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Trumpf-Chefin mit Demokratiepreis "Württemberger Köpfe" ausgezeichnet

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Trumpf-Chefin Nicola Leibinger-Kammüller ist mit dem Demokratiepreis Württemberger Köpfe ausgezeichnet worden. VW-Chef Oliver Blume lobt "Ihre zupackende und sehr sympathische Art". Der nächste Preisträger steht auch schon fest.

Gruppenbild mit der Geehrten: Christian Strunz (stv. Vorsitzender der Württemberger Gesellschaft, von links), Landesinnenminister Thomas Strobl, Regierungspräsidentin Susanne Bay, Heilbronns OB Harry Mergel, Trumpf-Chefin Nicola Leibinger-Kammüller, Heinz Moll (Vorsitzender Württemberger Gesellschaft), VW-Chef Oliver Blume und Ideengeber Andreas Fischer.
Foto: Christiana Kunz
Gruppenbild mit der Geehrten: Christian Strunz (stv. Vorsitzender der Württemberger Gesellschaft, von links), Landesinnenminister Thomas Strobl, Regierungspräsidentin Susanne Bay, Heilbronns OB Harry Mergel, Trumpf-Chefin Nicola Leibinger-Kammüller, Heinz Moll (Vorsitzender Württemberger Gesellschaft), VW-Chef Oliver Blume und Ideengeber Andreas Fischer. Foto: Christiana Kunz  Foto: Kunz, Christiana

Nicola Leibinger-Kammüller ist am Mittwochabend mit dem Demokratiepreis Württemberger Köpfe ausgezeichnet worden. Die Laudatio für die Vorstandschefin des Ditzinger Hightech-Maschinenbauers Trumpf hielt VW-Chef Oliver Blume vor rund 1000 Gästen in der Heilbronner Harmonie. Es war ein Abend mit viel Werbung für das offene Wort.

Viel Lob - und nicht nur vom VW-Chef

"Sie setzen sich als Unternehmerin mit Leib und Seele nicht nur seit vielen Jahren für eine bessere Gesellschaft ein. Auch ihr persönliches ehrenamtliches Engagement für Wissenschaft, Kultur und Literatur ist herausragend", adressierte Blume die Geehrte. "Bewahren Sie sich Ihre Verbindlichkeit, Ihre Klarheit, Ihren scharfen Sinn. Und vor allem: Ihre zupackende und sehr sympathische Art."

 



 

Ähnliches Lob kam von vielen Seiten. Blumes schließende Worte, "wir sind stolz, einen Menschen wie Sie in unserer Mitte zu haben", quittierten die Gäste mit langen Standing Ovations.

Andreas Fischer, Unternehmer und Initiator der Württemberger Gesellschaft, wies mit Blick auf die Entwicklungen in Israel darauf hin, wie hochpolitisch ein Demokratiepreis plötzlich sein kann. "Ausgerechnet in diesen Zeiten stellen immer mehr Menschen unser demokratisches System generell infrage", so Fischer. "Unser Land, wir alle, sind gefordert wie lange nicht."

Leibinger-Kammüller: "Zivilcourage ist nicht umsonst ein französisches Wort."

Nicola Leibinger-Kammüller zeigte in ihrer Dankesrede, dass sie sich nicht bange machen lässt durch solche Entwicklungen, auch wenn sie diese ebenfalls mit Sorge beobachtet. "Es gibt natürlich einzelne Bürger, die sagen was sie denken", sagte sie angesichts der zurückhaltenden Solidaritätsbekundungen nach dem Angriff in Israel.

Bei der Anzeigenkampagne hätten "nicht alle Unternehmen, die wir angesprochen haben, mitgemacht". Manche hätten gesagt, da halten sie sich raus. "Die sagten, wir haben ja auch Investoren aus dem arabischen Raum." Sie rief auf: "Wenn wir viele sind, die hinstehen und uns melden, dann kriegt das Eigendynamik. Aber manchmal denke ich, das Wort Zivilcourage ist nicht umsonst ein französisches Wort."

Gekommen war "alles, was in der Region Rang und Namen hat", hielt Moderator und Stimme-Chefredakteur Uwe Ralf Heer fest. Landesinnenminister Thomas Strobl als Schirmherr der Veranstaltung, Regierungspräsidentin Susanne Bay, ebenfalls Heilbronnerin, und viele weitere Persönlichkeiten aus Gesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft und Politik erlebten einen kurzweiligen Abend. Das lag an der musikalischen Unterhaltung durch das Württemberger Kammerorchester, aber auch an vielen geistreichen Beiträgen und spontanen Einlagen.

OB Mergel kann Familie Leibinger nicht als Neubürger begrüßen

Heilbronns Oberbürgermeister Harry Mergel nutzte nicht nur die Chance, Werbung für die Stadt zu machen, sondern lud Leibinger-Kammüller auch gleich ein, nach Heilbronn zu ziehen. Daraus wird jedoch wohl nichts. Prinzipiell klinge das zwar verlockend, antwortete die Unternehmerin, doch der Verkehr zwischen Ditzingen und Heilbronn stehe dem wohl im Wege.

Heer ließ sich zudem die Gelegenheit nicht entgehen, den VW-Chef vor Publikum noch mit ein paar Fragen zu löchern. Blume erzählte, welche enge Beziehung er auch zu Audi in Neckarsulm hat, wo seine Karriere im VW-Konzern begann. "Ich habe die Region schätzen gelernt, die Menschen, das Land." Seit über zehn Jahren sei er nun in Stuttgart. "Das ist wie die zweite Heimat für mich."

Und als nächstes: Joschka Fischer

Leibinger-Kammüller befand, dass eigentlich doch Oliver Blume den Preis ebenso verdient habe und an ihrer statt doch auf dieser Bühne stehen sollte. Eines stand dem jedoch im Weg: "Sie sind von Geburt an Braunschweiger." So bekam wie geplant die Trumpf-Chefin als "Württembergerin von Geblüt" und erste Frau diese Auszeichnung.

Im kommenden Jahr soll es wieder ein Mann werden: Joschka Fischer steht bereits als Preisträger 2024 fest. Die Laudatio soll Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn halten.


Das Preisgeld

Seit 2019 wird der Preis "Württemberger Köpfe" verliehen. An die Ausgezeichnete geht neben der Urkunde eine Medaille, auf der Theodor Heuss, Margarete Steiff und Albert Einstein zu sehen sind. Das Preisgeld von 50 000 Euro geht an den Kinderhilfsverein Miteinander e.V., ebenfalls gegründet von Unternehmer Andreas Fischer, der auch den Preis ins Leben gerufen hat.

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