Audi startet Produktion des neuen A5 – Wagen unterliegt noch Geheimhaltung
Mit der Modellfamilie A5 soll das Audi-Werk in Neckarsulm in den kommenden Jahren wieder gut ausgelastet werden. Noch ist vieles über den Nachfolger des A4 geheim. Die Heilbronner Stimme verrät aber erste Details.

Auf den Straßen in der Region, in vielen Teilen Europas, aber auch in den USA kann man den neuen Audi A5 mit etwas Glück schon fahren sehen, oft sogar mit Heilbronner Kennzeichen. Bis zum Herbst unterliegt der Wagen mit dem internen Kürzel B10 noch der Geheimhaltung und ist daher mit schwarz-weißer Tarnfolie unterwegs. In dieser Woche startet die Produktion der A5-Familie am Standort Neckarsulm. „Der gesamte Standort steht in den Startlöchern, um die neue A5-Familie auf die Straße zu bringen. Mit der Inbetriebnahme von Produktionsanlagen, der Personalplanung und der Qualifizierung in allen Gewerken haben wir wichtige Aufgaben erledigt“, sagt Werkleiter Fred Schulze im Gespräch mit der Heilbronner Stimme. „Jetzt gilt es, die Ärmel für den Hochlauf hochzukrempeln. Ich bin überzeugt davon, dass unsere motivierten Kolleginnen und Kollegen auch diese Herausforderung meistern.“
Neuer Audi A5: Mitarbeiter wurden umfassend qualifiziert
Der neue Audi A5 bildet für den Standort Neckarsulm die größte Anlaufphase in der Werksgeschichte. Nach dem Konkurrenten für Modelle wie der Mercedes C-Klasse und dem BMW 3er startet im Spätsommer der überarbeitete E-Tron GT in Heilbronn, gegen Jahresende dann der neue A7. Bereits im vergangenen Jahr wurden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für den neuen A5 geschult. Die stetige Qualifizierung der Belegschaft steht nach Angaben des Unternehmens auch in der Anlaufphase im Fokus.

Investitionen in den Audi-Standort Neckarsulm
Darüber hinaus hat Audi in Neckarsulm einen dreistelligen Millionenbetrag in neue Gebäude und Produktionsanlagen investiert. Mit der Erneuerung der Lackiererei setzt der Standort energie- und ressourcensparende Technologien ein. Bei der Fertigstellung im neuen Jahr soll die Lackiererei zu den modernsten und umweltfreundlichsten Anlagen in der gesamtem Automobilbranche zählen. Mit der Bündelung der Montagen im westlichen Teil des Werks und der Logistik im unmittelbaren Umfeld hat der Standort die Werkstruktur weiterentwickelt. Ein optimaler Fertigungsfluss schaffe laut Audi kurze Wege und spart Kosten. So erhöht Audi zum Beispiel im Karosseriebau den Automatisierungsgrad weiter und setzt auf innovative Technologien bei der Qualitätsüberwachung.
„Wir haben uns am Standort intensiv auf diesen Anlauf vorbereitet. Im Rahmen unserer Produktionsstrategie haben wir eine zukunftsfähige Werkinfrastruktur geschaffen“, sagt Werkleiter Fred Schulze. „Parallel haben sich die Neckarsulmer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiterqualifiziert und fit gemacht für neue Anlagen und innovative Technologien.“
Werden 2025 mehr als 230.000 Autos im Audi-Werk Neckarsulm produziert?
Nach vielen Jahren der Unterauslastung und vielen Problemen in den ersten sechs Monaten, soll im neuen Jahr die Trendwende gelingen, wenn A5 und A7 vollumfänglich verfügbar sein werden. Bei Anläufen ist es üblich, dass sich die Stückzahlen stetig steigern, um die Prozesse und Abläufe sauber einzuspielen. Dem Vernehmen nach könnte die Zahl der gefertigten Fahrzeuge 2025 unter optimalen Umständen auf mehr als 230.000 Einheiten steigen. „Die Anläufe bedeuten auch große Umstellung für unsere Kolleginnen und Kollegen. Durch die vielen verschiedenen Ereignisse der letzten Jahre konnten wir nie die Stückzahl bauen, zu der wir in der Lage gewesen wären“, sagt Betriebsratschef Rainer Schirmer.
„Die Anläufe fordern nun einen hohen Einsatz der Belegschaft. Ich bin mir sicher, dass uns dieser Übergang mit unserer Schaffer-Mentalität gelingt.“ Oder wie es Produktionsvorstand Gerd Walker sagt: „Der schwäbische Fleiß ist ja fast schon legendär.“
Audi-Produktionsvorstand Walker: „Wir werden den Standort gut auslasten“
Am Standort Neckarsulm – inklusive Böllinger Höfe – sind im vergangenen Jahr 161.569 Autos gebaut worden. Gegenüber 2022 ist das ein Plus von 8,7 Prozent. Das ist aber immer noch weit entfernt von der maximal möglichen Kapazität von 300.000 Einheiten jährlich. Das erste Halbjahr ist für Audi in der Region verhalten gelaufen. Vor allem im ersten Quartal haben bedingt durch einen Lieferanten Bauteile für die Sechs- und Achtzylindermotoren der renditestarken Neckarsulmer Modelle A6, A7 und A8 gefehlt. Das sorgte immer wieder für Schichtausfälle. In Heilbronn wurde aufgrund der schwachen Nachfrage für das Elektroauto E-Tron GT eine ganze Schicht gestrichen. Nach Informationen der Heilbronner Stimme rechnet man daher in diesem Jahr mit einem Produktionsvolumen von gerade einmal 130.000 Fahrzeugen.
Mit dem neuen A5 und dem neuen A7, der im Spätherbst startet, soll aber Stück für Stück ins nächste Jahr hinein die Trendwende gelingen. „Mit dem neuen A5 und dem neuen A7, als Nachfolger unserer Erfolgsmodelle A4 und A6, werden wir den Standort gut auslasten“, sagt Audis Produktionsvorstand Gerd Walker.

