Nach Aldi: Auch Lidl-Filialen bleiben an Heiligabend zu
Theoretisch dürfen Geschäfte, die hauptsächlich Lebens- und Genussmittel verkaufen, an Heiligabend bis 14 Uhr öffnen. Doch eine Umfrage zeigt: Fast alle Lebensmittelmärkte und Discounter in der Region bleiben geschlossen.

Ebenso wie der Discounter Aldi will auch der Konkurrent Lidl seine Geschäfte dieses Jahr nicht an Heiligabend öffnen. Man habe sich dagegen entschieden, die im Gesetz festgelegte Sonderregelung für den Sonntag des 24. Dezembers in Anspruch zu nehmen, teilte das Unternehmen am Dienstag in Neckarsulm mit. Die Mitarbeiter sollten eine entspannte Zeit im Kreise ihrer Liebsten verbringen dürfen, sagte Lidl-Deutschlandchef Marin Dokozic.
Auch die Mitarbeiter von Kaufland, wie Lidl ein Unternehmen der Schwarz-Gruppe, und Penny müssen nicht arbeiten. Bei Rewe und Edeka könnte es unter Umständen anders sein: Selbstständig geführte Filialen entscheiden selbst über den Betrieb an Heiligabend.
Märkte in Heilbronn bleiben geschlossen
Edeka Ueltzhöfer macht mit seinen Lebensmittelmärkten im Stadt- und Landkreis keine Ausnahme: An Heiligabend bleibt geschlossen. "Wir freuen uns sehr, dass unsere Mitarbeiter mit ihren Familien einen besinnlichen Heiligabend genießen können", sagt Mitarbeiterin Franziska Schöbinger.
Auch die von selbstständigen Händlern geführten Rewe-Märkte in der Fleiner Straße und in der Moltkestraße in Heilbronn bleiben am 24. Dezember geschlossen. Gleiches gilt für den Drogeriemarkt DM in der Kaiserstraße.
"Da halte ich nichts davon", sagt zum Beispiel Thomas Klumpp, der an der Heilbronner Südstraße eine Metzgerei betreibt. Als er feststellte, dass der 24. Dezember ein Sonntag ist, "habe ich mich gefreut, dass ich einmal nicht an Heiligabend spätestens um 9 Uhr einschlafe". Das Geschäft werde sich auf den vierten Adventssamstag verlagern und die Metzgerei vermutlich nicht schon wie sonst um 12.30 Uhr schließen.
Damit liegen die Händler in der Region auf einer Linie mit der Gewerkschaft Verdi, die am Sonntag zu einem Einkaufsboykott an Heiligabend aufrief. Verdi forderte die Verbraucher auf, zu den Zeiten einzukaufen, zu denen es für die Beschäftigten im Handel auch human sei.
Die Bäckereien werden sicher öffnen
Klumpp könnte sich vorstellen, dass sich der eine oder andere Händler im Lebensmittelbereich einen Wettbewerbsvorteil erhofft und an Heiligabend öffnet. "Bisher haben wir das nicht geplant, aber es kann sein, dass sich das noch ändert", sagt zum Beispiel Konstanze Lang von der Metzgerei Wirth, die im Stadt- und Landkreis Heilbronn fünf Filialen betreibt. Bislang geht man aber davon aus: "Die Mitarbeiter freuen sich, wenn sie 24. auch mal frei haben", sagt Lang.
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Für viele Bäckereien ist der vierte Advent ein Sonntag wie jeder andere auch: "Die Filialen mit Sonntagsöffnung verkaufen von 8 bis 11 Uhr", berichtet Simone Hartmann von der Neckarsulmer Bäckerei Härdtner. 15 Geschäfte im Stadt- und Landkreis − von der Backstube im Heilbronner Bankhaus bis zu den Filialen in Massenbach oder Rappenau − sind geöffnet. Die Filialen in den Supermärkten und Discounter bleiben dagegen geschlossen − sofern auch die Märkte zubleiben. Und hier zeichnet sich ein klarer Trend zur Schließung ab.
Ausnahmen bei Öffnungszeiten
Weil Heiligabend in diesem Jahr auf einen Sonntag fällt, gelten bei den Ladenöffnungszeiten Ausnahmen − die, wie bei dem Thema üblich, jedes Bundesland für sich regelt. In Baden-Württemberg gilt: Fällt der 24. Dezember auf einen Sonntag, dürfen Verkaufsstellen, die überwiegend Lebens- und Genussmittel verkaufen sowie alle Verkaufsstellen von Weihnachtsbäumen für höchstens drei Stunden und längstens bis 14 Uhr öffnen.
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