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EBM-Papst und seine neue "Folterkammer" für Ventilatoren

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Wirtschaftsministerin Hoffmeister-Kraut eröffnet das neue Erprobungszentrum von EBM-Papst in Hollenbach. Es ist eine von vielen Großinvestitionen des Unternehmens.

Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut mit dem "Unterzusammenbau" eines großen Ventilators. Bei ihr Matthias Jakob (Leiter Produktion Werk Hollenbach, Mitte) und Thomas Wagner, Gruppengeschäftsführer Produktion.
Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut mit dem "Unterzusammenbau" eines großen Ventilators. Bei ihr Matthias Jakob (Leiter Produktion Werk Hollenbach, Mitte) und Thomas Wagner, Gruppengeschäftsführer Produktion.  Foto: Gleichauf, Christian

Mit dem neuen Erprobungszentrum eröffnet EBM-Papst in Mulfingen-Hollenbach eines von mehreren Großbauprojekten am Heimat-Standort in Hohenlohe. Die baden-württembergische Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut durchschnitt das Band für das Fünf-Millionen-Euro-Projekt.

Noch teureres Labor ging ohne Feier an den Start

Eigentlich hätte Hoffmeister-Kraut die Mulfinger schon im vergangenen Jahr besuchen sollen. Die Eröffnung des zwölf Millionen Euro teuren EMV-Labors, wo die Bauteile auf die elektromagnetische Verträglichkeit hin untersucht werden, fiel jedoch Corona zum Opfer.


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Diesmal vermittelte der Hohenloher CDU-Landtagsabgeordnete Arnulf von Eyb erfolgreich den Kontakt nach Stuttgart. Und der Feierreigen geht weiter. Im Bau befindet sich derzeit die Elektronikentwicklung am Stammsitz Mulfingen, für die Aufstockung sind 16 Millionen Euro veranschlagt.

Einblick in die Produktion

Bevor der Wirtschaftsministerin das überwiegend noch mit Leben zu füllende Erprobungszentrum gezeigt wird, nutzen die EBM-Papst-Verantwortlichen die Chance, ihr einen Einblick in die Produktion zu geben, die hier seit 2007 in Hollenbach steht.

Produktionsleiter Matthias Jakob und Produktionsgeschäftsführer Thomas Wagner erläutern, wie aus Druckgussteilen, Spulen, Magnetsegmenten, einer Welle, der Elektronik und einem Rotor ein High-Tech-Ventilator wird.

Weg frei zu den Laboren: Beiratsmitglied Jan Philippiak und die Ministerin.
Weg frei zu den Laboren: Beiratsmitglied Jan Philippiak und die Ministerin.  Foto: Gleichauf, Christian

Für die Entwicklung würden bereits alle Möglichkeiten der Simulation am Rechner genutzt, erzählt Beiratsmitglied Jan Philippiak. Die aerodynamischen Eigenschaften, die Thermodynamik, Geräuschsimulation. "Das fasziniert mich wirklich."

Nicht alles kann simuliert werden

Doch am Ende müsse alles doch real getestet und erprobt werden. Acht Mitarbeiter werden künftig also im Erprobungszentrum alle Teile Extrembedingungen aussetzen: Vibrationen, allen möglichen Stürzen, Schlägen und Schocks, Temperaturschwankungen, Feuchtigkeit, sogar einem Salzdampf.

"Das ist ein besonderer Schlag an Ingenieuren, die in diesen Folterkammern ans Werk gehen", kommentiert Philippiak augenzwinkernd. Man müsse schon Freude daran haben, die Bauteile so zu traktieren.

In Mulfingen wird feine Messtechnik verwendet

Die Kammern sind allerdings noch leer. Weniger rabiat geht es in weiteren Speziallaboren in Mulfingen zu, etwa im Luft- und Geräuschmesskanal: "Das ist hier schon eine sehr feine Messtechnik", erklärt Erik Reichert. "Der gesamte Raum steht auf Federn, um ihn zu entkoppeln." Hier werden Lüfter eingebaut, um ihre Geräuschentwicklung zu optimieren.

Riesige Absorber sorgen dafür, dass der Schall sofort geschluckt wird, sobald er auf die Wände trifft. Zahllose Mikrofone registrieren jedes Geräusch. Was der Abteilungsleiter Vorentwicklung und Störungstechnik vorn im Raum sagt, ist hinten kaum noch zu verstehen - obwohl es nur wenige Meter Entfernung sind.

Hier wird optimiert, was sich schon nahe am Optimum befindet. Der aerodynamische Wirkungsgrad der Ventilatoren liege bei 78 Prozent, die sparsamen EC-Motoren wandelten 90 Prozent der elektrischen Energie in mechanische um. "Viel mehr geht da nicht", sagt Reichert. Doch das alles zählt natürlich nichts, wenn das Bauteil beim Kunden pfeift.

Alles abgeschirmt im EMV-Labor

Ins EMV-Labor darf keine Störung eindringen. "Messung läuft" warnt eine rote Lampe am Eingang. Die Tür muss also zubleiben. Drinnen wurde das Labor mit Absorbern komplett ausgekleidet, dahinter befinden sich Ferrit-Kacheln, die so gut wie keine Strahlung durchlassen.

"Hier wird alles gemessen, was an elektromagnetischer Strahlung von Motor und Elektronik ausgesendet wird", erklärt Prüfingenieur Steffen Rudolph. "Umgekehrt wird auch geschaut, was passiert, wenn wir ein Bauteil starker hochfrequenter Strahlung aussetzen. So prüfen wir die Störfestigkeit."

 
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