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Bilanz für Geschäftsjahr 2023: Mercedes-Benz plant vorsichtiger

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Der Stuttgarter Autobauer Mercedes-Benz erwartet 2024 ein Geschäftsjahr ohne großes Wachstum. Die Mitarbeiter können sich über eine Rekordprämie von rund 7300 Euro freuen.

Mercedes-Finanzvorstand Harald Wilhelm (links) und Vorstandschef Ola Källenius bei der Bilanzvorlage.
Foto: dpa
Mercedes-Finanzvorstand Harald Wilhelm (links) und Vorstandschef Ola Källenius bei der Bilanzvorlage. Foto: dpa  Foto: Bernd Weißbrod

Der Autobauer Mercedes-Benz blickt nach einem ordentlichen Geschäftsjahr 2023 verhalten in die Zukunft. Der Umsatz werde etwa auf dem Niveau des Vorjahres liegen, der Gewinn wohl leicht darunter, sagte der Vorstandsvorsitzende Ola Källenius bei der hybriden Bilanzpressekonferenz am Donnerstag in Stuttgart.

Im abgelaufenen Jahr hat Mercedes-Benz den Umsatz um 2,1 Prozent auf 153,2 Milliarden Euro gesteigert. Das operative Ergebnis (Ebit) sank um 3,9 Prozent auf 19,7 Milliarden Euro. Unter dem Strich blieb ein Ergebnis von 14,5 Milliarden Euro (minus 1,9 Prozent).

Die Transformation beim Autobauer Mercedes-Benz wurde vorangetrieben

Källenius sprach von einem soliden Ergebnis. "Wir haben unsere Transformation im Jahr 2023 konsequent fortgesetzt. Wir konnten elektrische und digitale Innovationen auf die Straße bringen, Elektrofahrzeuge skalieren und solide Finanzergebnisse erzielen", sagte der Mercedes-Chef.


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Die konsequente Ausrichtung hin zur Elektromobilität, die der Schwede in den vergangenen Jahren stets betont hatte, scheint so nicht mehr zu gelten. Man wolle "strategisch fokussiert und taktisch flexibel" bleiben, betonte der Vorstandschef. Die Marktbedingungen und die Wünsche der Kunden bestimmten das Tempo der Transformation. Mercedes-Benz bereite sich darauf vor, die unterschiedlichen Kundenwünsche erfüllen zu können, "ob vollelektrischer Antrieb oder elektrifizierter Verbrennungsmotor" - bei Bedarf bis in die 2030er Jahre hinein. Källenius bekräftigte aber das Ziel, dass bis 2039 die gesamte Neufahrzeugflotte bilanziell CO2-neutral werden soll.

Höhere Dividende für die Aktionäre des Autobauers Mercedes-Benz

Die Aktionäre sollen vom Unternehmenserfolg in Form einer um zehn Cent erhöhten Dividende in Höhe von 5,30 je Aktie profitieren. Und die Mitarbeiter dürfen sich auf eine Erfolgsbeteiligung in der Rekordhöhe von bis zu 7300 Euro freuen. Diese freiwillige Leistung des Konzern erhalten rund 91.000 tarifgebundene Mitarbeiter in Deutschland mit dem April-Entgelt.

Die genaue Höhe der Prämie steht erst fest, wenn im März die exakten Finanzergebnisse des Jahres 2023 vorliegen. "Unsere Beschäftigten haben im letzten Jahr in einem schwierigen Umfeld abermals bewiesen, dass sich das Unternehmen auf sie verlassen kann", sagte Ergun Lümali, Gesamtbetriebsratsvorsitzender bei Mercedes-Benz.

Pkw-Absatz blieb konstant

Im wichtigsten Geschäftsbereich Mercedes-Cars inklusive Smart stieg der Umsatz leicht auf knapp 113 Milliarden Euro. Der Gewinn vor Steuern sank um 12,9 Prozent auf 14,2 Milliarden Euro. Der Pkw-Absatz blieb mit 2,04 Millionen Einheiten konstant.

Wie Mercedes mitteilt, konnten eine verbesserte Preisdurchsetzung, niedrigere Rohstoffpreise und optimierte Herstellungskosten die negativen Einflüsse durch Inflation und höhere Kosten in der Lieferkette nicht ganz ausgleichen. Der durchschnittliche Verkaufspreis im Pkw-Segment stieg um zwei Prozent auf 74.200 Euro.

Zuwächse bei den Vans

Im Bereich Mercedes-Benz Vans stieg der Umsatz um 18 Prozent auf 20,3 Milliarden Euro. Der operative Gewinn legte deutlich um 65 Prozent auf 3,14 Milliarden Euro zu. Der Absatz der Vans stieg um 7,8 Prozent auf 447.790 Einheiten. Im dritten Geschäftsfeld Mercedes-Benz Mobility blieb der Umsatz mit 26,7 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau. Der operative Gewinn brach dagegen um 46 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro ein. Källenius nannte unter anderem den verschärften Wettbewerb im Finanzdiensleistungssektor als Grund für den Rückgang.

Für das laufende Jahr erwartet Mercedes-Benz einen Konzernumsatz auf dem Niveau des Vorjahres. Aufgrund des weiterhin herausfordernden Marktumfelds rechnen die Stuttgarter mit einem operativen Ergebnis leicht unter dem Vorjahresniveau.

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