Recaro stellt Weichen für die Zukunft
Gesellschafter Martin Putsch wechselt in den Beirat der Gruppe, Mark Hiller, Chef von Recaro Aircraft Seating, rückt zusätzlich an die Spitze der Holding. Mit der Neuaufstellung will sich das Familienunternehmen für neues Wachstum rüsten.

Die Recaro-Gruppe stellt sich mit personellen Änderungen auf die Zukunft ein. Martin Putsch (54), geschäftsführender Gesellschafter der Stuttgarter Holding, wechselt am 1. Januar 2022 in den Beirat. Sein Nachfolger als Geschäftsführer (CEO) wird Mark Hiller (49), der zugleich geschäftsführender Gesellschafter des Schwäbisch Haller Flugzeugsitzherstellers Recaro Aircraft Seating bleibt.
Der Hauptgesellschafter spricht von einem idealen Zeitpunkt
"Der Zeitpunkt für diesen Schritt ist ideal", sagt Martin Putsch im Gespräch mit der Heilbronner Stimme. Er sieht die Recaro-Gruppe nach der Corona-Delle am Beginn einer neuen Wachstumsphase. Man habe die richtigen Menschen an Bord, um dieses Wachstum zu stemmen.
Putsch war als geschäftsführender Gesellschafter des Familienunternehmens in vierter Generation 25 Jahre in der operativen Führung tätig. Nun wechselt er in den siebenköpfigen Beirat, der als zentrales Kontroll- und Beratungsgremium der Gruppe agiert. Zur Recaro-Gruppe gehören neben dem Schwergewicht Recaro Aircraft Seating der Bereich Gaming (Gaming-stühle) sowie die beiden Lizenzgeschäftsfelder Recaro Kids (Kindersitze) und Recaro Automotive (Autositze). Die Gruppe erwirtschaftete 2020 einen Umsatz von mehr als 300 Millionen Euro und beschäftigt weltweit mehr als 2200 Mitarbeiter.
Doppelfunktion für Mark Hiller
Mark Hiller, der seit 2003 im Unternehmen ist und seit 2012 Chef von Recaro Aircraft Seating ist, wird künftig als CEO auch die Geschicke der Gruppe leiten. "Die strategische Führung der Recaro Group zu übernehmen und dieses traditionsreiche und erfolgreiche Unternehmen weiterzuentwickeln, ist in gleichem Maße Ehre, Verpflichtung und Herausforderung", sagt Hiller. Seine Familie wird auch Gesellschafter der Holding. Der Anteil werde im einstelligen Bereich liegen, teilte Mehrheitsgesellschafter Putsch mit. Er wies darauf hin, dass beide Familien jeweils drei Kinder haben. Ziel sei, "das Familienunternehmen Recaro langfristig weiterzuführen".
Geschäftsführung des Flugzeugsitzherstellers wird verstärkt
An Hillers Seite an der Spitze der Holding stehen Peter Müller als Finanzgeschäftsführer sowie Hartmut Schürg als Geschäftsführer für Marke und Design. Der 49-jährige Müller bleibt zugleich Finanzgeschäftsführer bei Recaro Aircraft Seating. Neu in die Geschäftsführung des Flugzeugsitzherstellers rücken Laura Karbach (35) und Denis Altmann (42). Karbach wird die Bereiche Supply Chain (Lieferkette) und Sustainability (Nachhaltigkeit) verantworten, Altmann ist für Research & Development (Forschung & Entwicklung) zuständig. Neu geschaffen wird in Schwäbisch Hall die Position der Werksleitung, die von Mirjam Bruhns (47) übernommen wird. Alle Verantwortlichen kommen aus den eigenen Reihen.
Die Führungsspitze von Recaro ist sich sicher, dass die Neuaufstellung das Unternehmen effizienter und leistungsfähiger macht sowie Synergien zwischen den einzelnen Unternehmen ermöglicht. Putsch denkt etwa an intensivere Zusammenarbeit in den Bereichen Design, Ergonomie und Technologie. Die Gaming-Sparte, die seit ihrem Start 2018 jedes Jahr um mehr als 50 Prozent zulegt, soll ausgebaut werden. Der Umsatz liegt hier im einstelligen Millionenbereich. Auch ganz neue Ideen im Bereich des Sitzens seien denkbar, sagt Hiller, ohne konkreter zu werden.
Talsohle im Luftfahrtgeschäft ist durchschritten
Flaggschiff der Gruppe bleibt Recaro Aircraft Seating. Nach dem coronabedingten Absturz auf einen Umsatz von rund 300 Millionen Euro im Jahr 2020, erwartet Hiller im laufenden Jahr ein ähnliches Ergebnis und im kommenden Jahr wieder deutliches Wachstum. "Die Talsohle ist durchschritten", betont er.
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