Gehaltscheck – Was man bei EBM-Papst und Ziehl-Abegg verdient
EBM-Papst und Ziehl-Abegg gehören zu den größten Arbeitgebern im Hohenlohekreis. Die Ventilatorenhersteller bezahlen bei manchen Tätigkeiten unterschiedlich viel. Und dann gibt es noch die Erfolgsbeteiligung. Ein Vergleich.

Der Wettbewerb um die Talente ist im Gange. Angesichts fehlender Fachkräfte kommt auch der Entlohnung eine neue Bedeutung zu, gerade im ländlichen Raum. Was verdient man also beispielsweise bei den großen Ventilatorenherstellern in Hohenlohe, bei EBM-Papst in Mulfingen oder bei Ziehl-Abegg in Künzelsau?
Wir haben recherchiert. Bewertungsportale wie Kununu und Glassdoor listen eine Vielzahl von Gehältern auf. Kununu ist deutlich weiter verbreitet und hat somit mehr Daten vorliegen. Für den etwas kleineren Motorenhersteller Ziehl-Abegg liegen hier beispielsweise neun Angaben für Entwicklungsingenieure vor. Sie verdienen demnach zwischen 51.000 und 77.000 Euro brutto im Jahr, im Schnitt 63.000.
Bezahlung liegt bei EBM-Papst nicht in allen Fällen darüber
Der größere Konkurrent scheint hier besser zu bezahlen. Bei EBM-Papst haben 13 Entwicklungsingenieure ihr Gehalt verraten. Sie verdienen zwischen 55.000 und 91.000 Euro, 75.000 Euro im Schnitt. Auch Teamleiter oder Projektmanager werden in Mulfingen und an den anderen EBM-Papst-Standorten deutlich besser bezahlt.
Bei anderen Jobs ist allerdings ein gegenläufiger Trend zu beobachten. Ein Maschinenführer verdient Kununu zufolge bei Ziehl-Abegg etwa 46.000 Euro im Jahr. Fünf Angaben liegen dazu vor. Bei EBM-Papst bekommen Maschinenführer im Schnitt nur knapp 40.000 Euro (9 Angaben).
Qualitätsmanager verdienen bei Ziehl-Abegg im Schnitt sogar 22.000 Euro mehr als beim großen Konkurrenten, nämlich 92.000 Euro. Doch der Wert der Künzelsauer beruht nur auf drei Angaben. Wie verlässlich sind die Angaben also?
Bei EBM-Papst legt man Wert auf Zusatzleistungen und Transparenz
EBM-Papst-Sprecher Hauke Hannig weist darauf hin: "Es bleibt oft unklar, ob die Verfasser dieser Angaben überhaupt Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von EBM-Papst sind." EBM-Papst halte sich an "branchenübliche Vergütungen in der Industrie". Intern lege man viel Wert auf Transparenz und Vergleichbarkeit, etwa durch die sogenannte Leistungsorientierte Vergütung (LeiV).
"Dabei werden die geltenden Gehaltsstufen offen kommuniziert, um sicherzustellen, dass alle Mitarbeitenden die gleiche Möglichkeit zur Bewertung und Überprüfung ihrer Vergütung haben." Firmenwagen gibt es hier ab der Abteilungsleitungsebene (Director).
Ziehl-Abegg betont, dass das Unternehmen auch Sonderzahlungen und andere "Benefits" wie Zuschüsse zum Jobticket, Kinderbetreuung, Jobrad, Fitnessstudio und mehr biete. Grundsätzlich gebe es neben dem Grundgehalt auch variable Komponenten und auch eine Beteiligung am Unternehmenserfolg. Für Führungskräfte und "spezifische Zielgruppen" gebe es einen Firmenwagen.
Ähnliche Zusatzleistungen gibt es auch bei EBM-Papst, geregelt im betriebsinternen Bündnis für Arbeit.
Nicht tarifgebunden
Bis auf wenige Unternehmen sind die großen und kleinen Mittelständler in Hohenlohe nicht Mitglied im Arbeitgeberverband und damit nicht tarifgebunden. Entsprechend liegen die Gehälter – nicht nur bei den Ventilatorenherstellern – in der Regel etwas unter dem Niveau der Tarifverträge. Uwe Bauer von der IG Metall in Schwäbisch Hall hat zuletzt allerdings beobachtet, dass bei Neueinstellungen sogar übertarifliche Zuschläge gezahlt werden.
Kommentare öffnen

Stimme.de
Kommentare