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12 Erfindungen aus Baden-Württemberg, die die Welt verändert haben

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Baden-Württemberg gilt als das Land der Tüftler und Erfinder. Seit Jahren werden die meisten Patente für Produkte "Made im Ländle" angemeldet. Wir stellen zwölf Erfindungen aus Baden-Württemberg vor, ohne die die Welt nicht auskommt.

Baden-Württemberg gilt als Land der Erfinder. Seit 2019 stammen die meisten deutschen Patente aus dem Südwesten, zuvor reichte es mindestens für Platz zwei. Manche Erfindungen aus dem Ländle prägen aber schon viel länger unseren Alltag.

 

Mechanische Rechenmaschine:

1634: Rechenmaschine, erfunden von Wilhelm Schickard
1634: Rechenmaschine, erfunden von Wilhelm Schickard  Foto: Bernd Weißbrod

So legte der aus Herrenberg stammende Professor Wilhelm Schickard im Jahr 1623 die Grundlage für den Taschenrechner, als er die erste mechanische Rechenmaschine erfand. Sie beherrschte erstmals den automatischen Zehnerübertrag, der für die Grundrechenarten nötig ist.

 

Phosphor-Streichholz:

1832: Phosphor-Streichholz, erfunden von Jakob Friedrich Kammerer
1832: Phosphor-Streichholz, erfunden von Jakob Friedrich Kammerer  Foto: NaMaKuKi

Ob das Streichholz wirklich vom Ludwigsburger Tüftler Jakob Friedrich Kammerer erfunden wurde, ist nicht ganz geklärt. Einige Aufzeichnungen geben an, dass Kammerer die Zündhölzer mit einem Kopf aus Phosphor und Kaliumchlorat erstmals 1832 herstellte. Allerdings ließ er sich die Erfindung nicht patentieren.

 

Steriler Wundverband:

1873: Steriler Wundverband, erfunden von Victor von Bruns
1873: Steriler Wundverband, erfunden von Victor von Bruns  Foto: Sven Bähren

Bedeutend war die Erfindung des Wundverbands. Sie geht auf den Tübinger Victor von Bruns zurück, der es 1873 schaffte, Baumwolle zu entfetten. Dadurch konnte sie mehr Flüssigkeit aufnehmen. Der Heidenheimer Paul Hartmann produzierte daraufhin erstmals Verbände in großem Maßstab.

 

Dauerwelle:

1906: Dauerwelle, erfunden von Karl Ludwig Nessler
1906: Dauerwelle, erfunden von Karl Ludwig Nessler  Foto: Patrick Pleul

Einige Experimente waren nötig, bis die Dauerwelle erfunden war: Der Friseur Karl Ludwig Nessler aus Todtnau (Landkreis Lörrach) experimentierte mit dem Haar seiner Freundin, um die Wellenfrisur zu kreieren. Dafür wurden einzelne Strähnen in Borax getränkt, aufgewickelt und mit einer Zange erhitzt - ab 1910 war die Dauerwelle patentiert.


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Elektrische Kochplatte:

1931:  Elektro-Heizplatte, erfunden von Karl Fischer
1931: Elektro-Heizplatte, erfunden von Karl Fischer  Foto: Uli Deck

Als Erfinder der Kochplatte gilt Karl Fischer. Er gründete 1931 das Oberderdinger Unternehmen EGO und patentierte wenig später die erste Metallkochplatte, die sich mit Heizdrähten gleichmäßig erhitzte. Erst ab den 1970er-Jahren bekam sie zunehmende Konkurrenz durch Kochfelder aus Glaskeramik.

 

Spätzlepresse (und womöglich das Spaghettieis):

1939:  Spätzlepresse, erfunden von Robert Kull
1939: Spätzlepresse, erfunden von Robert Kull  Foto: Daniela Stärk

Dass die Spätzlepresse eine schwäbische Erfindung ist, überrascht kaum. Der Stuttgarter Robert Kull wollte durch sie das Spätzlemachen vereinfachen und meldete 1939 das Patent an. Die Presse kann aber noch mehr: Der Mannheimer Eismacher Dario Fontanella reklamiert für sich, damit 1969 das erste Spaghettieis der Welt hergestellt zu haben.

 

Laufrad:

1817:  Laufrad, erfunden von  Karl Drais
1817: Laufrad, erfunden von Karl Drais  Foto: dpa

Lange vor dem Auto wurde das Laufrad entwickelt. Der Karlsruher Karl Drais stellte seine hölzerne Laufmaschine, "Draisine" genannt, 1817 der Öffentlichkeit vor. Bei einer Testfahrt erreichte der Erfinder 15 Stundenkilometer. Erst 1867 wurde in Frankreich ein Zweirad erstmalig mit Pedalen ausgestattet.

 

Brennstoffzelle:

1838:  Prinzip der Brennstoffzelle, entdeckt von
Ferdinand Schönbein
1838: Prinzip der Brennstoffzelle, entdeckt von Ferdinand Schönbein  Foto: Ole Spata

Brennstoffzellen sind heutzutage in Autos, Zügen und Heizungen verbaut und ermöglichen es, meist mit Wasserstoff als Brennmaterial Energie zu erzeugen. Dieses Prinzip entdeckte 1838 der in Metzingen geborene Chemiker Christian Friedrich Schönbein: Er tauchte zwei Platindrähte in Salzsäure und brachte sie mit Wasserstoff und Sauerstoff in Kontakt. Einige Jahre später baute ein Brite den ersten Stromgenerator nach diesem Prinzip.

 

Automobil:

1886: Automobil, erfunden von G. Daimler und C. Benz
1886: Automobil, erfunden von G. Daimler und C. Benz  Foto: Fotoreport

Das Auto wurde gleich zwei Mal in Baden-Württemberg erfunden. Von Carl Benz, der 1886 in Mannheim den "Benz Patent-Motorwagen Nummer 1" baute und von Gottlieb Daimler, der zur selben Zeit in Cannstatt erstmals eine Kutsche mit einem Motor ausstattete. Bis zur Massenproduktion vergingen einige Jahre. 1926 fusionierten die Firmen der beiden Gründer dann zur Daimler-Benz AG.

 

Büstenhalter:

1912:  BH, erstmals in Serie produziert von S. Lindauer
1912: BH, erstmals in Serie produziert von S. Lindauer  Foto: Christin Klose

Der Büstenhalter (BH) wurde zwar nicht in Baden-Württemberg erfunden - 1889 wurden aus Dresden und Paris Patente dafür angemeldet. Allerdings war es der Unternehmer Sigmund Lindauer, der erstmals BHs ohne Stützelemente in Böblingen und Cannstadt industriell herstellte. Das Modell "Hautana" ließ sich Lindauer 1912 patentieren.

 

Alleskleber:

1932: Alleskleber, erfunden von August Fischer
1932: Alleskleber, erfunden von August Fischer  Foto: ERIC

Klebstoff war Anfang des letzten Jahrhunderts eine unschöne Sache: Meist wurde Knochenleim verwendet, für den tierische Abfälle wie Fischgräten ausgekocht wurden. Der Apotheker August Fischer aus Buchau im Landkreis Biberach änderte das: 1932 erfand er den ersten Alleskleber aus Kunstharzen und taufte ihn "Uhu". Um den Kleber zu vermarkten, schickte Fischer Proben an Schulen. Sogar Teile des Zeppelins "Hindenburg" sollen damit verklebt worden sein.

 

Kunststoffdübel:

1958: Kunststoffdübel, erfunden von Artur Fischer
1958: Kunststoffdübel, erfunden von Artur Fischer  Foto: Fotoreport Fischer

Mit insgesamt 2252 Patenten und Gebrauchsmustern gilt Artur Fischer aus Waldachtal als einer der erfolgreichsten Erfinder der Welt. Besonders bekannt ist Fischers Spreizdübel aus Kunststoff, den er 1958 entwarf. Der Kunststoff-Dübel ersetzte die bis dahin gängigen Holzdübel und wurde zu einem der am häufigsten verwendeten Bauteile.

 
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