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Verdi ruft zu Einkaufsverzicht an Heiligabend auf

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Verdi läuft Sturm gegen eine in diesem Jahr mögliche Sonntagsöffnung an Heiligabend. Die Idee sei "zynisch", findet die Gewerkschaft. Kaufland und Aldi halten die Ladentüren geschlossen, einzelne Supermärkte könnten dagegen öffnen.

Von dpa und unserer Redaktion
Die Gewerkschaft fordert die Verbraucher dazu auf, zu den Zeiten einzukaufen, zu denen es für die Beschäftigten im Handel auch human ist. Foto: Oliver Berg
Die Gewerkschaft fordert die Verbraucher dazu auf, zu den Zeiten einzukaufen, zu denen es für die Beschäftigten im Handel auch human ist. Foto: Oliver Berg

Die Gewerkschaft Verdi hat vor dem Hintergrund der in diesem Jahr möglichen Sonntagsöffnung an Heiligabend zu einem Einkaufsverzicht aufgerufen.

"Die Einzelhandelsbeschäftigten wollen sich wie jeder andere auf das Weihnachtsfest vorbereiten und gemeinsam mit ihren Familien feiern. Wenn Heiligabend dieses Jahr ein Sonntag ist, ist die Überlegung, gerade an diesem Tag die Sonntagöffnungszeiten anwenden zu wollen, unglaublich zynisch", sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger der dpa.

Verdi: "Raten den Kunden ab, an Heiligabend einzukaufen"

Die Gewerkschaft fordere die Verbraucher dazu auf, zu den Zeiten einzukaufen, zu denen es für die Beschäftigten im Handel auch human sei, sagte der zuständige Tarifkoordinator Einzelhandel bei Verdi, Orhan Akman. "Ich würde den Kunden davon abraten, am 24. Dezember einkaufen zu gehen", sagte Akman. Der einzelne Beschäftigte habe dagegen keine Chance, sich gegen Arbeit an Heiligabend zu wehren.

 

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Die Regelung der Ladenschlusszeiten ist Ländersache. Eine zeitlich befristete Öffnung an Heiligabend ist in einzelnen Bundesländern wie Baden-Württemberg zulässig, sofern vor allem Lebens- und Genussmittel im Angebot sind. Unterschiedlich sind auch die möglichen Öffnungszeiten in den Ländern etwa von Supermärkten oder Bäckereien.

Aldi und Kaufland wollen Filialen bundesweit geschlossen lassen

Der Discounter Aldi hatte mitgeteilt, seine Filialen zum Finale der umsatzstarken Weihnachtswoche am 24.12. bundesweit geschlossen zu halten. "Am Heiligabend denken wir hier vor allem an unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die nach einer langen, intensiven Woche in Ruhe das Weihnachtsfest begehen sollen", begründete der Handelskonzern die Entscheidung.

Auch Kaufland kündigte an, am 24. Dezember nicht zu öffnen. „So können unsere Mitarbeiter nach einer verkaufsintensiven Woche Heiligabend in Ruhe im Kreis ihrer Familien und Freunde begehen“, erklärt Richard Lohmiller, Vorstand Deutschland auf Stimme-Anfrage.

Der Neckarsulmer Discounter Lidl hingegen könne derzeit noch keine Angaben zu den Öffnungszeiten an Heiligabend machen. Marktführer Edeka betonte, die Mehrzahl der Märkte werde von selbstständigen Kaufleuten geführt. Diese würden eigenständig über ihre Öffnungszeiten entscheiden. Edeka Ueltzhöfer hat für seine Lebensmittelmärkte im Stadt- und Landkreis entschieden: An Heiligabend bleibt geschlossen. "Wir freuen uns sehr, dass unsere Mitarbeiter mit ihren Familien einen besinnlichen Heiligabend genießen können", sagt Mitarbeiterin Franziska Schöbinger.

Bei Rewe hieß es, von den zusammen mehr als 5000 Supermärkten der Ketten Rewe und Penny blieben lediglich die sogenannten Filialmärkte komplett geschlossen. Die rund 1200 selbstständigen Kaufleute im Rewe-Netz könnten dagegen in Eigenregie entscheiden. Die Heilbronner Märkte in der Fleiner Straße und in der Moltkestraße haben angekündigt, nicht am 24. Dezember zu öffnen.

Weiterlesen: Viele Geschäften in der Region haben an Heiligabend geschlossen(Premium)

 

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