Stimme+
Stuttgart
Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Wirtschaftswachstum 2022: Baden-Württemberg wird zum Konjunkturmotor

   | 
Lesezeit  2 Min
Erfolgreich kopiert!

Eine Studie der LBBW sieht Baden-Württemberg beim Wirtschaftswachstum 2022 bundesweit vorn. Dennoch steht es vor gewaltigen Herausforderungen, die Politik und Wirtschaft gemeinsam meistern müssen. Sachsen mausert sich zum bundesweiten Zentrum für Elektro-Autos.

Der baden-württembergische Maschinenbau zählt zu den Garanten des wirtschaftlichen Erfolgs. Im kommenden Jahr soll die Konjunktur kräftig wachsen.
Foto: dpa
Der baden-württembergische Maschinenbau zählt zu den Garanten des wirtschaftlichen Erfolgs. Im kommenden Jahr soll die Konjunktur kräftig wachsen. Foto: dpa  Foto: Klaus-Dietmar Gabbert

Baden-Württemberg steckt mitten in einer gewaltigen Transformation. Dennoch wird sich das Land nach Prognosen der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) im kommenden Jahr zur Konjunkturlokomotive Deutschlands aufschwingen. Während die Bundesrepublik 2022 beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) um fünf Prozent zulegen wird, sagen die Experten dem Südwesten ein Plus von 5,5 Prozent voraus. Auf dem zweiten Platz folgt Bayern mit 5,4 Prozent. Von den zwölf Bundesländern, die LBBW Research unter die Lupe genommen hat, schneidet Sachsen-Anhalt mit einem Wachstum von 3,7 Prozent am schlechtesten ab.

Der Süden ist export- und strukturstark

Als Hauptgründe für die Stärke Baden-Württembergs und Bayern nennen die Forscher die "Export- und Strukturstärke sowie die Fortschritte bei der Digitalisierung", die vor allem durch die starke Industrie vorangetrieben werde.

 


Mehr zum Thema

Die Treppe der IHK Heilbronn-Franken wurde zwischenzeitlich saniert. Im nächsten Jahr muss die Tiefgarage neu abgedichtet werden.
Foto: Archiv/Mugler
Stimme+
Heilbronn
Hinzugefügt. Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Verlustjahre für die IHK Heilbronn-Franken


Der Südwesten zeichnet sich auch durch besondere Innovationskraft aus. So liegt Baden-Württemberg beim europäischen Innovationsindex 2020 mit 81 Punkten klar auf Platz eins vor Bayern mit 61,7 Punkten. Schlusslichter sind hier Sachsen-Anhalt mit 28,1 und Mecklenburg-Vorpommern mit 28,7 Punkten. Deutschland liegt mit 53,4 Punkten deutlich vor der Europäischen Union mit 36,1 Zählern.

Baden-Württemberg muss vier große Herausforderungen bewältigen

Trotz dieses guten Abschneidens Baden-Württembergs sehen die LBBW-Experten auch Probleme. Das Land stehe vor "vier großen Disruptionen, die es zu meistern gilt": Die Digitalisierung der Volkswirtschaft, insbesondere der öffentlichen Verwaltung; die Dekarbonisierung mit der damit einhergehenden Wende hin zur Elektro-Mobilität und zu erneuerbaren Energien; die demografische Entwicklung mit dem damit einhergehenden Fachkräftemangel; und "die Neujustierung und Re-Lokalisierung der globalen Wertschöpfungsketten und China als immer aggressiveren Wettbewerber insbesondere beim Thema Industrie 4.0". Angesichts dieser Aufgaben fordern die Forscher Politik und Unternehmen auf, "verstärkte Anstrengungen zu unternehmen, die Vielzahl an Herausforderungen, die für die Sicherung von Arbeitsplätzen und des Standorts notwendig sind, zu stemmen".

 


Mehr zum Thema

Ihr erstes Pressegespräch nach der Wahl zur IHK-Präsidentin musste Kirsten Hirschmann per Videokonferenz bestreiten.
Foto: Heiko Fritze
Stimme+
Heilbronn
Hinzugefügt. Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Neue IHK-Präsidentin: Alle Stimmen für Kirsten Hirschmann


Lieferengpässe und Fachkräftemangel sind die Bremsklötze für das Wachstum

Natürlich leidet auch die Wirtschaft im Südwesten unter den Problemen, die das ganze Land belasten: Lieferengpässe und Fachkräftemangel sind hier die größten Hemmschuhe für das Wachstum. Bei den Lieferschwierigkeiten für Halbleiter erwarten die Experten frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2022 eine Besserung. Andere derzeit knappe Materialien und Rohstoffe sollen dagegen schon früher wieder verfügbar sein. Vor diesem Hintergrund und der vollen Auftragsbücher im verarbeitenden Gewerbe erwarten die LBBW-Experten ein solides Wachstum im nächsten Jahr. Das nicht prognostizierbare Infektionsgeschehen und die Gefahr durch weitere Coronavirus-Varianten sorgten allerdings für Ungewissheit.

Sachsen profitiert von der Elektro-Mobilität

Sachsen sehen die Forscher übrigens als Gewinner des Trends zur E-Mobilität. Vor allem durch das VW-Werk in Zwickau, aber auch durch die anderen Auto-Standorte Leipzig und Dresden "entwickelt sich Sachsen zum E-Auto-Produktionsstandort Nr. 1 in Deutschlands", heißt es in der Studie.

 

 

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben