Schokolade und Brausetablette mit Alkohol – was Heilbronner Start-ups umtreibt
Schokolade ist zu haben, ein Instant-Getränk mit Alkohol als Brausetablette in der Entwicklung: Heilbronner Firmengründer erzählen ihre Geschichten – und berichten von den Tücken der Bürokratie.

Die Wissensstadt Heilbronn bringt Unternehmen hervor. Mit Unterstützung der Campus Founders haben es Yubo Zhang und ihr Ehemann Thilo Strauß geschafft, eigene Schokolade unter der Marke Super-Duper-Snack auf den Markt zu bringen. Noch nicht ganz so weit sind Simon Heine, Felix Kleinschmidt und Johannes Wahle, die teilweise aus der Hochschule Heilbronn stammen: Sie wollen mit ihrer Firma Fizz-Go ein Instant-Getränk als Brausetablette anbieten, inklusive Alkohol. So unterschiedlich die Produkte sind, so vereint sind die Gründer in einem: Die Bürokratie hat es in sich.
Dem eigenen Sohn ohne ein schlechtes Gewissen Schokolade anbieten zu können, das hat für Yubo Zhang den Anstoß dafür gegeben, eine eigene Süßigkeit zu entwickeln. Für mehrere Monate stand sie abends zwei, drei Stunden in der Küche, erzählt sie und schmunzelt. "Meine Spüle war voller Zutaten." Als sie endlich eine Mischung hatte, die ihr zusagte, ging sie auf eine Messe, um einen Hersteller zu finden. Zwei Tage, Hunderte Gespräche: Die meisten waren erfolglos. Wie viele Tonnen wolle sie machen?, lautete die häufige Frage. Yubo Zhang, die im Hauptberuf mit Daten zu tun hat, dachte in anderen Dimensionen. Mehrere Hundert Kilogramm zu Beginn.
Wie ein Heibronner Start-Up auf den Schokoladen-Geschmack kam
Eine belgische Firma sagte schließlich zu, doch damit war längst nicht alles perfekt: Der Anteil an Kakaobutter war für die Maschinen zu hoch, zusammen mit dem Produzenten ging es erneut ans Rezept. Schließlich passte für die heute 36-Jährige alles.
Die perfekte Mischung zu finden war nicht die einzige Hürde für das Start-Up. Die Firmengründung zog sich in die Länge. Tipps gab es von den Campus Founders. Dort weitere Gründer zu sehen ermutigte sie ebenfalls, am Ziel festzuhalten. Vieles war zu lösen. Ein Notar musste genauso her wie ein Übersetzer für die Chinesin. Mit dem Finanzamt mussten Details geklärt werden, ein Steuerberater war nötig. "Ich musste viel warten", erzählt sie.
Bis die Firma steht, muss auch die Bürokratie gemeistert werden
Nochmal ein Start-Up gründen? Johannes Wahle von Fizz-Go ist zurückhaltend. Die Bürokratie ist nicht ohne. Auch er kennt Probleme, dankt für die Unterstützung, die das Trio unter anderem von der Hochschule Heilbronn erhalten hat. Und tatsächlich seien in den Behörden die Mitarbeiter sehr hilfreich. Nur: Damit allein ändere man kein System. Drei, vier Monate hat es gedauert, bis die Firma angemeldet war.
Gerade sind die drei dabei, Geld zusammenzubringen, um den Prototypen ihres Getränks weiterzuentwickeln. Faktoren wie Fließfähigkeit, Löslichkeit und Farbe sollen so in Einklang gebracht werden. In sechs Monaten, so die Hoffnung, soll das erste Produkt fertig sein.
Die Idee dazu kam den Gründern vor einem Jahr auf dem Weg zu einer Halloween-Party. Ihre Getränke mussten sie selbst hinschleppen. "Warum geht das nicht leichter?", erzählt Johannes Wahle. In Brauseform, denn Wasser sei doch überall vorhanden.
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