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Dekoration aus dem Kraichgau

Start-up Happy Lamps will mit Produkten ein Lächeln schenken

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Das Start-up Happy Lamps designt im Kraichgau Leuchtmittel in Form von Tieren. So entstehen Ideen für neue Produkte. Das junge Unternehmen kämpft aber auch mit Herausforderungen.

Daniel San Jocic (links) und sein Mitarbeiter Dominik Streib posieren mit ihrem Bestseller, Katze Luna.
Daniel San Jocic (links) und sein Mitarbeiter Dominik Streib posieren mit ihrem Bestseller, Katze Luna.  Foto: Laura Bernert

Schaf Wolle, Pferd Finn und Waschbär Ben – was nach Tieren im Streichelzoo klingt, findet sich im Shop des Start-ups Happy Lamps. Die Firma mit Sitz in Helmstadt-Bargen (Rhein-Neckar-Kreis) produziert Lampen aus Stoff und veganem Leder, die aussehen wie Tiere und Fantasiewesen. Laut Geschäftsführer und Co-Founder Daniel San Jocic ist der Name der Firma, der auf Deutsch fröhliche Lampen bedeutet, Programm: "Wir wollen Menschen zum Lächeln bringen."

Jagdhund Spike, Flamingo Mingo, Pilotenbär Charles: Das gesamte Sortiment schmückt den Konferenzraum bei Happy Lamps.
Jagdhund Spike, Flamingo Mingo, Pilotenbär Charles: Das gesamte Sortiment schmückt den Konferenzraum bei Happy Lamps.  Foto: Laura Bernert

Die Idee dazu sei einem von Jocics Geschäftspartnern in Gesprächen mit einem Designer bereits 2018 gekommen. So entstand Waldi, ein Dackel und der erste Prototyp. Doch die Zulassung der ersten Lampe durch ein Prüfungsinstitut gestaltete sich schwieriger als gedacht: "Es sieht aus wie ein Plüschtier, ein Spielzeug und es ist eine technische Lampe." Die Normen für alle drei Kategorien zu erfüllen, sei eine Herausforderung gewesen, aber "das hat uns noch mehr angespornt". Passend zum Weihnachtsfest kam am 24. Dezember 2021 die Zertifizierung. "Das war ein emotionaler Moment", erzählt Jocic.

Start-up Happy Lamps aus dem Kraichgau kooperiert mit Bundesliga für Maskottchen-Lampe "Hoffi"

Seit Sommer 2022 ist Waldi nun auf dem Markt. Ihm folgten zehn weitere eigene Designs und einige Kooperationen wie die erste Bundesliga-Lampe Hoffi, dem Maskottchen des TSG Hoffenheim. Noch in diesem Jahr sollen Elefant Bobby und das Alpaka Alma das Sortiment erweitern.

Bevor es ein neues Modell in die Regale von Geschenkläden, Möbelhäusern oder in den eigenen Onlineshop schafft, muss jeder Prototyp erneut zertifiziert werden. Der Prozess sei schneller als beim ersten Mal, aber dennoch langwierig. Und noch vor dem ersten Prototyp werde in Deutschland digital geplant, entworfen und gezeichnet. "Da beginnt schon die Nachhaltigkeit, damit wir nicht zahlreiche Prototypen bauen, die dann nicht genutzt werden."


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"Kein Wegwerfprodukt" – Start-up Happy Lamps achtet auf Nachhaltigkeit bei ihren Produkten

"Aus Respekt vor der Tierwelt" verzichte Happy Lamps auf tierische Produkte in der Herstellung seines Sortiments. Das verwendete Leder sei vegan, alle Farben seien frei von tierischen Bestandteilen wie Blattläuse, die häufig für rote Farbe genutzt werden. Außerdem sei die Elektronik austauschbar und alles auf Langlebigkeit ausgelegt. Denn: "Ein Produkt sollte kein Wegwerfprodukt sein." Das Unternehmen bietet deshalb auch einen Austauschservice für die Birnen an. Derzeit werden die Lampen in Asien in Handarbeit gefertigt. Das Start-up sei aber im Begriff, die Produktion nach Europa zu verlagern, erste Modelle seien hier bereits produziert worden.

 Foto: Laura Bernert

Ein wichtiger Schritt in der Entwicklung ist die Namensgebung. "Zu den Namen gibt es immer eine Geschichte", sagt Jocic. So sei der Pilotenbär Charles nach Charles Lindbergh benannt, der als erster Pilot allein den Atlantik überflog. Kunden hätten die Namen angenommen. "Alle bestellen über die Namen, nicht über Artikelnummern." Auch Jocic selbst spricht über die Lampen, als seien sie mehr als das. Mit Erdmännchen Eddie war Happy Lamps nominiert für den Innovation Award der Kölner Leitmesse Kind und Jugend und "Eddie hat den zweiten Platz gemacht". Zu dem Erdmännchen hat der Geschäftsführer eine enge Beziehung, dieses steht sowohl auf seinem Schreibtisch im Büro als auch bei ihm zu Hause.

Fuchs, Giraffe und Dinosaurier: Diese neuen Lampen plant das Start-up

Man könnte meinen, die meisten der fröhlichen Lampen landen in Kinderzimmern – laut Jocic sei dem aber nicht so. Der Kundenstamm erstrecke sich von Eltern bis hin zu Unternehmern. In Wohnzimmern, Kinderkliniken und Konferenzräumen treffe man die Hingucker an. Dennoch berühren gerade Geschichten von Kindern, die Geschäftsführer Jocic zu erzählen weiß: Ein Mädchen mit Schlafproblemen beispielsweise habe nun ruhige Nächte, weil Jagdhund Spike auf seinem Nachttisch steht und es beschützt.

Woher kommen eigentlich die Ideen für die nächsten Modelle? Viele Kunden kämen mit ihren Wünschen direkt auf das Unternehmen zu, oftmals über die Sozialen Netzwerke. Die Liste mit Ideen ist somit lang: Fuchs, Giraffe, Wombat und Affe sind in Planung. Auch Dinosaurier seien häufig gewünschte Motive. Die Ideen gehen also nicht so schnell aus. Gerne würde Jocic noch mehr umsetzen, doch das scheitert an den eigenen Ressourcen des Start-ups. Ein besonders knappes Gut: Zeit. Dennoch ist der Geschäftsführer voller Visionen für die Zukunft von Happy Lamps: "Mit einem Lächeln im Gesicht sollte in zehn Jahren jeder Happy Lamps kennen." Außerdem steht die Idee, zusammen mit einem bekannten Designer wie Guido Maria Kretschmer eine Lampe zu entwerfen, weit oben auf der Liste von Jocic.


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So ist das Start-up Happy Lamps aufgebaut

Das Start-up Happy Lamps besteht bislang nur aus zwei Vollzeitmitarbeitern: Geschäftsführer und Co-Founder Daniel San Jocic selbst und Dominik Streib. In Helmstadt-Bargen befindet sich die SHS Beteiligung GmbH, eine Holding, zu der neben dem Unternehmen Dekoback auch Happy Lamps gehört. 75 Prozent des Start-ups hält die SHS-Group, ein Viertel Geschäftsführer Jocic. Gut genutzte Synergieeffekte innerhalb der Holding ermögliche einer kleinen Firma wie Happy Lamps schon früh viel Professionalität, so Jocic. Für einzelne Tätigkeiten könne das Start-up auf Mitarbeiter der Holding stundenweise zurückgreifen, beispielsweise in Versand, IT oder Marketing.

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