Neuer Audi A5: Zwei Karosserieformen, ein dynamisches Design
Der neue A5 ist der Nachfolger des aktuellen A4. Zunächst einmal gibt es einen neuen Namen. Das rührt daher, dass alle vollelektrischen Modelle von Audi künftig eine gerade Zahl im Namen tragen, die Baureihen mit Verbrennungsmotor eine ungerade Zahl. Daher wird der A4 zum A5. Künftig wird es das Modell in zwei Karosserieformen geben – zum einen als Sportlimousine Sportback mit einer Linienführung, die an ein Coupé erinnert. Zum anderen wird es den A5 klassisch als Kombi geben, der bei Audi stets Avant heißt. Das zweitürige A5 Coupé entfällt ebenso ersatzlos wie das Cabrio. Bei beiden Varianten ist die Nachfrage in den vergangenen Jahren sukzessive gesunken. Insider berichten, dass die Optik der beiden Modelle gegenüber den Vorgängern deutlich geschärft wurde.
Audi A5 mit verschiedensten Antriebe – S- und RS-Modelle
Kein Geheimnis ist, dass der A5 voraussichtlich im November mit einer neuen Generation von Benzin- und Dieselmotoren auf den Markt kommen wird, die auf noch mehr Effizienz getrimmt wurden und die schärfer werden Abgasnormen rund um den Globus erfüllen werden. Zudem wird es Plug-in-Hybride geben, also die Kombination aus Benzin- und Elektromotor. Hier ist mit elektrischen Reichweiten von mehr als 100 Kilometern zu rechnen. A5 und später der A7 stehen auf der neuen Plattform PPC (Premium Platform Combustion), also der Basis für die Modelle mit Verbrennungsmotoren. Es wird beim A5 auch für beide Karosserievarianten eine leistungsgesteigerte S-Version geben. Die dynamischen Topmodelle kommen von der Neckarsulmer Tochterfirma Audi Sport GmbH. RS5 Sportback und RS5 Avant werden erstmals von einem Plug-in-Hybrid angetrieben. „Die Anläufe des A5 und A7 sind extrem wichtig für unser Werk und die Marke Audi“, sagt Neckarsulms Betriebsratschef Rainer Schirmer. „Wir hoffen, dass diese neuen Autos dafür sorgen, dass die Auslastung dauerhaft wieder auf einem hohen Niveau bleibt.“
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