R. Stahl sieht weiterhin Spielraum für Wachstum
Der Waldenburger Explosionsschutzspezialist R. Stahl erwartet zwar einen Umsatzrückgang durch die Corona-Krise, will jedoch in der Gewinnzone bleiben. Dafür gab das erste Quartal 2020 Anlass zur Hoffnung.

Für die Besitzer von R.-Stahl-Aktien gibt es, was die Dividendenzahlungen angeht, ein weiteres Dürrejahr. Nach 2018 und 2019 wird es auch dieses Jahr keine Ausschüttung an die Aktionäre geben. Zu gering war das Konzernergebnis von 1,3 Millionen Euro 2019. Allerdings gibt es Anlass zur Hoffnung, dass der Kurs die Corona-bedingten Tiefststände hinter sich lassen kann.
Einen Tag nach seiner vorzeitigen Vertragsverlängerung nährte Vorstandschef Mathias Hallmann Hoffnungen, dass die Auswirkungen der Krise für die Firma nicht allzu negativ ausfallen werden. Trotz eines erwarteten Umsatzrückgangs um bis zu fünf Prozent im laufenden Jahr stellte er operativ doch auch wieder einen Gewinn in Aussicht, was angesichts der Umstände als positive Nachricht aufgenommen werden dürfte.
Rückschläge für den Aktienkurs
Der Aktienkurs bewegte sich am Dienstag zur Vorstellung der Geschäftszahlen nur wenig. Er liegt in etwa auf dem Niveau der Tiefstände von vor einem Jahr, aber 38 Prozent unter dem zwischenzeitlichen Höchststand von gut 34 Euro. Zuletzt hatte ein Großaktionär seinen Rückzug angekündigt. Die RAG-Stiftung und ihre Beteiligungsgesellschaft RSBG SE wollten 14,2 Prozent der Anteile an die Gründerfamilien Stahl und Zaiser verkaufen. Die lehnten allerdings ab. Nun können andere Käufer zum Zuge kommen.
Sparprogramm zeigt rechtzeitig vor der Krise Wirkung
2020 gäbe es nun wohl den zweiten Umsatzrückgang in Folge. Schon im vergangenen Jahr hatte es ein Minus von 1,9 Prozent auf 274,8 Millionen Euro gegeben, das R. Stahl allerdings mit Sondereffekten erklärte.
Ein bereits 2018 gestartetes Sparprogramm hatte zudem die Profitabilität wieder erhöht. Dabei war die Mitarbeiterzahl von knapp 1700 stabil gehalten worden. Auch der Auftragseingang legte 2019 leicht zu, schwächte sich nur gegen Jahresende ab.
Viele Aufträge im ersten Quartal
Das erste Quartal 2020 machte insbesondere bei den Aufträgen schon wieder Hoffnung. Der Bestand legte von 67 Millionen auf 80 Millionen Euro zu. Es war der größte Zuwachs seit vier Jahren. Hallmann sieht somit "Spielraum für künftiges Wachstum, für das wir im Berichtsjahr auch die strategischen Weichen gestellt haben".
Das Ebitda vor Sondereinflüssen, das im vergangenen Jahr bei rund 30 Millionen Euro lag, soll den Prognosen zufolge im niedrigen zweistelligen Millionenbereich liegen. Der Gesamtverlauf des Geschäftsjahres werde maßgeblich davon geprägt sein, wie erfolgreich die Bemühungen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus sind.
Was macht R. Stahl?
Die von R. Stahl entwickelten Produkte verhindern Explosionen in besonders gefährdeten Bereichen. Die Kunden des Konzerns sind in der Öl- und Gasindustrie zu finden, in der chemischen und pharmazeutischen Industrie sowie in der Nahrungs- und Genussmittelbranche. Vor wenigen Tagen hatte R. Stahl beispielsweise eine Steuerung für Krane in explosionssicheren Bereichen, etwa auf Tankschiffen oder Bohrinseln, vorgestellt. Das Produkt war gemeinsam mit dem Kranhersteller Liebherr entwickelt worden. Am Unternehmenssitz in Waldenburg beschäftigt R. Stahl etwa 850 Mitarbeiter.
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