaffen haben: Wir bekommen saubere Energie, Pachteinnahmen und eine Verankerung in der Bürgerschaft dank der Genossenschaft“, meint er.

Zur kleinen Jubiläumsfeier demonstrierte das Wartungsteam der Zeag die Solarpark-Kontrolle mit Drohne.
Zur kleinen Jubiläumsfeier demonstrierte das Wartungsteam der Zeag die Solarpark-Kontrolle mit Drohne.  Foto: Heiko Fritze

Die etwa 50 Gäste machen sich dann auf den Weg, quer durch den Solarpark bis zu einem der 18 Windräder, in das sie einen Blick werfen dürfen. Jedes Windrad hat eine Leistung von drei Megawatt, erläutert vor Ort Thomas Lang, Betriebsleiter Energieanlagen bei der Zeag. Die Anlagen sind alle vom gleichen Typ des ostfriesischen Herstellers Enercon und haben einen Rotordurchmesser von 115 Metern.

Nach dem Bau der ersten 14 Windräder ab dem Jahr 2015, die im folgenden Jahr ans Netz gingen, wurden 2017 noch vier weitere Anlagen hinzugefügt, berichtet er. 2021 errichtete die Zeag zusätzlich den Photovoltaikpark am Seehaus mit etwa 22.000 Solarmodulen. Sie kommen auf eine Leistung von neun Megawatt Peak, so dass der gesamte heutige Hybridpark es auf eine Leistung von 63 Megawatt bringt und immer noch zu den größten in Baden-Württemberg zählt. Das Seehaus selbst wurde 2023 und 2024 zu einem Infozentrum zu dem Projekt umgebaut.

So viel Strom wird im Harthäuser Wald erzeugt

Seit 2016 seien bereits 900 Millionen Kilowattstunden aus den Windrädern erzeugt worden, berichtet Lang, also 90 Millionen Kilowattstunden pro Jahr im Schnitt. Der Solarpark steuere weitere neun Millionen Kilowattstunden pro Jahr bei. Rein rechnerisch reiche dies für den Stromverbrauch von etwa 40.000 Haushalten aus – und damit könnten also mehr versorgt werden, als es in den beteiligten Kommunen Hardthausen, Widdern und Möckmühl Wohnungen gibt. „Wir haben im Grunde genommen einen zu großen Park gebaut“, meint Lang und grinst. „Aber wir wollen ja auch viele weitere Haushalte damit versorgen.“

Der Hybridpark im Harthäuser Wald wächst nicht mehr weiter. Doch Zeag-Chef Schütz wirft nicht ohne Grund Regionaldirektor Andreas Schumm einen Blick zu. Schließlich arbeitet der Regionalverband an der Fertigstellung der Teilfortschreibung Windenergie. Und daraus dürften sich viele neue Projekte für die Zeag und örtliche Partner ergeben.

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben