Heidelberg Materials übernimmt Heilbronner SER-Gruppe
Der Dax-Konzern kauft den Heilbronner Abbruch- und Baustoffrecycling-Spezialisten mit 220 Mitarbeitern. Damit soll das Geschäft mit nachhaltigen Baustoffen deutlich ausgebaut werden.

Der Baustoffkonzern Heidelberg Materials übernimmt das Heilbronner Abbruch- und Recyclingunternehmen SER. Das gab der Dax-Konzern am Freitag bekannt. Der Zukauf sei Teil der Strategie von Heidelberg Materials, ehemals Heidelcement, einen Kreislauf über alle Geschäftsbereiche zu entwickeln, um eine vertikale Integration bei Sand und Kies, Beton und Zement zu erreichen.
SER kommt auf 50 Millionen Euro Umsatz
Die SER-Gruppe gilt als führendes Unternehmen in den Geschäftsfeldern Abbruch und Baustoffrecycling sowie bei der Aufbereitung von Gleisschotter und der Herstellung von Versatzbaustoffen. Das Unternehmen erwirtschaftete zuletzt einen Umsatz von rund 50 Millionen Euro und beschäftigt mehr als 220 Mitarbeiter. Zur Gruppe gehören auch die Unternehmen RUZ Mineralik, Heilbronner Truck Service, Variowand, Virtusol, Rewied und Rowiro Bau. Geführt wird das Familienunternehmen mit Sitz in der Lichtenbergerstraße von den Eigentümern Herbert Röger, Gerhard Röger und Michael Wiener.
"Mit Heidelberg Materials ist es uns gelungen, einen strategischen Partner zu finden, der unser Unternehmen mit den Möglichkeiten eines Dax-Konzerns innovativ und sicher in die Zukunft führt", sagt SER-Geschäftsführer Herbert Röger. Mitgesellschafter Michael Wiener betont: "Mit unserer ab 2016 konsequent umgesetzten Strategie in die Kreislaufwirtschaft für mineralische Reststoffe haben wir gezeigt, dass sich Nachhaltigkeit und Wachstum nicht ausschließen."
Heidelberg Materials gehört zu den Weltmarktführern bei Baustoffen
Heidelberg Materials ist einer der weltweit größten Hersteller von Baustoffen und insbesondere bei Zement, Zuschlagstoffen und Transportbeton führend. Der Umsatz betrug 2021 18,7 Milliarden Euro, beschäftigt werden mehr als 51 000 Mitarbeiter an 3000 Standorten.
Mit dem Heilbronner Partner im Boot soll künftig bei der Betonherstellung rezyklierten, also wiederverwerteten Materialien Vorrang gegenüber Primärstoffen gegeben werden. "Dies schont nicht nur die natürlichen Ressourcen, sondern ermöglicht uns, neue Geschäftsfelder zu entwickeln und selbst Anbieter mit neuen Produkten und Dienstleistungen im Recyclingmarkt aktiv zu werden", sagt Christian Knell, Sprecher der Geschäftsleitung Heidelberg Materials Deutschland. Die SER-Geschäftsfelder Gleisschotter und Bergversatz seien eine Ergänzung des Portfolios von Heidelberg Materials.
Auch Stefan Heger, Geschäftsführer von Heidelberger Sand und Kies, freut sich auf die Zusammenarbeit. "Die SER-Gruppe passt aufgrund ihrer Baustoffrecycling-Kompetenz optimal zu uns. Mit der Aufbereitung von Gleisschotter können wir weitere Volumen für die Herstellung rezyklierter Gesteinskörnungen und deren Verwendung in der Baustoffindustrie bereitstellen und so der Nachfrage nach nachhaltigen Baustoffen im Großraum Heilbronn gerecht werden."
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