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Audis neuer Personalvorstand Xavier Ros: Einer, der erst zuhört und dann handelt

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Audis neuer Personalvorstand Xavier Ros kam von der spanischen Schwestermarke Seat zum Autobauer mit den vier Ringen. Was treibt den Spanier an, was hat er vor und was macht er in seiner Freizeit?

Audi-Personalvorstand Xavier Ros.
Audi-Personalvorstand Xavier Ros.  Foto: Audi

Für Xavier Ros ist ein Traum in Erfüllung gegangen. "Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal dorthin zurückkehren würde, wo meine berufliche Laufbahn angefangen hat", sagt der Spanier. 1994 startete die Karriere des heute 51-Jährigen in der Produktionslogistik bei Audi in Ingolstadt. Seit 20. Mai ist er der neue Personalvorstand bei dem Autobauer. In Barcelona hat Ros einst Maschinenbau studiert. "Audi hat mich schon damals fasziniert", erzählt der Manager. Von 1997 an war er im Produktmanagement für das Topmodell A8 zuständig. "Da war ich einmal in der Woche in Neckarsulm, daher kenne ich den Standort sehr gut", so Ros.

Mal die Perspektive wechseln

Neckarsulm habe als kleinerer der beiden deutschen Standorte einen sehr familiären Charakter. "Der Zusammenhalt dort ist sehr groß, die Menschen suchen gemeinsam nach pragmatischen Lösungen, wenn es mal wo klemmt", sagt Ros. Ein studierter Maschinenbauer als Personalvorstand? Für Xavier Ros ist das kein Widerspruch: "Ich finde es ausgezeichnet, wenn Menschen aus anderen Bereichen wechseln, da hat man eine ganz andere Perspektive auf die Dinge. Das sorgt für Vielfalt, auch im Denken." Das wolle er ohnehin fördern im Unternehmen, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch ganz andere Aufgaben übernehmen können. Die vergangenen sieben Jahren war er Personalvorstand bei der spanischen Konzernschwester Seat. Und nun also die Berufung zu Audi. "Berufliche Karrieren kann man nicht planen", sagt Ros. "Man muss gut sein, in dem, was man tut. Aber Glück gehört auch dazu."

Olivenöl und Weißwürste

Glück habe er auch damals im Studium gehabt, als er an der technischen Universität in Barcelona seine Frau kennengelernt hat. Mit ihr hat er eine Tochter. Die ist in zwei Jahren mit der Schule fertig. So lange will seine Familie noch in Barcelona wohnen bleiben, Ros hat mittlerweile ein Haus in Ingolstadt bezogen. Am Wochenende wird gependelt. Ros hat sich nach eigenen Worten schnell eingelebt in Bayern. "Die Umgebung von Ingolstadt ist sehr schön, man kann hier wunderbar leben", sagt der 51-Jährige. Wenn er etwas aus Barcelona vermisst, dann das gute Olivenöl, aber dafür "schmecken die Weißwürste hier besser".

 


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Ros spricht sehr gut Deutsch

Der "Der Terminkalender des Vorstands ist prall gefüllt. Er lernt sein Team kennen, das Management, aber auch - und das ist ihm sehr wichtig - Mitarbeiter aus allen Bereichen und Hierarchieebenen. "Ich höre die ersten drei Monate ganz viel zu, will lernen, mir ein Bild machen und dann schauen, wo wir Dinge verbessern und ändern können", so Ros. Da hilft es natürlich, dass der Spanier sehr gut Deutsch spricht. "In meiner früheren Zeit in Deutschland war ich immer sehr viel mit den Einheimischen zusammen. Und ich lese gern. So lernt man die Sprache am besten", sagt Ros.

Mitarbeiter mitnehmen bei der Transformation

Der Spanier weiß um die Herausforderungen, die auf ihn warten. Die Automobilbranche befindet sich in der Transformation weg vom Verbrenner hin zur Elektromobilität. "Da fallen Berufsbilder weg, neue kommen dazu. Da wollen wir alle mitnehmen auf diesem Weg", sagt Ros. Ohnehin würde sich die Arbeitswelt derzeit rasend schnell verändern. Es gehe den Menschen nicht allein ums Geld, viele würden nach der Sinnhaftigkeit im Job suchen. "Was gibt Audi der Gesellschaft zurück, was tun wir für die Umwelt - das sind Dinge, die für viele entscheidend sind", so Ros.

 


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Direkter Austausch mit dem Team

Dem Spanier ist sehr wichtig, in den direkten Austausch mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu gehen. "Die Menschen brauchen Freiräume, um zu diskutieren und auch ihre Meinung sagen zu können", so Ros. Nicht immer könne ein Konsens gefunden werden. "Dann muss ich am Ende eine Entscheidung treffen, dafür bin ich da." 28 Jahre ist es her, dass er bei Audi angefangen hat, vieles hat sich seitdem verändert. "Aber eines spüre ich ganz deutlich: Der Audi-Spirit ist immer noch da", sagt Xavier Ros. Audi sei ein starkes Team und eine starke Marke mit starken Produkten. Nach der Phase des Personalabbaus sei es nun an der Zeit, in Zukunftsfeldern auch wieder Personal aufzubauen. Das Projekt Formel 1 sei ein gutes Beispiel dafür, so Ros: "Wir müssen die besten Ingenieure und Techniker an Bord holen, um erfolgreich zu sein."

Stippvisite in Neckarsulm

Der Bedeutung von Audi für die beiden Städte Ingolstadt und Neckarsulm ist sich der Spanier sehr bewusst. "Geht es den großen Unternehmen gut, geht es auch der Region gut", sagt Ros. Ende September kommt er für zwei Tage nach Neckarsulm. Zum einen steht die nächste Betriebsversammlung an, zum anderen will er sich mit Verantwortlichen am Standort austauschen. Zudem plant er Antrittsbesuche bei den Oberbürgermeistern von Neckarsulm und Heilbronn.

 


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Laufen, wandern, lesen und ins Kino

In seiner knapp bemessenen Freizeit geht der 51-Jährige gerne laufen und wandern. Raus in die Natur, da kriege er den Kopf frei. Zudem interessiert er sich für Fußball und liest gerne - vor allem über Geschichte. "Und ich gehe sehr gerne ins Kino", erzählt Ros.

 


Personalsuche

Audi ist auf der Suche nach Fachkräften. Deshalb nutzt Xavier Ros auch Plattformen, wie die Zukunftskonferenz "One Young World", die vom 5. bis 8. September in Manchester stattfindet, um junge Talente im direkten Austausch für Audi zu begeistern.

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