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Audi Neckarsulm wird das "Gravitationszentrum der Digitalisierung"

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Audi und Institutionen auf dem Bildungscampus Heilbronn sowie Partnerfirmen starten die Automotive Initiative 2025. Ein weiterer Baustein, um den Standort zukunftssicher zu machen.

In der Kleinserie des E-Tron GT wurden bereits Entwicklungen getestet, die dann im gesamten VW-Konzern übernommen werden.

Foto: Audi
In der Kleinserie des E-Tron GT wurden bereits Entwicklungen getestet, die dann im gesamten VW-Konzern übernommen werden. Foto: Audi  Foto: sagmeister_potography

Audi startet eine Initiative für digitale Fabriktransformation in Heilbronn. "Wir werden den Standort Neckarsulm mit Partnern der Automotive Initiative 2025 zu einem führenden Werk für digitale Produktion und Logistik im Konzern entwickeln", hatte Audi-Produktionsvorstand Peter Kössler bereits verkündet.

Jetzt startet die Initiative AI25, und mit dabei sind die TU München, Fraunhofer IAO, das 2020 von Audi und Capgemini gegründete Joint Venture XL2, Capgemini selbst, die Amazon-Cloud AWS und SAP.

Das Umfeld bietet beste Möglichkeiten

"Wie gestalten wir den digitalen Weg in die Zukunft? Das ist die übergeordnete Frage", sagt Audianer Andreas Lehe, der seit November in Ingolstadt für Strategie-Planung und Digitalisierung der Produktionsprozesse zuständig ist.

Um die Frage zu beantworten, bringe man jetzt die wichtigsten Player zusammen: mit TUM und Fraunhofer Wissenschaft und Forschung, dazu Tech-Unternehmen wie XL2 und den Autobauer, der es anwendet und den Nutzen hat. Für die Beantwortung der großen Fragen wie auch für Details der technischen Lösungen gebe es in Heilbronn und Neckarsulm das perfekte Umfeld.

"Es ist ein Geschenk", sagt Frank Loydl, Chief Information Officer (CIO) bei Audi. "Neckarsulm ist das Gravitationszentrum der Produktionsdigitalisierung."


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Krcmar: "Nicht nur nebenherlaufen"

Helmut Krcmar, Gründungsdekan der TUM Campus Heilbronn, sah in diesen Darstellungen schon einen Hinweis auf die Größe des Themas. Als Partner im Netzwerk AI25 wolle die TUM diese Entwicklung nicht nur begleiten, "also nebenherlaufen", sondern mitgestalten und einzelne Projekt auch umsetzen.

Es sei ein großes Reallabor, so Krcmar. "Nichts macht dem Forscher mehr Freude als herauszufinden, ob etwas wirklich geht."

Jetzt funktioniert, auf was man 40 Jahre gewartet hat

Viele Ansätze dessen, was man seit zehn Jahren unter Industrie 4.0 versteht, gebe es bereits seit den 1980er Jahren. "Es ist jetzt nicht zu spät, aber höchste Zeit, es zu tun", so Krcmar. Es sei vieles auch jetzt erst möglich. Beispielsweise die für künstliche Intelligenz (KI) notwendigen Datenmengen und Prozessorleistungen gebe es erst jetzt.

Immer wieder gelobt wird das "Ökosystem" auf dem Bildungscampus in Heilbronn mit der TUM und weiteren Hochschulen, mit Instituten und Einrichtungen wie der Programmierschule 42. Frank Loydl fasst es so zusammen: "Die Dieter-Schwarz-Stiftung hat da ein wunderschönes Biotop gebaut." Das sei nicht zuletzt deshalb so wichtig, um die Transformation auch bei den Mitarbeitern zu gestalten.


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Durchgängige Daten und ihre Bedeutung

Was die Digitalisierung der Produktion bedeutet, lässt sich anhand einiger Beispiele nachvollziehen. So soll es künftig über RFID-Datenträger möglich sein, jederzeit alle Daten für ein Fahrzeug beispielsweise auf einem Tablet aufzurufen.

"Wenn etwas nachgearbeitet werden muss, dann kann der Mitarbeiter hier sofort auch die Teile bestellen und definieren, wo sie verbaut werden", erklärt Lehe. "Das wurde in der Kleinserie in den Böllinger Höfen eingeführt, dann wird es in der Großserie in Neckarsulm getestet", erklärt Loydl. Das sei ein Vorteil des außerordentlich komplexen Automobilwerks am Standort Neckarsulm.

Weitere Partner könnten dazustoßen

Was aus der Initiative langfristig wird, ist offen. Vorerst muss sie noch einen organisatorischen Rahmen bekommen. Dann könnten noch weitere Partner an Bord geholt werden.

Von der Strahlkraft des Projekts sind die Verantwortlichen überzeugt. Über die von VW entwickelte Digitale Produktionsplattform (DPP) soll schließlich der gesamte VW-Konzern von den Ergebnissen profitieren. Vielleicht, so deutet Frank Loydl an, werde die Plattform sogar unternehmensübergreifend Daten bereitstellen. Der neuen deutschen Auto-Cloud Catena-X ist VW gerade beigetreten.

Datensicherheit

Zuversichtlich sind die Partner, was den Umgang mit Daten angeht. "Wir hätten natürlich gern Zugriff auf alle Daten", scherzt Helmut Krcmar (TUM). Ernsthaft habe er kein Interesse, für sensible Daten auf den eigenen Rechnern verantwortlich zu sein. Die Audi-Verantwortlichen versichern, es gebe mehrere Möglichkeiten, Daten sinnvoll zur Verfügung zu stellen "Aber es gibt sicher keinen uneingeschränkten Zugriff", so Audi-CIO Frank Loydl.


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