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Start der Modelloffensive

Audi-Produktionschef lobt Werke in Neckarsulm und Heilbronn – Schluss mit Unterauslastung

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Audis Produktionschef Gerd Walker erwartet dank neuer Modelle eine gute Auslastung für das Werk Neckarsulm. Welche Modelle und wie viele Einheiten vom Band laufen sollen und warum die Digitalisierung eines der entscheidenden Zukunftsthemen beim Autobauer ist.

Blick auf den Neckarsulmer Audi-Standort (großes Foto): Produktionsvorstand Gerd Walker blickt angesichts der Modelloffensive positiv in die Zukunft.
Blick auf den Neckarsulmer Audi-Standort (großes Foto): Produktionsvorstand Gerd Walker blickt angesichts der Modelloffensive positiv in die Zukunft.  Foto: Audi, Montage: Stimme.de

Der Audi-Standort Neckarsulm hatte in den vergangenen Jahren mit einer hohen Unterauslastung zu kämpfen. Auch 2024 werden wohl noch einmal deutlich weniger als die 300.000 möglichen Fahrzeuge gefertigt werden. Audis Produktionsvorstand Gerd Walker blickt angesichts der Modelloffensive des Unternehmens positiv in die Zukunft.

"Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind voll motiviert, die Fahrzeuge an den Start zu bringen – auch in Neckarsulm", sagte der 54-Jährige im Gespräch mit der Heilbronner Stimme. "Mit dem neuen A5 und dem neuen A7, als Nachfolger unserer Erfolgsmodelle A4 und A6, werden wir den Standort gut auslasten." Unseren Recherchen zufolge geht man bei Audi davon aus, dass 2025 – wenn beide neuen Modelle voll verfügbar sein werden – die Zahl der gefertigten Fahrzeuge auf deutlich mehr als 200.000 Einheiten steigen wird. Im vergangenen Jahr waren es knapp 162.000 Fahrzeuge.


Audi-Vorstand: "Neckarsulm ist extrem gut aufgestellt"

Gerd Walker war im Lauf seiner Karriere bereits direkt in Neckarsulm tätig. An die "wunderbare Zeit in der Region" denke er gerne zurück und findet lobende Worte für den Standort. Neckarsulm war schon immer die Heimat unserer Oberklassemodelle. "Die Komplexität des Werks ist riesig. Und der schwäbische Fleiß ist ja fast schon legendär", sagt Walker. "Wir sind dort extrem gut aufgestellt, für alles, was noch kommt."

Böllinger Höfe: "Ein besonderes Juwel"

In Heilbronn ist am Standort Böllinger Höfe Ende März der letzte R8 vom Band gerollt. Das hinterlässt ebenso eine Lücke wie die gesunkene Nachfrage für das E-Auto E-Tron GT. Daher musste Audi in Heilbronn eine Schicht streichen. Grundsätzlich sei es laut Gerd Walker denkbar, in Heilbronn auch ein Fahrzeug einer anderen Konzernmarke zu fertigen. "Grundsätzlich sind wir immer offen für eine Mehrmarkenfertigung im Konzern", so der Audi-Vorstand. "Die Böllinger Höfe sind natürlich ein besonderes Juwel, unser Reallabor, in dem wir die neuesten Technologien in einer kleineren Serie testen, um sie dann in die Großserie zu überführen." Der E-Tron GT werde in Heilbronn noch eine ganze Weile vom Band fahren "und wird uns noch viel Freude bereiten". Im Sommer erhält der sportliche Stromer eine umfangreiche Modellüberarbeitung.

Audi partizipiert vom KI-Standort Heilbronn

Zufrieden zeigt sich Gerd Walker mit der vor knapp zwei Jahren eingeführten Strategie namens "60factory". "Eine Strategie für die Produktion, die 360 Grad abdeckt, also einen Rundumblick, gab es so noch nicht", betont Walker. Wirtschaftlichkeit sei dabei nur ein Aspekt. "Nachhaltigkeit, Attraktivität und Flexibilität sind die anderen Säulen. Für jede dieser Säulen haben wir uns Ziele gesetzt und auch schon große Meilensteine geschafft", erklärt der Vorstand. Was über allem stehe und die Klammer bilde, sei die Digitalisierung, vor allem auch das Thema Künstliche Intelligenz (KI). Die zahle überall ein. Gerd Walker: "Im KI-Ökosystem, das gerade in Heilbronn entsteht, haben wir als Audi die Möglichkeit, zu partizipieren und das Netzwerk aus Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Wirtschaftsunternehmen zu nutzen, um unsere Themen voranzubringen." Verbessert habe sich die Versorgungslage mit Halbleitern, so Walker: "Wir haben die Lieferketten stabilisiert."

Nachhaltigkeit spiel bei Audi wichtige Rolle

Besonders wichtig ist Audi-Vorstand Gerd Walker das Thema Nachhaltigkeit. Nachhaltig gefertigte Autos seien keine Utopie mehr, so der 54-Jährige. "Unser Ziel steht: Alle unsere Werke sollen bis zum Jahreswechsel bilanziell CO2-neutral sein", sagt Walker. "Neckarsulm und San José Chiapa in Mexiko werden gerade noch umgestellt, in allen anderen Werken ist das bereits der Fall - zum Beispiel auch in den Böllinger Höfen in Heilbronn.

 

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