Software-Anwendungen für den gesamten VW-Konzern werden künftig bei Audi in Neckarsulm erprobt
Am Audi-Standort Neckarsulm werden künftig Over-the-Air-Anwendungen für den gesamten VW-Konzern getestet. Die Vorbereitungen für die Modellanläufe des A5 und des A7 schreiten im Werk planmäßig voran.

Für so softwareintensive Produkte wie die neu auf den Markt kommenden Autos ist es unverzichtbar, kontinuierlich und einfach die Software zu aktualisieren. Technische Verbesserungen werden zukünftig zunehmend drahtlos per Software, also over the Air (OTA) aufgespielt. Wie die Heilbronner Stimme exklusiv recherchiert hat, werden OTA-Anwendungen für den gesamten VW-Konzern in Zukunft am Audi-Standort Neckarsulm getestet.
Neben regulären Software-Updates besteht die Möglichkeit, Sonderausstattungen nachträglich freizuschalten. Audi hat unter dem Namen "Functions on Demand" bereits ein entsprechendes Angebot geschaffen - so lassen sich zum Beispiel spezielle Scheinwerferfunktionen, Assistenzsysteme und andere Dinge gegen Aufpreis freischalten.
Zentrales Thema für Audi
Offiziell äußern will sich Audi zur Ansiedelung der neuen Kompetenzen im Werk in der Region erst zu einem späteren Zeitpunkt. "Neckarsulm ist ein bedeutender Entwicklungs-Standort im Konzernverbund und mir persönlich auch sehr wichtig", sagt Oliver Hoffmann, im Audi-Vorstand zuständig für die Technische Entwicklung. "Updates und Individualisierung der Fahrzeugfunktionalität sind für uns bei Audi ein zentrales Thema."
Als erste Marke im Volkswagen-Konzern wolle Audi ab Sommer den Store für Third-Party-Apps, also für Drittanbieter, in ausgewählten Fahrzeugen anbieten. "Damit wird das Infotainmentsystem noch mal deutlich umfangreicher und leichter individualisierbar." Zudem arbeite die Marke mit den vier Ringen konsequent an der Erweiterung des OTA-Angebots für kommende Fahrzeuglinien. Hoffmann: "Dabei stecken wir viel Sorgfalt in die Erfüllung unserer hohen Qualitätsstandards und Sicherheitsanforderungen."
Entwicklung von Batterien für E-Autos
Bereits im Juni weiht Audi in Neckarsulm ein neues Multifunktionsgebäude der Technischen Entwicklung ein, in dem Werkstätten, Prüfstände und Büros untergebracht sein werden. Dann wird ein Batterie-Technikum in Betrieb gehen - dort sollen Prototypen für neue Akkus künftiger Elektroautos erforscht und erprobt werden. "Mit dieser Entscheidung haben wir den Ausbau strategisch wichtiger Kompetenzen für die Elektromobilität in Neckarsulm weiter vorangetrieben", sagt Audi-Vorstand Oliver Hoffmann.
Montagehalle für Verbrenner- und E-Autos
Unterdessen schreiten die Vorbereitungen für die Modellanläufe im neuen Jahr weiter voran. 2024 erfolgt im Frühjahr der Produktionsstart für den neuen A5 (ehemals A4). Im Herbst folgt dann die nächste Generation des A7 (ehemals A6). Dafür investiert der Autobauer - inklusive des Gebäudes in der Technischen Entwicklung - nach Informationen unserer Zeitung 500 bis 600 Millionen Euro. Unter anderem geht nächstes Jahr eine neue Montagehalle in Betrieb, die für den Mischbetrieb von Verbrenner- und Elektroautos ausgelegt ist. 2025 geht die neue Lackiererei in Betrieb.
Q6 E-Tron kommt im Herbst
Audi startet im Herbst die größte Modelloffensive der Unternehmensgeschichte. Den Anfang macht der vollelektrische Q6 E-Tron.
Absatz in den USA gestiegen
Audi will in diesem Jahr zwischen 1,8 und 1,9 Millionen Fahrzeuge weltweit verkaufen, 2022 waren es knapp mehr als 1,6 Millionen Einheiten. In den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres hat der Autobauer weltweit 243.200 Fahrzeuge abgesetzt, das sind 1,5 Prozent weniger als im Januar und Februar 2022. Besonders gut lief das Geschäft im ersten Quartal in den USA: Dort legten die Verkäufe bis Ende März um 49 Prozent auf 52.763 Autos zu. Die weltweiten Verkaufszahlen für das erste Quartal werden erste Mitte April veröffentlicht.
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