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Würth-Gruppe erzielt Umsatzrekord – Marktanteile in schwierigem Umfeld gewonnen

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Gemessen an den eigenen Ansprüchen ist das Geschäftsjahr 2025 nach vorläufigen Zahlen für die Künzelsauer Würth-Gruppe verhalten ausgefallen. Mit Blick auf die Rahmenbedingungen aber sind die Verantwortlichen zufrieden.   


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Für die Würth-Gruppe war auch 2025 kein leichtes Jahr – immerhin aber ein besseres als 2024. Nach vorläufigen Zahlen, die das Künzelsauer Unternehmen am Mittwoch vorstellte, verzeichnet der Konzern ein leichtes Umsatzwachstum auf 20,7 Milliarden Euro – und erreicht damit wieder einen Rekordumsatz. Das entspricht einem Plus von 2,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum – währungsbereinigt sind es 3,2 Prozent.

Mit Blick auf die geopolitisch bewegten Zeiten und vor dem Hintergrund des im dritten Jahr in Folge fehlenden Wirtschaftswachstums in Deutschland ist das für die Verantwortlichen ein zufriedenstellendes Ergebnis. „Trotz des Trends haben wir uns als Gruppe relativ gut geschlagen“, sagte Robert Friedmann, Sprecher der Konzernführung gegenüber der Heilbronner Stimme.

Für die Würth-Gruppe war auch 2025 kein leichtes Jahr, im Vergleich zu 2024 aber ging es wieder leicht bergauf. Diesen Schwung wollen die Verantwortlichen nun für 2026 mitnehmen.
Für die Würth-Gruppe war auch 2025 kein leichtes Jahr, im Vergleich zu 2024 aber ging es wieder leicht bergauf. Diesen Schwung wollen die Verantwortlichen nun für 2026 mitnehmen.  Foto: Bernd Weißbrod

Würth-Gruppe gewinnt auch in schwierigen Zeiten Marktanteile

Gemessen an den Konzern-Ansprüchen freilich, dem „Würth-Standard“, wie es Friedmann nannte, sei das gar kein Wachstum. „Wenn man sich aber in den Quervergleich stellt, dann ist auch ein währungsbereinigtes Wachstum von drei Prozent im Moment schon nennenswert“, sagte er. Zumal es nicht viele Unternehmen gebe, die in dem Umfeld überhaupt wachsen. „Dass es uns gelungen ist, in dieser Phase Marktanteile zu gewinnen, ist beachtlich.“

Während der Gesamtmarkt des Elektrogroßhandels unter den Vorjahresergebnissen liege, habe die Würth-Gruppe immerhin ein Wachstum von zwei Prozent in dem Bereich hingelegt. Die eiSos-Gruppe, einer der größten Hersteller von passiven elektronischen und elektromechanischen Bauelementen in Europa, sei bereinigt mit elf Prozent gar zweistellig gewachsen, der Markt deutlich schwächer. „Das zeigt, dass wir schneller wachsen als der Markt“, so Friedmann.

Betriebsergebnis bleibt mit 940 Millionen Euro auf Vorjahresniveau

Während der Umsatz der Würth-Gruppe im Vergleich zum Vorjahr um rund 300 Millionen Euro angestiegen ist, verharrt das Betriebsergebnis – also der Gewinn vor Steuern – mit 940 Millionen Euro auf Vorjahresniveau. Im Jahr 2024 hatte das Unternehmen einen Gewinneinbruch verzeichnet: Der Gewinn war von 1,455 Milliarden Euro auf 940 Millionen zurückgegangen.

Dass das Betriebsergebnis 2025 trotz Umsatzplus stagniert, erklärte Ralf Schaich, in der Konzernführung für den Bereich Finanzen verantwortlich, mit Steigerungen bei den Sach- und Personalkosten. „Das Wachstum, das wir 2025 erzielt haben, brauchen wir, um diese Steigerungen abzufedern“, sagte er. Schaich verwies darauf, dass der Konzern weitgehend am Personal festgehalten habe – es zumindest keine Abbauprogramme gegeben hat.

Trotz etwas weniger Mitarbeiter: Würth-Gruppe hält an Personal-Kapazitäten fest 

Dennoch arbeiten aktuell weniger Menschen für die Würth-Gruppe: Weltweit sind es 86.415 Beschäftigte, vor einem Jahr war die Zahl – auch bedingt durch Zukäufe – auf 88.393 angewachsen. Mitunter seien freie Stellen nicht nachbesetzt worden, erklärten die Verantwortlichen. „Bei Neueinstellungen waren wir dahingehend zurückhaltend, dass wir primär intern nachbesetzt haben“, führte Ralf Schaich aus.

Als Familienunternehmen denke die Würth-Gruppe deutlich langfristiger als beispielsweise ein börsennotiertes Unternehmen und fühlt sich mit dem Personalbestand gut aufgestellt. „Wir glauben nach wie vor, dass es richtig ist, die Kapazitäten aufrechtzuerhalten“, sagte Robert Friedmann auch mit Blick auf den Fachkräftemangel. Es sei Teil der Unternehmens-Philosophie, so lange wie möglich an den Mitarbeitern festzuhalten.

Bundeskanzler Friedrich Merz hat in einem Brief der Ankurbelung der deutschen Wirtschaft die höchste Priorität seiner Regierung eingeräumt. „Das können wir nur dick unterstreichen, weil es der Treibstoff ist, den wir brauchen, um unterschiedlichste Probleme in diesem Land zu lösen“, sagt Robert Friedmann. Von den bisher beschlossenen Maßnahmen sei spürbar aber „leider noch nichts angekommen“.

Eigenkapital der Würth-Gruppe steigt auf 9,7 Milliarden Euro

Dass es sich bei der Würth-Gruppe um einen gesunden Konzern handelt, zeigt der Blick auf das Eigenkapital: Das liegt nach vorläufigen Zahlen bei 9,7 Milliarden Euro – und damit um 500 Millionen höher als noch vor einem Jahr. Von der Agentur Standard & Poor’s erhält die Gruppe ein A-Rating. Das heißt, dass das Unternehmen eine starke Fähigkeit besitzt, seinen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen und ein geringes Kreditrisiko hat. 

Trotz des annehmbaren Ergebnisses für das abgelaufene Geschäftsjahr „fehlt nach wie vor die wirtschaftliche Dynamik in der Industrieproduktion. Das spüren auch wir“, sagte Robert Friedmann. „Trotzdem orientieren wir uns nach vorne und versuchen, den Schwung aus 2025 mitzunehmen.“ In der Hoffnung, dass 2026 besser wird.

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