Baustart für neues Audi-Werk in China
Ab Ende 2024 rollen in China die ersten Audi-Elektroautos vom Band. Die Fabrik kann jährlich mehr als 150.000 Fahrzeuge CO2-neutral fertigen. Verantwortlicher vor Ort ist ein ehemaliger Neckarsulmer Werkleiter.

Für den mit Abstand größten Markt China haben Audi und VW mit ihrem langjährigen Partner FAW im vergangenen Jahr ein eigenes Unternehmen zur Produktion von Elektroautos gegründet. Der Sitz der Firma namens FAW NEV Company Ltd. Ist in Changchun im Nordosten des Landes. Dort steht der Baustart für eine neue Produktionsstätte unmittelbar bevor. Es wird das erste Audi-Werk in China sein, in dem ausschließlich E-Autos produziert werden. Ausgelegt ist die neue Fabrik auf eine Kapazität von mehr als 150.000 Fahrzeuge jährlich.
Neue Plattform wird mit Porsche entwickelt
Die für Changchun vorgesehenen Modelle basieren auf der neuen Plattform PPE (Premium Platform Electric), die Audi gemeinsam mit der Konzernschwester Porsche entwickelt. Audi setzt diese Plattform unter anderem für die Limousine A6 E-Tron und das elektrifizierte SUV Q6 E-Tron ein. Bei Porsche wird die nächste Generation des SUVs Macan die PPE nutzen.
Fabrik in China soll CO2-neutral und abwasserfrei produzieren
„Das Werk wird als jüngster Produktionsstandort neue Maßstäbe in den Bereichen Digitalisierung, Effizienz und Nachhaltigkeit setzen.“, sagt Jürgen Unser, Präsident Audi China. Für die Vernetzung aller Prozesse wird eine komplett neue IT-Architektur aufgebaut. Das standortübergreifende Umweltprogramm „Mission Zero“ setzt die Leitplanken für eine nachhaltige Produktion – mit dem Ziel, die Fahrzeuge in Changchun CO2-neutral und abwasserfrei zu bauen.
Helmut Stettner war schon einmal in China verantwortlich
Die Leitung des neuen Unternehmens, an dem Audi die Mehrheit hält, hat bereits seit August 2020 Helmut Stettner inne. Der 61-Jährige war bis April 2021 Werkleiter des Standorts Neckarsulm. Er wird neben seiner Funktion als Chef der Firma FAW NEV Company Ltd. Auch die Leitung der neuen Fabrik übernehmen. Für Stettner ist es bereits der zweite Einsatz in China. 2011 hatte der gebürtige Waiblinger die Standort- und Produktionsleitung für das bisherige Werk in Changchun übernommen. Dort produziert Audi jährlich mehr als 440.000 Fahrzeuge – unter anderem die Langversionen der Modelle A4, A6 und Q5.
Audi-Absatz in China 2021 leicht rückläufig
In China hat Audi das Jahr 2021 mit 701.289 ausgelieferten Fahrzeugen und einem Minus von 3,6 Prozent abgeschlossen. Nach dem Rekordjahr 2020 war insbesondere das vierte Quartal vom Halbleiterengpass für lokal produzierte Fahrzeuge geprägt. Eine stark wachsende Nachfrage verzeichneten die importierten Fahrzeuge (+53 Prozent). Besonders positiv entwickelten sich der A5 (+96,7 Prozent), der Q7 (+74,4 Prozent) und der vollelektrische E-tron (+68,7 Prozent). Darüber hinaus konnte der Absatz von Modellen der Audi Sport GmbH aus Neckarsulm gegenüber dem Vorjahr 2020 mehr als verdoppelt werden (+113,4 Prozent).
Kommentare öffnen


Stimme.de
Kommentare