Weltpremiere des neuen Macan: Porsche treibt die Elektromobilität voran
Porsche hat die neue Generation des Macan enthüllt. Das SUV ist nun vollelektrisch unterwegs und teilt sich die Plattform mit dem Audi Q6 E-Tron. Künftig wird Porsche seine Modellpalette weiter elektrifizieren.

Um den Kult um die Marke zu verstehen, reicht ein berühmtes Zitat von Ferdinand Porsche: "Wir bauen Autos, die keiner braucht, aber die jeder haben will." Spätestens als US-Schauspieler James Dean 1955 einen 550 Spyder kaufte, mit dem er tragischerweise verunglückte, ist Porsche Mythos.
Ferry Porsche hatte einst von einem Sportwagen geträumt, den es noch nicht gab. Also hat ihn der Konstrukteur selbst gebaut. Vor fast 76 Jahren erhielt der 356 Nr. 1 Roadster seine Betriebserlaubnis – der erste Wagen, der den Namen Porsche trug. Mittlerweile ist die sportliche VW-Tochter im Zeitalter der Elektromobilität angekommen.
Weltpremiere Porsche-Macan: Synergien besser nutzen
Langfristig sollen die lokal emissionsfreien sogar mehr erwirtschaften als Autos mit Benzinmotor. Dafür will man die Synergien im Konzern noch viel stärker als bislang nutzen. So basiert der vollelektrische Geländewagen Macan auf der neuen Plattform PPE (Premium Platform Electric), die Porsche zusammen mit Audi entwickelt. Auf den Markt kommt der Elektro-Macan in der zweiten Jahreshälfte.
Audis Pendant hört auf den Namen Q6 E-Tron, wird am 18. März vorgestellt und in Ingolstadt produziert. Probleme mit der Software haben den Start der beiden Elektro-SUVs immer wieder verzögert. Aber an diesem Donnerstag (25. Januar) hat der Macan nun seine Weltpremiere in Singapur gefeiert. „Wir heben den Macan auf ein völlig neues Niveau – mit außergewöhnlicher E-Performance, der neuen Driver Experience und ausdrucksstarkem Design“, sagt Oliver Blume, Vorstandsvorsitzender der Porsche AG. Das SUV-Modell, das in Leipzig gefertigt wird, soll das „sportlichste Modell in seinem Segment sein“.
Beeindruckende Werte
Los geht es zu Preisen ab 84.100 Euro. Erhältlich ist das Elektro-SUV zunächst in zwei Varianten: als Macan 4 mit 408 PS und als Macan Turbo mit 639 PS. Einheitlich ist die 100 kWh-Batterie im Unterboden, die für Reichweiten von bis zu 613 Kilometern gut sein soll.
Laden lässt sich der E-Macan dank der 800-Volt-Technik mit bis zu 270 kW. So vergehen nach Angaben des Herstellers im Idealfall nur etwas mehr als 20 Minuten, um den Akku auf einen Ladestand von zehn auf 80 Prozent zu bringen. Der 4,78 Meter lange Wagen bietet mindestens 540 Liter und maximal 1348 Liter Ladevolumen im Gepäckraum. Zudem kann der Stromer bis zu zwei Tonnen ziehen.
80 Prozent E-Autos bis 2030
Etwa 2027 soll es auch einen größeren Elektro-Geländewagen von Porsche geben. „Damit werden wir unsere Position im automobilen Luxussegment weiter ausbauen. Wir zielen vor allem auf die margenstärkeren Segmente ab und wollen so neue Absatzchancen erschließen", sagt Vorstandschef Blume. Derzeit wird das Modell mit dem Projektnamen K1 zur Serienreife entwickelt. Der Wagen wird auf derselben Plattform stehen wie die beiden Luxusstromer Landjet und Landyacht von Audi, die ab 2027 in Neckarsulm gebaut werden.
„Mitte des Jahrzehnts wollen wir auch unseren Mittelmotor-Sportwagen 718 ausschließlich vollelektrisch anbieten." Getarnte Prototypen werden derzeit immer wieder rund um Porsches Entwicklungszentrum in Weissach gesichtet. Bereits in wenigen Wochen zeigen die Zuffenhausener den überarbeiteten Elektro-Sportler Taycan. Er teilt sich die technische Basis mit dem Audi E-Tron GT, der in Heilbronn gefertigt wird. Bis 2030 erwartet man bei Porsche, dass mindestens 80 Prozent des jährlichen Absatzes auf vollelektrische Fahrzeuge entfällt.
Außergewöhnliche Konstellation
Porsche ist neben Audi einer der großen Gewinnbringer im VW-Konzern. Doch die Spitze des erfolgsverwöhnten Autobauers blickt skeptisch auf die nächsten Monate. „Das Jahr 2024 wird das schwerste sein“, hat Vorstandschef Blume vor wenigen Wochen seinen wichtigsten Managern mit auf den Weg gegeben. „Es wird eine Verkettung von Risikoszenarien geben.“
Zum Problem könnte eine für Porsche eher ungewöhnliche Konstellation werden. In diesem Jahr erneuert der Autobauer gleich vier Modellreihen. Neben dem neuen Macan und dem Facelift für den Taycan erhält der Klassiker 911 eine Auffrischung. Zudem steht in der zweiten Jahreshälfte der nächste Cayenne in den Startlöchern. Alte Modelle gehen aus dem Markt, neue kommen rein. Das geht bei keinem Hersteller geräuschlos. In der Übergangszeit könne es gut sein, dass zu wenig Porsche-Modelle verfügbar sind. „Wir werden um jedes Auto fighten“, gibt sich Blume kämpferisch.
Rekordergebnis für 2023 erwartet
Das vergangene Jahr dürfte einen Rekord markieren. Der Umsatz der Sportwagenmarke stieg in den ersten neun Monaten 2023 im Jahresvergleich um 12,6 Prozent auf 30,1 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis legte um neun Prozent auf 5,5 Milliarden Euro zu. Das Ergebnis nach Steuern stieg von 3,7 Milliarden auf 3,94 Milliarden Euro. Die Zahlen für das Gesamtjahr 2023 werden Mitte März präsentiert.
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