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Verwirrung um Audis Verbrenner-Strategie

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Audi will die Wende zur Elektromobilität beschleunigen. Für Verwirrung sorgt dabei ein Bericht, wonach der Autobauer ab 2026 keine neuen Autos mit Verbrenner mehr bauen will.

So wie bei dieser Illustration könnte der Nachfolger des Audi A4 (hier als Avant) aussehen. Er wird in Neckarsulm mit Verbrenunngsmotoren und als Plug-in-Hybrid gebaut. Foto: Schulte Design
So wie bei dieser Illustration könnte der Nachfolger des Audi A4 (hier als Avant) aussehen. Er wird in Neckarsulm mit Verbrenunngsmotoren und als Plug-in-Hybrid gebaut. Foto: Schulte Design  Foto: Audi

Für Wirbel und Verwirrung sorgte in den vergangenen Tagen ein „Spiegel“-Bericht, wonach Audi laut Vorstandschef Markus Duesmann ab dem Jahr 2026 keine neuen Modelle mit Verbrennungsmotor mehr anbieten will. A3 und A4 sollten demnach keine direkten Nachfolger mehr haben, sondern komplett neu konzipiert und umbenannt werden.

Fakt ist aber: Die nächste Generation des A4, intern B10 genannt, wird wie geplant ab dem Jahr 2023 am Standort Neckarsulm vom Band rollen. Das hat ein Sprecher des Unternehmens der Heilbronner Stimme bestätigt. Der neue A4 wird unseren Informationen zufolge mit Benzin- und Dieselmotoren sowie zwei unterschiedlich starken Plug-in-Hybriden angeboten. Dabei sollen rein elektrische Reichweiten von bis zu 100 Kilometern möglich sein.


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„Markus Duesmann hat für Audi sehr ambitionierte Pläne in Hinblick auf neue Modelle und mehr Fahrzeugvolumen“, sagt Neckarsulms Betriebsratschef Rolf Klotz. „Das begrüßen wir sehr. Für uns ist aber klar: Wir brauchen zeitnah eine Entscheidung, welche E-Modelle künftig im Werk Neckarsulm gefertigt werden sollen.“ Zuletzt war immer mal wieder darüber spekuliert worden, ob die zweite Generation des Q4 E-Tron ab etwa 2028 an den Standort kommt. Eine Entscheidung steht nach Informationen unserer Redaktion aber noch aus.

Die vierte Generation des Kompaktwagens A3, die erst seit 2020 auf dem Markt ist, erhält tatsächlich keinen konventionellen Nachfolger. Für 2027 ist nach Informationen unserer Zeitung ein elektrischer Kompaktwagen geplant. Die Aussage, dass Audi ab dem Jahr 2026 keine neuen Verbrennerautos mehr herausbringen will, bezieht sich laut Unternehmenskreisen auf gänzlich neue Modelle. Baureihen mit Verbrennungsmotor, die sich dann zur Mitte des Jahrzehnts im Auslauf befinden, würden bei entsprechender Nachfrage bis zum geplanten Ende des Lebenszyklus weitergebaut. Zudem wird sich der neue A4 die Plattform (Modularer Längsbaukasten, MLB) und weitere Teile mit dem nächsten A6 teilen, der ebenfalls ab 2024 in Neckarsulm gefertigt wird.

„Wann der letzte Verbrenner vom Band geht, das entscheiden nicht wir, das entscheidet der Kunde“ hatte Hildegard Wortmann, Audi-Vorständin für Vertrieb und Marketing, unlängst im Interview mit unserer Zeitung gesagt. „So lange der Kunde solche Autos nachfragt, werden wir diese Nachfrage bedienen. Das Ziel muss sein, den besten Verbrenner und das beste E-Auto zu bauen.“ 


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So oder so: Bei den E-Autos legt Audi den Schalter endgültig um. „In diesem Jahr werden mehr als die Hälfte der neu eingeführten Modelle elektrifiziert sein“, sagt Audi-Chef Markus Duesmann. In den nächsten fünf Jahren investiert Audi insgesamt 35 Milliarden Euro. 17 Milliarden Euro davon entfallen auf die Transformationsthemen Elektrifizierung und Digitalisierung. Nach dem großen SUV E-Tron samt Sportback und dem sportlichen WE-Tron GT aus Heilbronn, war der nächste wichtiger Meilenstein vor kurzem die Markteinführung des elektrischen Kompakt-SUVs Q4 E-Tron, mit dem die Marke mit den vier Ringen erstmals eine größere Stückzahl lokal emissionsfreier Fahrzeuge erreichen will.

Die neue Plattform PPE

Der nächste wichtige Schritt folgt 2022. Dann ist die zusammen mit Porsche entwickelte neue Plattform PPE (Premium Platform Electric) fertig, die Fahrzeugen der Oberklasse vorbehalten ist. Erstes Modell wird bei Audi der Q6 E-Tron sein, bei Porsche die nächste Generation des Macan, die dann elektrifiziert an den Start geht. 2023 folgt der A6 E-Tron, der – wie es der Name sagt – von der Größe her in etwa dem aktuellen A6 aus Neckarsulm entspricht.

Das Einstiegs-Modell in die Elektrowelt lässt noch bis 2025 auf sich warten: Dann soll der Nachfolger des kleinsten SUVs im Modellprogramm, der Q2, ebenfalls zum E-Auto werden. Ebenfalls 2025 gehen der rein elektrische Nachfolger des großen SUVs Q8 und das Prestigeprojekt Artmeis in Form einer elektrischen Luxuslimousine an den Start. Für 2027 sind dann Stromer in Größe der heutigen Modelle A1 und A3 geplant.

 

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