Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen investiert Geschäftsführer Heiko Asum in das Unternehmen. Zuletzt flossen rund 4,5 Millionen Euro in neue Produkte, IT-Systeme und Prozessoptimierungen. „Wir wollen und müssen digitaler werden“, sagt Asum. Mit neu entwickelten Steuerungen könnten Kunden ihre Rundtische schneller und flexibler bedienen und diese selbst programmieren. Auch mit der neu eingeführten günstigeren Produktfamilie Orange Tables ist der Geschäftsführer sehr zufrieden. „Das ist ein voller Erfolg, wir machen bereits knapp 20 Prozent unseres Umsatzes mit den neuen Rundtischen.“ Sehr gut laufe auch das Retrofit-Geschäft, also die Ertüchtigung und Modernisierung älterer Rundtische. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten setzten die Kunde auf die Strategie „Aus alt mach neu“ statt sich eine komplett neue Anlage zu kaufen, berichtet Asum.
Fibro Rundtische Weinsberg: So will das Unternehmen die Wende schaffen
Der Weinsberger Maschinen- und Anlagenbauer Fibro peilt im laufenden Jahr Umsatzwachstum und die Rückkehr in die schwarzen Zahlen an. Geschäftsführer Heiko Asum will die Auftragsbücher nachhaltig füllen.
Seine ehrgeizigen Ziele hat Heiko Asum noch nicht erreicht. Dennoch sieht sich der Geschäftsführer und Eigentümer von Fibro Rundtische auf dem richtigen Weg. Das Jahr 2026 könnte für die Zukunftsfähigkeit des Weinsberger Unternehmens ein entscheidendes sein.
Fibro Rundtische: Geschäftsführer Heiko Asum spricht von einer Achterbahnfahrt
Von einer Achterbahnfahrt spricht Asum, wenn er auf die zwei Jahre schaut, seitdem er den Rundtischespezialisten Fibro von der Heilbronner Läpple-Gruppe übernommen hatte. An seinem grundsätzlichen Plan für den verlustreichen Maschinen- und Anlagenbauer hält der Geschäftsführer unverändert fest: Konzentration auf das Kerngeschäft, Digitalisierung, Automatisierung und die Überarbeitung aller Produkte lauten hier die Schlagworte. „Der Business-Plan war richtig, nur der Weg zum Erfolg hat sich verändert“, sagt Asum. Sprich: Die Rückkehr in die schwarzen Zahlen dauert länger als erhofft.

Hauptgrund dafür ist die anhaltende schwache Marktlage im weltweiten Werkzeugmaschinenbau. Manche Kunden rufen Asum zufolge Bestellungen nicht ab, andere stornieren oder verschieben Aufträge. Zudem sind einige Fibro-Kunden insolvent gegangen. Dazu kommen unterbrochene Lieferketten – Fibro musste in den vergangenen Monaten beispielsweise lange auf Kugellager warten, die für Rundtische unverzichtbar sind.
Fibro Rundtische verfehlte im Jahr 2025 sein Umsatzziel
All das führte schließlich dazu, dass das Unternehmen im vergangenen Jahr einen etwa 30-prozentigen Umsatzverlust auf 28 Millionen Euro hinnehmen musste. Geplant hatte Asum mit 37 Millionen Euro für 2025. Die Rückkehr in die Gewinnzone schafften die Weinsberger damit nicht.
Das soll sich in diesem Jahr ändern, auch weil Fibro Rundtische neue Branchen ins Visier nimmt und seine Produkte permanent weiterentwickelt. Wurden die Rundtische aus Weinsberg bisher vor allem vom Maschinen- und Anlagenbau sowie von der Automobilindustrie geordert, will Asum künftig auch Branchen wie Pharma, Chemie, Luft- und Raumfahrt sowie Rüstung beliefern. So werden beispielswiese die Tanks für die Trägerrakete Ariane 6 auf Fibro-Rundtischen gefertigt. Auch Wasserturbinen für ein italienisches Wasserkraftwerk werden demnächst auf Rundtischen aus Weinsberg bearbeitet. Für Birkenstock-Schuhe, Crocs-Sandalen, Dr.-Best-Zahnbürsten, Kanülen, Rolex-Uhren und iPhones gilt das schon lange. „Wir müssen die Abhängigkeit von Automotive verringern“, sagt der Geschäftsführer. Über die Aufträge von asiatischen Autobauern oder dem amerikanischen E-Auto-Pionier Tesla freut er sich aber dennoch.
Asum will künftig auch mehr auf Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen und Branchen setzen. „Wir müssen weg von der Arroganz, alles selbst zu wissen und zu machen“, sagt er. Die Zukunft liege in „kollaborativen Systemen“, da will Fibro Rundtische mitmischen. Erste vielversprechende Kooperationen gebe es bereits.
Die Auftragsbücher bei Fibro Rundtische sind bis Mai gefüllt
Für das laufende Jahr ist der Geschäftsführer „vorsichtig optimistisch“ gestimmt. „Unsere Auftragsbücher sind bis Mai gefüllt“, sagt Asum. „Jetzt müssen wir produzieren und liefern.“ Setze sich diese positive Entwicklung im zweiten Halbjahr fort, werde man in diesem Jahr die Ertragswende schaffen, ist der Geschäftsführer überzeugt. „Wir brauchen Stabilität, das darf kein Strohfeuer sein“.
Fibro-Geschäftsführer Asum lobt seine Mitarbeiter fürs Mitziehen
Asum peilt in diesem Jahr einen Umsatz von 35 Millionen Euro an, davon sollen 24 Millionen Euro auf Deutschland entfallen, der Rest auf die Auslandsstandort in Indien, China und den USA.
Aktuell beschäftigt Fibro Rundtische 120 Mitarbeiter in Weinsberg und 45 im wachsenden Auslandsgeschäft. Asum lobt seine Mitarbeiter, die motiviert seien und mitzögen. Dafür waren sie im Rahmen eines Ergänzungstarifvertrags auch bereit, auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld zu verzichten. Wenn der Plan aufgehe, habe sich das für alle gelohnt, betont Asum.
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