Stimme+
Krise in der Leiterplattenproduktion
Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Würth Elektronik schließt Werk in Schopfheim – Sozialplan für 320 Mitarbeiter

   | 
Lesezeit  1 Min
Erfolgreich kopiert!

Das Werk für Leiterplatten in Südbaden wird bis Mitte des Jahres geschlossen. Geschäftsführung und Betriebsrat von Würth Elektronik einigen sich auf Abfindungen und eine Beschäftigungsgesellschaft. 


Externer Inhalt

Dieser externe Inhalt wird von einem Drittanbieter bereit gestellt. Aufgrund einer möglichen Datenübermittlung wird dieser Inhalt nicht dargestellt. Mehr Informationen finden Sie hierzu in der Datenschutzerklärung.

Für die Beschäftigten des Würth-Elektronik-Standorts in Schopfheim ist ein Sozialplan erstellt worden. Das teilte das Unternehmen am Freitag mit. Das Werk mit 320 Mitarbeitern soll Mitte des Jahres geschlossen werden. Geschäftsführung und Betriebsrat hätten sich auf eine Betriebsvereinbarung über Interessenausgleich und Sozialplan geeinigt, teilt Würth Elektronik mit. Details wurden nicht genannt.

„Wir freuen uns über den  wichtigen, erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen und dass wir damit für die betroffenen Mitarbeiter eine sozialverträgliche Lösung gefunden haben“, sagt Andreas Gimmer, Geschäftsführer von Würth Elektronik Circuit Board Technology.  

Würth Elektronik: Krise in der Leiterplattenproduktion führt zu Schließung in Schopfheim

Der Hohenloher Konzern begründet die Schließung des Leiterplattenproduktionswerks im Landkreis Lörrach mit der „aktuell schwersten Krise in der Geschichte der Leiterplattenproduktion in Europa, mit einem dramatischen Einbruch im Auftragseingang“. Die bisher in Schopfheim hergestellten Produkte sollen künftig am Hauptsitz von Würth Elektronik in Niedernhall und in Rot am See produziert werden.

Wie das Unternehmen mitteilt, hätten sich nach Bekanntwerden der Schließung zahlreiche Unternehmen aus der Region und aus der Schweiz mit Stellenangeboten  für die 320 Mitarbeiter in Schopfheim gemeldet. Zudem wurde eine interne Jobbörse eingerichtet. „Bisher wurden nahezu alle Auszubildenden sowie etwa 50 Mitarbeiter erfolgreich vermittelt“, teilt Würth Elektronik mit.

Das Werk von Würth Elektronik in Schopfheim wird geschlossen. Hintergrund ist die schwere Krise der Leiterplattenproduktion in Europa.
Das Werk von Würth Elektronik in Schopfheim wird geschlossen. Hintergrund ist die schwere Krise der Leiterplattenproduktion in Europa.  Foto: Würth Elektronik

Betriebsrat von Würth Elektronik spricht von einer akzeptablen Lösung

Betriebsratsvorsitzender René Glatt spricht gegenüber der Heilbronner Stimme von einem Kompromiss zwischen Geschäftsführung sowie Betriebsrat und Belegschaft. „Im Rahmen der nach zähen Verhandlungen zur Verfügung gestellten finanziellen Mittel durch das Unternehmen konnte eine durchaus akzeptable Lösung erzielt werden“, sagt Glatt. Er verweist auf zahlreiche positive Rückmeldungen aus der Belegschaft über die erzielte Einigung. Die Mitarbeiter seien froh, das nun endlich Klarheit in dieser Angelegenheit herrsche.

Neben Abfindungen gibt es eine Beschäftigungsgesellschaft bei Würth Elektronik

Neben Abfindungen für die betroffenen Mitarbeiter sei die Errichtung einer Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft mit einer Laufzeit von bis zu zwölf Monaten beschlossen worden.  „Dies war dem Betriebsrat ein wichtiges Anliegen“, betont Glatt.

Würth Elektronik zählt zu den größten Herstellern von Leiterplatten in Europa. Das Unternehmen beschäftigt rund 7900 Mitarbeiter, davon rund 1000 in der Leiterplattenfertigung,  und erwirtschaftete zuletzt einen Umsatz in Höhe von 1,24 Milliarden Euro.

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben