EBM-Papst baut bis zu 170 Arbeitsplätze in Südbaden und Bayern ab
Der Ventilatorenhersteller EBM-Papst will an mehreren Standorten Stellen im Bereich Automotive abbauen. Der Stammsitz in Mulfingen ist nicht betroffen. Noch laufen die Verhandlungen.

Der Ventilatorenhersteller EBM-Papst will an seinen Standorten in Südbaden und Bayern bis Ende kommenden Jahres bis zu 170 Arbeitsplätze abbauen. Betroffen ist die Tochter EBM-Papst St. Georgen, die vor allem in der Automobilbranche tätig ist. Mehrere Medien hatten berichtet.
Strukturwandel in der Automobilindustrie ist der Auslöser
Auf Anfrage unserer Zeitung teilte das Unternehmen in Mulfingen mit, der Schritt habe mit den strukturellen Veränderungen im Zuge der Transformation zur Elektromobilität zu tun. „Da müssen wir Anpassungen vornehmen, die wir so auch nicht vorhergesehen haben.“ Eine Rolle spielten inzwischen auch die Auswirkungen der weltweiten Lieferengpässe. „Es stehen Werke der Automobilhersteller still, man kann es jeden Tag lesen“, so Vertriebsgeschäftsführer Thomas Nürnberger.
Betroffen sind Jobs in St. Georgen (Schwarzwald-Baar-Kreis), in Herbolzheim (Kreis Emmendingen) sowie in Lauf an der Pegnitz im Nürnberger Land. Es werde aber geprüft, inwieweit den betroffenen Arbeitnehmern Angebote an anderer Stelle gemacht werden könnten – „an anderen Arbeitsplätzen oder auch an anderen Standorten“, wie Nürnberger erläuterte. Wenn die Bereitschaft dazu bestehe, den Arbeitsort zu wechseln, könne das eine Lösung sein.
Keine betriebsbedingten Kündigungen geplant
Details zu den Konditionen und zum genauen Umfang des Stellenabbaus nennt das Unternehmen noch nicht, da in dieser Woche noch Betriebsversammlungen stattfinden und die Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern laufen. Die Jobs sollen aber in jedem Fall sozialverträglich abgebaut werden, versichert ein Sprecher.
Ein Teil der rund 170 Stellen sei bereits nicht mehr nachbesetzt worden, ein weiterer werde durch das Auslaufen befristeter Arbeitsverträge, Altersteilzeitregelungen und den Abbau von Leiharbeiterjobs erreicht. Man wolle über die Ergebnisse der Gespräche „rechtzeitig berichten“.
EBM-Papst produziert mit weltweit gut 15 000 Mitarbeitern Ventilatoren und Motoren für Klima- und Lüftungsanlagen, aber auch für die Hausgeräte- oder die Autoindustrie. Im vergangenen Geschäftsjahr, das von der Corona-Krise geprägt war, verbuchte die Gruppe einen Umsatzrückgang von 2,5 Prozent auf 2,13 Milliarden Euro.


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